Die Wirtschaft kann etwas besser aussehen, während sich das eigene Portemonnaie unsicherer anfühlt. Genau diese Trennung zeigt die neue Konsumklima-Befragung des Nürnberger Instituts für Marktentscheidungen (NIM): Die Erwartungen an die Konjunktur steigen im September leicht. Zugleich rechnen die Befragten deutlich pessimistischer mit ihrer eigenen finanziellen Lage und halten Sparen eher für ratsam. Der daraus berechnete Konsumklima-Wert für Oktober fällt um 3,8 Punkte auf minus 30,6.
Das ist der Kern der Nachricht: Ein freundlicherer Blick auf die allgemeine Wirtschaft bedeutet noch nicht, dass Menschen mehr Spielraum für einen Kauf sehen. Die Umfrage fragt nach Erwartungen – sie misst keine Einkaufswagen an der Kasse.
Warum zwei Erwartungen auseinanderlaufen
Das NIM befragt für die Einkommenserwartung, wie Haushalte ihre finanzielle Lage in den nächsten zwölf Monaten einschätzen. Dieser Wert sank im September um 16,7 Punkte auf minus 15,0. Die Sparneigung stieg gleichzeitig um 6,0 Punkte. Die Anschaffungsneigung gab leicht nach. Die Konjunkturerwartung, also der Blick auf die Wirtschaft insgesamt, gewann dagegen einen halben Punkt. Wer die Zahlen nur als ein einziges Stimmungsbarometer liest, übersieht diese gegenläufige Bewegung.
Man kann sich den Unterschied wie zwei Fragen am Küchentisch vorstellen: „Wie läuft es im Land?“ und „Was bleibt uns am Monatsende?“ Auf die erste antworten die Befragten etwas zuversichtlicher als zuvor. Bei der zweiten sind sie erheblich skeptischer. Hohe Energiepreise nennt das NIM als wichtigen Hintergrund dieser Sorgen. Destatis meldete für August, dass Kraftstoffe gegenüber dem Vorjahr 27,7 Prozent teurer waren. Das belegt den Preisdruck, erlaubt aber keine genaue Rechnung, wie viele Punkte des Umfrageeinbruchs allein darauf zurückgehen.

Was der Oktober-Wert aussagt – und was nicht
Für die aktuelle Erhebung wurden laut NIM vom 3. bis 14. September rund 2.000 Menschen befragt. Aus ihren Antworten zu Einkommen, Anschaffungen und Sparen wird der vorlaufende Konsumklima-Indikator für Oktober berechnet. Ein negativer Wert ist ein Indexstand, kein Prozentsatz der Menschen, die sparen oder Käufe streichen.
Die Befragung deutet auf Zurückhaltung hin. Ob die Haushalte im Oktober tatsächlich weniger ausgeben, lässt sich daraus allein nicht ablesen. Der interessante Befund ist schon jetzt sichtbar: Die Sorge um die eigene Kaufkraft kann wachsen, selbst wenn der Blick auf die Wirtschaft ein wenig heller wird.
Quellen
- NIM: Konsumklima mit deutlichem Dämpfer, 25. September 2026.
- Statistisches Bundesamt: Inflationsrate im August 2026 bei +2,9 Prozent, 10. September 2026.
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