Heizspiegel 2026: Heizkosten im Vergleich

Heizkosten 2026: Gas, Öl, Fernwärme und Wärmepumpe im Heizspiegel

Der Heizspiegel 2026 zeigt, was Heizen mit Gas, Öl, Fernwärme, Wärmepumpe und Pellets kostet. So prüfen Mieter und Eigentümer ihre eigenen Werte.

Von Wolfgang

18. Okt. 20269 Min. Lesezeit

Weißer Heizkörper mit Thermostatkopf unter einem Fenster in einem warm beleuchteten Wohnzimmer am Herbstabend, daneben ein Sessel mit Wolldecke und eine Tasse Tee
Weißer Heizkörper mit Thermostatkopf unter einem Fenster in einem warm beleuchteten Wohnzimmer am Herbstabend, daneben ein Sessel mit Wolldecke und eine Tasse Tee

Der neue Heizspiegel zeigt, was Heizen mit Gas, Öl, Fernwärme, Wärmepumpe und Holzpellets 2025 gekostet hat. Er enthält auch eine Prognose für 2026. Wir erklären, wie die Zahlen entstehen und wie Haushalte ihre Werte prüfen.

Heizen wird in Deutschland wieder teurer. Das zeigt der Heizspiegel für Deutschland 2026. Die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online hat ihn am 22. September 2026 mit dem Deutschen Mieterbund und dem Bauherren-Schutzbund veröffentlicht. Für eine durchschnittliche 70-Quadratmeter-Wohnung im Mehrfamilienhaus erwartet co2online 2026 je nach Heizsystem 735 bis 1.310 Euro.

Kurz gesagt

Eine 70-Quadratmeter-Wohnung mit Gasheizung kostete im Abrechnungsjahr 2025 im Schnitt 1.170 Euro. Für 2026 erwartet co2online 1.120 Euro. Grund ist vor allem der Wegfall der Gasspeicherumlage. Heizöl soll um 24 Prozent auf 1.275 Euro steigen, Holzpellets um 17 Prozent auf 860 Euro.

In der Wohnung bleibt Fernwärme mit 1.310 Euro am teuersten, die Wärmepumpe mit 735 Euro am günstigsten. Die Werte gelten für Beispielwohnungen und Beispielhäuser. Wer die eigene Abrechnung einordnen will, nutzt die Vergleichstabelle im Heizspiegel oder den kostenlosen HeizCheck von co2online.

Die Heizkosten 2025 und 2026 im Überblick

Der Heizspiegel nennt zwei Arten von Zahlen. Die Werte für das Abrechnungsjahr 2025 beruhen auf realen Verbrauchsdaten. Die Werte für 2026 sind eine Prognose von co2online.

Heizsystem Abrechnungsjahr 2025 Prognose 2026
Erdgas 1.170 Euro (+14 %) 1.120 Euro (−4 %)
Heizöl 1.030 Euro (0 %) 1.275 Euro (+24 %)
Fernwärme 1.295 Euro (+6 %) 1.310 Euro (+1 %)
Wärmepumpe 715 Euro (+5 %) 735 Euro (+3 %)
Holzpellets 735 Euro (+20 %) 860 Euro (+17 %)

Heizkosten pro Jahr für eine durchschnittliche 70-Quadratmeter-Wohnung im Mehrfamilienhaus, in Klammern die Veränderung zum Vorjahr. Quelle: Heizspiegel für Deutschland 2026, co2online.

Für Einfamilienhäuser weist der Heizspiegel ein Beispielhaus mit 130 Quadratmetern aus. In Euro sind die Abstände zwischen den Heizsystemen dort größer.

Heizsystem Abrechnungsjahr 2025 Prognose 2026
Erdgas 2.040 Euro (+15 %) 1.930 Euro (−5 %)
Heizöl 2.145 Euro (+1 %) 2.745 Euro (+28 %)
Fernwärme 2.040 Euro (+3 %) 2.055 Euro (+1 %)
Wärmepumpe 1.260 Euro (+5 %) 1.300 Euro (+3 %)
Holzpellets 1.415 Euro (+24 %) 1.740 Euro (+23 %)

Heizkosten pro Jahr für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 130 Quadratmetern, in Klammern die Veränderung zum Vorjahr. Quelle: Heizspiegel für Deutschland 2026, co2online.

Warum Öl und Pellets 2026 teurer werden

Nach der Entspannung in den Jahren 2023 und 2024 zahlten viele Haushalte 2025 wieder mehr. Als Hauptursachen nennt co2online höhere Preise einzelner Energieträger und den kälteren Winter. Erdgas und Holzpellets lagen je nach Gebäudeart um bis zu 15 beziehungsweise 24 Prozent über dem Vorjahr. Heizöl blieb nahezu auf dem Niveau des Vorjahres.

Für 2026 erwartet co2online vor allem bei Heizöl und Holzpellets deutlich höhere Kosten. Beim Erdgas zeichnet sich zunächst eine Entlastung ab.

Durch den Wegfall der Gasspeicherumlage könnten die Heizkosten im Jahresdurchschnitt leicht sinken. Die zuletzt gestiegenen Großhandelspreise könnten aber verzögert bei den Kunden ankommen. Dann würden die Gaskosten Ende 2026 oder 2027 wieder steigen.

Auch langfristig erwartet co2online steigende Kosten für fossile Energie. Nach der neuen Heizkostenprognose können sich die Heizkosten für Gas- und Ölheizungen bis 2045 mehr als verdoppeln. Als Gründe nennt die Beratungsgesellschaft steigende CO2-Kosten, höhere Netzentgelte und die sogenannte Bio-Treppe. Was die Netzentgelte schon 2027 für die Gasrechnung bedeuten, zeigt unser Beitrag zu den Netzentgelten 2027.

Die Kosten für Wärmepumpen steigen laut Prognose deutlich langsamer. Der durchschnittliche Wärmepumpentarif lag 2025 bei 26,2 Cent pro Kilowattstunde. Wann sich eine Wärmepumpe trotz teurem Strom gegenüber Gas rechnet, erklärt unser Vergleich Wärmepumpe oder Gas.

So rechnet der Heizspiegel

Der Heizspiegel ist eine jährliche Statistik zum Heizenergieverbrauch. Die Vergleichswerte für das Abrechnungsjahr 2025 beruhen laut co2online auf mehr als 67.000 Datensätzen zentral beheizter Wohngebäude. Die Daten geben Verbraucher selbst in Online-Rechnern wie dem HeizCheck ein. Die Methodik wurde 2025 grundlegend überarbeitet.

Die Vergleichswerte gelten für ganze Gebäude. Sie enthalten Raumwärme und Warmwasser.

Der Verbrauch steht in Kilowattstunden pro Quadratmeter Wohnfläche, die Kosten in Euro pro Quadratmeter. Bezugsgröße ist die Wohnfläche des gesamten Gebäudes. Wer in einer Wohnung lebt, braucht deshalb die Gesamtfläche des Hauses. Sie steht in der Heizkostenabrechnung.

Für die Kosten verknüpft co2online die Verbrauchswerte mit Energiepreisen. Die Gaspreise stammen vom Branchenverband BDEW, die Heizölpreise vom Statistischen Bundesamt. Fernwärmepreise liefert die Preistransparenzplattform Fernwärme, Wärmepumpenstrom die Plattform Verivox. Den Pelletpreis ermittelt das Netzwerk C.A.R.M.E.N.

Beim Vergleich der beiden Tabellen hilft ein Detail. Die Werte für die 70-Quadratmeter-Wohnung enthalten die Heiznebenkosten, etwa für Wartung, Betriebsstrom und Ablesung. Beim Einfamilienhaus fehlen sie, weil es dafür keine eigene Abrechnung gibt. Heiznebenkosten machen laut co2online etwa 10 Prozent der Heizkosten aus.

Der Heizspiegel ordnet Gebäude in vier Klassen ein. Niedrig steht für die sparsamsten 10 Prozent. Mittel und erhöht umfassen jeweils 40 Prozent, zu hoch die letzten 10 Prozent. Die Einteilung gilt getrennt für jeden Energieträger und jede Gebäudegröße.

co2online nennt auch die Grenzen. Die Klassentabelle eignet sich nicht, um Heizsysteme untereinander zu vergleichen, und ist kein Vollkostenvergleich. Sie ersetzt keine Energieberatung und bewertet keine einzelne Wohnung. Für die Prüfung, ob Heizkosten beim Bürgergeld angemessen sind, hält co2online sie für ungeeignet.

Wie groß die Spannen sind

Die Durchschnittswerte verdecken große Unterschiede. Je nach Zustand des Gebäudes zahlen Haushalte für dieselbe Wohnungsgröße sehr unterschiedliche Beträge. Für die 70-Quadratmeter-Wohnung nennt co2online für 2025 folgende Spannen zwischen den Klassen niedrig und erhöht.

  • Erdgas 705 bis 1.785 Euro im Jahr, im Schnitt 16,50 Euro pro Quadratmeter
  • Heizöl 720 bis 1.540 Euro, im Schnitt 14,70 Euro pro Quadratmeter
  • Fernwärme 575 bis 2.080 Euro, im Schnitt 18,50 Euro pro Quadratmeter
  • Wärmepumpe 450 bis 1.360 Euro, im Schnitt 10,20 Euro pro Quadratmeter
  • Holzpellets 455 bis 1.170 Euro, im Schnitt 10,00 Euro pro Quadratmeter

Als Hauptgrund für die Unterschiede nennt co2online den energetischen Zustand der Häuser. Auch regionales Wetter und das Heizverhalten spielen eine Rolle. Bei Fernwärme kommen regionale Preisstrukturen hinzu.

Im Mehrfamilienhaus zählt zudem die Lage der Wohnung. Eine Wohnung im Dach- oder Erdgeschoss braucht bei gleichem Heizverhalten mitunter 50 Prozent mehr Heizenergie als eine Wohnung zwischen anderen Etagen. Auch das Baujahr wirkt sich aus. Eine gasbeheizte 70-Quadratmeter-Wohnung in einem Haus von vor 1977 kostete 2025 im Schnitt 1.255 Euro, in einem Haus ab 2002 nur 755 Euro.

Was Mieter jetzt prüfen sollten

Mieter sehen ihre Heizkosten in der jährlichen Heizkostenabrechnung. Der Heizspiegel gibt dazu nur einen ersten Hinweis, weil er für ganze Gebäude gilt. Mehr verrät die Abrechnung selbst. co2online hat dafür einen Prüfplan für etwa eine halbe Stunde veröffentlicht.

  • Frist. Endet der Abrechnungszeitraum am 31. Dezember 2025, muss die Abrechnung grundsätzlich bis 31. Dezember 2026 beim Mieter sein. Spätere Nachforderungen sind in der Regel ausgeschlossen.
  • Zeitraum und Fläche. Der Abrechnungszeitraum muss zur Mietzeit passen. Die Wohnfläche sollte mit dem Mietvertrag übereinstimmen.
  • Vorauszahlungen. Alle gezahlten Abschläge müssen vollständig angerechnet sein.
  • Verbrauch. Zählernummer, Ablesedatum sowie Anfangs- und Endstand sollten plausibel sein. Geschätzte Werte muss der Vermieter erklären können.
  • Verteilung und Warmwasser. Die Abrechnung muss zeigen, welcher Anteil nach Verbrauch und welcher nach Fläche verteilt wird. Warmwasser und Raumwärme müssen getrennt ausgewiesen sein.
  • Heiznebenkosten. Wartung, Betriebsstrom und Messdienst sollten einzeln aufgeführt sein. Reparaturen trägt grundsätzlich der Vermieter.
  • Fernwärme. Hier lohnt die Frage nach Arbeitspreis, Grundpreis und Preisänderungen im Abrechnungszeitraum.

Prüfen Sie auch den Energiepreis. Nach dem Wirtschaftlichkeitsgebot dürfen Vermieter keine unnötig hohen Kosten weitergeben. Bei Unklarheiten haben Mieter das Recht auf Belegeinsicht. Hilfe bieten Mietervereine und Verbraucherberatungen.

Für die eigene Wohnung ist der HeizCheck genauer als die Tabelle. Er fragt Gebäudedaten, Verbrauch und Postleitzahl ab. Bei Wohnungen berücksichtigt er auch die Lage im Haus. Mieter bekommen außerdem eine Vorlage für ein Schreiben an den Vermieter zu möglichen Sanierungen.

Was Eigentümer jetzt prüfen sollten

Eigentümer können ihr Haus mit wenigen Zahlen selbst einordnen. Sie brauchen Verbrauch und Kosten aus der Energierechnung für 2025 und die beheizte Fläche. Teilen Sie Verbrauch oder Kosten durch die Fläche. Das Ergebnis vergleichen Sie mit der Tabelle im Heizspiegel.

Der Verbrauch muss dafür in Kilowattstunden vorliegen. Ein Liter Heizöl oder ein Kubikmeter Erdgas entspricht laut Heizspiegel jeweils rund 10 Kilowattstunden Wärme. Wer Warmwasser mit einem Boiler oder Durchlauferhitzer bereitet, rechnet einen Aufschlag dazu. Bei Gas, Öl, Fernwärme und Pellets sind das 24 Kilowattstunden oder 2,60 Euro je Quadratmeter, bei der Wärmepumpe 9,6 Kilowattstunden oder 2,50 Euro.

Ein Beispiel zeigt die Größenordnung. Für ein Haus mit 80 bis 150 Quadratmetern und Gasheizung gilt ein Verbrauch bis 127 Kilowattstunden pro Quadratmeter als mittel. Ab 221 Kilowattstunden stuft der Heizspiegel den Verbrauch als zu hoch ein. In diesem Fall sind laut co2online 90 Prozent der Wohngebäude effizienter.

Der HeizCheck zeigt Eigentümern zusätzlich, wie sich die Kosten bei gleichem Verbrauch in den nächsten zehn Jahren entwickeln dürften. Bei Wärmepumpen mit hohen Kosten rät co2online, zuerst die Jahresarbeitszahl zu ermitteln. Liegt sie unter 2,5, sollte ein Energieberater die Anlage prüfen. Wie sich der Stromverbrauch einer Wärmepumpe einordnen lässt, beschreibt unser Beitrag Wärmepumpe: So viel Strom verbraucht sie wirklich.

Wer eine neue Heizung plant, sollte laut Bauherren-Schutzbund neben der Anschaffung auch Betriebs- und Wartungskosten betrachten. Entscheidend sei das Zusammenspiel von Gebäudehülle, Wärmebedarf und Heiztechnik. Ein Modernisierungskonzept hilft, Maßnahmen zu planen, bevor die alte Heizung im Winter ausfällt. Was eine Wärmepumpe kostet und welche Zuschüsse es gibt, zeigt unser Überblick Wärmepumpe 2026.

Wie viel sich sparen lässt

Laut Heizspiegel haben rund 90 Prozent aller Haushalte noch Sparpotenzial. In einer Wohnung lassen sich im Durchschnitt etwa 465 Euro pro Jahr einsparen, in einem Einfamilienhaus 1.000 Euro. Bundesweit entspricht das nach Angaben von co2online bis zu 24 Milliarden Euro jährlich.

Schon einfache Änderungen im Alltag senken den Verbrauch laut co2online um bis zu 10 Prozent. Dazu zählen richtiges Heizen und Lüften, weniger Warmwasser und programmierbare Thermostate. Für eine Beispielwohnung sind das im Schnitt 115 Euro im Jahr. Wie Thermostate richtig eingestellt werden, erklärt unser Ratgeber zum Heizkörperthermostat.

Mehr bringen eine Optimierung der Heizung und kleinere Dämmarbeiten. Hier nennt co2online rund 20 Prozent oder 235 Euro im Jahr. Den größten Effekt haben umfassende Dämmung und ein Heizungstausch mit rund 60 Prozent oder 700 Euro im Jahr. Darüber entscheiden in der Regel Eigentümer und Vermieter.

Fazit

Der Heizspiegel 2026 zeigt eine geteilte Entwicklung. Gaskunden können 2026 mit einer leichten Entlastung rechnen. Haushalte mit Öl und Pellets müssen deutlich mehr einplanen. Die Wärmepumpe bleibt in beiden Beispielgebäuden die günstigste Heizung.

Für den eigenen Haushalt sagen Durchschnitte wenig. Mieter sollten ihre nächste Abrechnung Punkt für Punkt prüfen. Eigentümer vergleichen ihren Verbrauch pro Quadratmeter mit der Tabelle. Genauer rechnet der kostenlose HeizCheck auf co2online.de.

Quellen

  • co2online, Deutscher Mieterbund, Bauherren-Schutzbund: Pressemitteilung „Heizen wird teurer, neuer Heizspiegel zeigt Sparpotenziale von bis zu 1.000 Euro pro Jahr“ vom 22.09.2026 (co2online.de/presse), abgerufen 18.10.2026
  • co2online: Heizspiegel für Deutschland 2026, Faltblatt mit Vergleichstabelle, Stand September 2026 (co2online.de), abgerufen 18.10.2026
  • co2online: Wie der Heizspiegel entsteht (Methodik), Heizkosten pro m² im Vergleich, Heizkosten berechnen, HeizCheck (co2online.de), abgerufen 18.10.2026
  • co2online: Heizkostenabrechnung prüfen, so finden Sie Fehler, Stand 22.09.2026 (co2online.de), abgerufen 18.10.2026

Für diesen Artikel wurden KI-gestützte Recherche- und Editierwerkzeuge verwendet. Der Inhalt wurde redaktionell geprüft.