BYDs Luxusmarke Yangwang hat in Abu Dhabi eine neue elektrische Limousine vorgestellt: Der Altior ist 5,60 Meter lang und soll mit vier einzeln geregelten Elektromotoren fahren. Der Hersteller nennt mehr als 1.000 Kilometer Reichweite nach chinesischem Prüfzyklus. Was das Auto kosten und ob es nach Deutschland kommen wird, bleibt in der deutschen Mitteilung offen.
Die Weltpremiere am 7. November zeigt, wie BYD seine Technik in einem Fahrzeug für das obere Luxussegment einsetzen möchte. Im Mittelpunkt stehen neben dem Antrieb ein aktives Fahrwerk und ein Innenraum mit vier Sitzen. Die Angaben stammen bislang vor allem vom Hersteller; ein eigener Fahrtest liegt ihnen nicht zugrunde.
Vier Motoren statt einer gemeinsamen Antriebsquelle
Die Ankündigung von BYD beschreibt eine Plattform namens e⁴. Sie steuert vier Elektromotoren unabhängig voneinander und kann damit das Drehmoment für jedes Rad einzeln anpassen. Drehmoment ist vereinfacht die Kraft, mit der der Antrieb ein Rad dreht. Wenn sich die Bedingungen an den Rädern unterscheiden, kann die Steuerung die Antriebskraft entsprechend verteilen.

BYD gibt an, die Antriebskraft mehr als hundertmal pro Sekunde anzupassen. Das System soll unter anderem bei einem Reifenplatzer zur Stabilität beitragen. Eine weitere angekündigte Funktion ist das Drehen auf der Stelle. Wie gut diese Manöver im Alltag funktionieren und unter welchen Bedingungen sie verfügbar sind, lässt sich aus der Vorstellung allein nicht beurteilen.
Hinzu kommt ein Fahrwerk, das die Straße vor dem Auto erfassen und seine Einstellungen laufend anpassen soll. Damit versucht es, Bewegungen der Karosserie bei Unebenheiten und in Kurven zu begrenzen. Der versprochene Komfort bleibt eine Herstellerangabe.
Was die Reichweitenzahl bedeutet
Für die zweite Generation seiner Blade-Batterie nennt BYD mehr als 1.000 Kilometer im kombinierten CLTC-Zyklus. Das ist ein standardisierter chinesischer Prüfzyklus. Die Zahl beschreibt daher einen Wert unter festgelegten Testbedingungen und ist weder eine deutsche WLTP-Angabe noch eine Zusage für eine konkrete Autobahnfahrt.
Wie groß die Batterie ist, wie viel Leistung die Motoren zusammen liefern und wie schnell der Altior tatsächlich lädt, steht in der Mitteilung nicht. BYD kündigt weitere technische Details und Ladespezifikationen gesondert an. Auch der Fachbericht von Paul Tan weist darauf hin, dass Leistung, Batteriekapazität und Preis in der Pressemitteilung fehlen.
Viel Platz und Assistenz im großen Format
Der Altior ist laut BYD 2,03 Meter breit und hat einen Radstand von 3,50 Metern. Dieser Abstand zwischen Vorder- und Hinterachse schafft die Grundlage für einen langen Innenraum. Die hinteren Türen öffnen gegenläufig zu den vorderen; im gezeigten Viersitzer können Passagiere im Fond unter anderem Sitze, Beleuchtung und Bildschirm nutzen. Für Gepäck nennt der Hersteller 532 Liter.
Das Fahrassistenzsystem soll beim Parken und bei der Navigation auf Schnellstraßen und in Städten helfen. Assistenz bedeutet hier Unterstützung der fahrenden Person; aus der Ankündigung ergibt sich keine allgemeine Freigabe zum selbstständigen Fahren ohne Aufsicht.
Für Interessierte in Deutschland ist die entscheidende Frage noch offen: In der deutschen Pressemitteilung steht, das Fahrzeug werde noch nicht zum Verkauf angeboten und Verbrauchsdaten seien in Prüfung. Ein Preis oder ein Termin für den deutschen Markt wird dort nicht genannt. Bis weitere Angaben vorliegen, lässt sich der Altior vor allem als vorgestelltes Fahrzeug mit angekündigter Technik einordnen.
Quellen
- BYD: Yangwang Altior feiert Weltpremiere in Abu Dhabi, 7. November 2026.
- Paul Tan: Yangwang Altior vorgestellt, 8. November 2026.
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