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215 Millionen Euro für Chipfertigung in Itzehoe: Was größere Wafer bringen

Bund und Land fördern den Ausbau von Vishays Chipfertigung in Itzehoe. Größere Siliziumscheiben sollen mehr Leistungshalbleiter ermöglichen.

Von Wolfgang

02. Nov. 20263 Min. Lesezeit

Siliziumwafer mit Artikelüberschrift

In Itzehoe soll eine neue Fertigung für Leistungshalbleiter entstehen. Bund und Schleswig-Holstein unterstützen den Ausbau des Vishay-Standorts mit rund 215 Millionen Euro. Künftig will das Unternehmen dort Chips auf Siliziumscheiben mit 300 statt 200 Millimetern Durchmesser fertigen. Die größere Fläche kann helfen, mehr Bauteile in einem Durchlauf herzustellen.

Der Förderbescheid wurde am 30. Oktober übergeben. Nach Angaben des schleswig-holsteinischen Wirtschaftsministeriums trägt der Bund 172 Millionen Euro, das Land weitere 43 Millionen. Gefördert wird der Ausbau der Produktionskapazität für eine neue Generation von Silizium-MOSFETs. Das Ministerium erwartet, dass sich die Kapazität des Standorts dadurch mehr als verdoppelt.

Wozu braucht man Leistungshalbleiter?

Ein Prozessor verarbeitet Informationen. Die Bauteile, um die es in Itzehoe geht, übernehmen eine andere Aufgabe: Sie helfen dabei, elektrischen Strom in Geräten und Anlagen zu schalten und zu steuern. Ein MOSFET ist eine Art elektronischer Schalter. Eine kleine Steuerspannung kann bestimmen, ob ein größerer Strom durch das Bauteil fließt.

Solche Schalter stecken zum Beispiel in Stromversorgungen und in der Fahrzeugelektronik. Das Ministerium nennt als mögliche Einsatzfelder Fahrassistenz und Batteriemanagement, Industrieanwendungen und die Stromversorgung von KI-Systemen. Welche konkreten Produkte später welche Kunden erreichen, geht aus dem Förderbescheid nicht hervor.

Warum die Größe der Scheibe zählt

Chips entstehen zunächst gemeinsam auf einem Wafer, einer dünnen, runden Siliziumscheibe. Viele Verarbeitungsschritte werden auf der ganzen Scheibe ausgeführt. Erst später werden einzelne Bauteile getrennt und weiterverarbeitet. Je mehr nutzbare Bauteile auf eine Scheibe passen, desto mehr kann ein solcher Durchlauf potenziell liefern.

Der Unterschied zwischen 200 und 300 Millimetern klingt nach der Hälfte mehr. Für die Fläche zählt jedoch der Durchmesser zum Quadrat: Eine 300-Millimeter-Scheibe hat rechnerisch 2,25-mal so viel Fläche wie eine 200-Millimeter-Scheibe. Das bedeutet nicht automatisch 2,25-mal so viele verkaufsfähige Chips. Randbereiche, Bauteilgröße und Fehler in der Fertigung beeinflussen die Ausbeute. Auch neue Anlagen und die Umstellung kosten Geld.

Schematischer Größenvergleich von 200- und 300-Millimeter-Wafern
Die Fläche wächst stärker als der Durchmesser; die Darstellung ist schematisch. (Quelle: KI generiert)

Das Land sieht in den größeren Wafern die Möglichkeit, Skaleneffekte zu nutzen und Stückkosten zu senken. Wie stark sich das beim konkreten Werk tatsächlich auswirkt, lässt sich aus der Fördermeldung nicht beziffern. Die Fläche ist eine geometrische Größe, kein Ergebnis einer Produktionsmessung.

Ausbau ist geplant, nicht abgeschlossen

Der NDR berichtet, dass am Standort bisher 200-Millimeter-Wafer gefertigt werden und die Produktion im kommenden Jahr verdoppelt werden soll. Diese Zeitangabe beschreibt ein Vorhaben. Die Übergabe eines Förderbescheids ist noch keine Bestätigung, dass die neue Fertigung ihre geplante Leistung erreicht hat.

Auch Vishay führt den Standort in seiner Investitionsplanung. Im Quartalsbericht vom Mai 2026 bezifferte der Konzern seine für 2026 geplanten Investitionen weltweit auf 400 bis 440 Millionen US-Dollar; etwa die Hälfte davon sollte in die im Bau befindliche Zwölf-Zoll-Fabrik in Itzehoe fließen. Das sind Unternehmenspläne in Dollar und keine Angabe zur Höhe der deutschen Förderung.

Bund und Land verbinden die Förderung mit dem Ziel, europäische Halbleiterkapazitäten zu stärken. Eine zusätzliche Fertigung vor Ort kann dazu beitragen. Ob daraus im Betrieb die erwarteten Mengen und wirtschaftlichen Vorteile entstehen, hängt vom Ausbau und der späteren Auslastung ab.

Quellen

Für diesen Artikel wurden KI-gestützte Recherche- und Editierwerkzeuge verwendet. Der Inhalt wurde redaktionell geprüft.