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Waldbrandrisiko trifft Stromnetze weltweit.

Eine neue IEA-Kartierung zeigt, wo Stromnetze durch brandgefährdete Gebiete führen und wie Betreiber das Risiko begrenzen.

Von Wolfgang

01. Nov. 20264 Min. Lesezeit

Stromleitung vor Waldbrandrauch mit Artikelüberschrift

Ein Feuer kann eine Stromleitung beschädigen. Doch auch die Leitung selbst kann zum Auslöser werden, wenn ein Ast sie berührt oder beschädigte Ausrüstung Funken erzeugt. Eine neue Auswertung der Internationalen Energieagentur (IEA) zeigt, wie oft sich Stromnetze und brandgefährdete Gebiete weltweit räumlich überschneiden.

Nach der am 30. Oktober veröffentlichten Analyse verlaufen 22 Prozent der oberirdischen Netzinfrastruktur in Gebieten, in denen im langfristigen Mittel mindestens alle zehn Jahre ein Feuer zu erwarten ist. Für Betreiber stellt sich damit eine doppelte Aufgabe: Sie müssen Leitungen vor Bränden schützen und zugleich verhindern, dass ihre Anlagen selbst ein Feuer entfachen.

Was die 22 Prozent bedeuten

Die IEA hat Karten oberirdischer Stromnetze mit einer Abschätzung der Brandgefahr überlagert. Für die Risikokarte flossen historische Feuerdaten, die vorhandene Biomasse und ein Index für brandbegünstigendes Wetter ein. Die erwarteten Feuerintervalle beziehen sich auf Gebiete von jeweils 3.000 Quadratkilometern.

Die Zahl bedeutet also nicht, dass 22 Prozent der Leitungen bereits beschädigt wurden oder dass an jeder dieser Leitungen innerhalb von zehn Jahren ein Brand ausbricht. Sie beschreibt die Lage von Infrastruktur in Gebieten mit einem entsprechenden langfristigen Brandrisiko. Rund fünf Prozent liegen laut IEA in Gebieten, für die das geschätzte Intervall höchstens zwei Jahre beträgt.

Die räumliche Verteilung ist unterschiedlich: Südamerika hat laut IEA den größten Anteil seiner Netzinfrastruktur in brandgefährdeten Gebieten; Nordamerika weist dort die größte gesamte Leitungslänge auf. Die Karte kann helfen, Schutzmaßnahmen zu planen. Für eine konkrete Leitung müssen Betreiber die örtlichen Bedingungen zusätzlich betrachten.

Wenn Stromleitungen selbst zur Gefahr werden

Besonders trockenes und windiges Wetter kann mehrere Probleme zusammenbringen. Vegetation gerät an spannungsführende Teile, beschädigte Ausrüstung kann Funken erzeugen. Auch Leitungen können bei Wärme durchhängen und im Wind aneinander geraten. Ein Funke kann dann auf trockene Pflanzen treffen.

Die IEA verweist auf Daten aus den USA: Dort entfielen seit Beginn dieses Jahrhunderts im Durchschnitt etwa vier Prozent der Waldbrände mit bekannter Ursache auf Energieinfrastruktur. Andere Ursachen wie natürliche Auslöser, Fahrzeuge oder Brandstiftung spielen ebenfalls eine Rolle. Die Zahl bezieht sich auf Brände mit bekannter Ursache und lässt sich nicht einfach auf die ganze Welt übertragen.

Eine Schutzmaßnahme setzt direkt am Kontakt an. Kaliforniens Versorgungsaufsicht beschreibt Sensoren, die Störungen an einer Leitung erkennen und den betroffenen Stromkreis abschalten. Treffen etwa Äste auf die Leitung, kann die Versorgung automatisch unterbrochen werden. In Gebieten mit hoher Brandgefahr wurden die Einstellungen empfindlicher gemacht.

Schematische Schutzabschaltung zwischen Stromquelle und Astkontakt an einer Leitung
Vereinfachtes Prinzip: Erkennt der Schutz einen Kontakt, trennt ein Schalter die Versorgung des betroffenen Abschnitts. (Quelle: KI generiert)

Warum vorsorgliches Abschalten Folgen hat

Netzbetreiber können gefährdete Abschnitte auch schon vor einem Brand abschalten, wenn Hitze, Trockenheit und starker Wind zusammentreffen. Das senkt die Gefahr, dass eine unter Spannung stehende Anlage ein Feuer auslöst. Für Haushalte und Betriebe bedeutet es allerdings einen Stromausfall, obwohl vor Ort noch kein Feuer brennen muss.

Im westlichen nordamerikanischen Stromverbund gab es 2025 nach Angaben der Netzorganisation WECC 21 solcher Sicherheitsabschaltungen. Dabei waren 601.572 Kunden betroffen. Die Zahl beschreibt betroffene Kunden bei Ereignissen, nicht zwingend ebenso viele verschiedene Menschen.

Hinzu kommen Abschaltungen während eines Brandes, etwa zum Schutz der Einsatzkräfte oder weil Anlagen bedroht sind. Die IEA erfasste seit 2022 rund 180 Berichte über brandbezogene Stromausfälle mit zusammen fast 15 Millionen Kundenunterbrechungen. Die Auswertung stützt sich auf Medien und offizielle Meldungen bis Ende September 2026; sie ist keine vollständige Zählung aller Ausfälle.

Schutz beginnt vor dem Feuer

Betreiber können Bäume und andere Vegetation in der Nähe von Leitungen kontrollieren, Leiter abdecken und empfindlichere Schutztechnik einsetzen. Bei neuen Trassen lässt sich prüfen, ob besonders gefährdete Gebiete umgangen werden können. Die IEA nennt auch feuerbeständigere Masten und zusätzliche Leitungswege. Unterirdische Kabel sind eine weitere Möglichkeit, können aber teuer sein und kommen deshalb besonders dort infrage, wo die möglichen Schäden hoch sind.

Keine einzelne Maßnahme passt zu jedem Netz. Häufige Abschaltungen beeinträchtigen die Versorgung, während baulicher Schutz Geld kostet. Die IEA sieht deshalb auch die Regulierer in der Pflicht: Sie müssen entscheiden, wie Vorsorge finanziert und wie Kosten zwischen Netzbetreibern, Kunden und öffentlicher Hand verteilt werden.

Quellen

Für diesen Artikel wurden KI-gestützte Recherche- und Editierwerkzeuge verwendet. Der Inhalt wurde redaktionell geprüft.