Große Solarparks in den USA entstehen zunehmend zusammen mit Batteriespeichern. Nach einer am 30. Oktober veröffentlichten Auswertung der US-Energiebehörde EIA entfielen bis September mehr als 16 Prozent der 2026 neu hinzugekommenen großen Photovoltaik-Leistung auf Standorte mit bereits betriebsbereiten Batterien. Im Jahr 2017 waren es erst 2 Prozent. Für Betreiber verändert die Kombination vor allem eine Entscheidung: Wann geben sie ihren Solarstrom ins Netz?
Ein Solarmodul liefert Strom, wenn Licht darauf fällt. Eine Batterie daneben kann einen Teil dieser Energie aufnehmen und später wieder abgeben. Damit lässt sich die Stromlieferung vom Moment der Erzeugung lösen. Der neue EIA-Befund zeigt, dass diese Kombination im amerikanischen Neubau häufiger wird. Er beschreibt die Größe der angeschlossenen Solaranlagen, nicht den Anteil gespeicherter Kilowattstunden.
Gebauter Speicher und geplanter Speicher sind zweierlei
Die Behörde wertet Meldungen der Anlagenbetreiber aus. Werden deren für das letzte Quartal angekündigte Projekte wie geplant in Betrieb genommen, könnte der Speicheranteil am diesjährigen Solarzubau auf 19 Prozent steigen. In den eingereichten Plänen für 2027 und 2028 liegt er jeweils bei mehr als 30 Prozent. Die Zahlen für diese kommenden Jahre beschreiben somit Projektabsichten. Ob und wann sämtliche Anlagen tatsächlich Strom liefern, steht damit noch nicht fest.
Auch beim Vergleich mit bestehenden Anlagen lohnt sich ein genauer Blick. Im gesamten Bestand der großen US-Photovoltaikanlagen sind laut EIA 18 Prozent der Leistung mit Batteriespeichern am selben Standort verbunden. Diese Bestandsquote und die mehr als 16 Prozent beim bisherigen Jahreszubau beantworten verschiedene Fragen. Die eine erfasst das bisher Aufgebaute, die andere nur die 2026 neu hinzugekommenen Solaranlagen.
Hinzu kommt eine Besonderheit beim Bauen: Solarpark und Batterie müssen nicht am selben Tag starten. Ein Speicher kann später zu einer bereits laufenden Solaranlage hinzukommen. Die monatliche Datenerhebung der EIA verfolgt solche Veränderungen. Der gemeinsame Standort ist dabei das erfasste Merkmal; daraus ergibt sich noch kein einheitlicher Bauplan für alle Projekte.
Warum Betreiber Strom für später aufheben
In Regionen mit viel Solarstrom fällt dessen stärkstes Angebot häufig in ähnliche Tagesstunden. Wenn zahlreiche Anlagen gleichzeitig einspeisen, können die Großhandelspreise sinken. Geht die Solarproduktion zurück, kann Strom wieder wertvoller werden. Die EIA nennt diese Preisunterschiede als Grund, warum Betreiber die Abgabe von Solarpark und Batterie gemeinsam steuern.
Ein gedachtes Beispiel macht den Ablauf greifbar: Mittags liefern die Module reichlich Strom. Ein Teil fließt unmittelbar zum Netzanschluss, ein anderer lädt den Speicher. Am Abend geben die Module weniger ab, während die Batterie einen Teil der zuvor aufgenommenen Energie liefert. Der Speicher erzeugt dabei keine zusätzliche Energie. Beim Laden, Speichern und Entladen treten Verluste auf. Sein Nutzen liegt darin, verfügbare Energie zu einem anderen Zeitpunkt einzusetzen.

Das US-Energieministerium beschreibt außerdem, wie Speicher kurze Schwankungen ausgleichen können, etwa wenn eine Wolke die Module verschattet. Welche Aufgabe eine Batterie erfüllt, hängt von ihrer Auslegung und ihrer Steuerung ab. Ein Speicher für kurze Leistungsschwankungen muss anders dimensioniert sein als einer, der über mehrere Abendstunden liefern soll.
Was die Standortquote über die Versorgung verrät
Dafür sind zwei Größen wichtig. Die Leistung in Megawatt beschreibt, wie viel Strom ein Speicher gleichzeitig abgeben kann. Sein Energieinhalt in Megawattstunden beschreibt, welche Energiemenge zur Verfügung steht. Erst zusammen erlauben diese Angaben eine Einschätzung der möglichen Entladedauer. Die EIA-Quote zur räumlichen Kombination liefert diese Angaben für den einzelnen Speicher nicht.
Für Stromkunden bedeutet die Entwicklung zunächst, dass mehr Solarprojekte eine zeitlich steuerbare Komponente bekommen. Wie stark dadurch Strompreise oder die Versorgung an einem bestimmten Ort beeinflusst werden, hängt zusätzlich von Speichergröße, Nachfrage und Netz ab. Aus dem landesweiten Anteil lässt sich deshalb keine konkrete Ersparnis auf einer Stromrechnung ableiten. Der erkennbare Wandel liegt bei den Anlagen selbst: Betreiber planen häufiger nicht nur die Erzeugung bei Sonnenschein, sondern auch die spätere Abgabe ein.
Quellen
- EIA: The share of solar generation with co-located battery storage is increasing, 30. Oktober 2026
- US Department of Energy: Solar Integration: Solar Energy and Storage Basics
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