Erneuerbare Energien

Erste Zuschläge für Deutschlands Stromreserve.

Elf Gebote erhalten Zuschläge für steuerbare Stromkapazität. Warum das Ergebnis über der ausgeschriebenen Menge liegt und welche Regionen profitieren.

Von Wolfgang

04. Nov. 20263 Min. Lesezeit

Kraftwerk und Batteriespeicher mit Artikelüberschrift

Deutschland hat erstmals Zuschläge für neue steuerbare Stromkapazitäten vergeben. Die Bundesnetzagentur berücksichtigte elf Gebote mit zusammen rund 5.160 reduzierten Megawatt. Gesucht waren eigentlich 4.500. Dass mehr zusammenkam, liegt an einer Regel für das letzte erfolgreiche Gebot.

Die Entscheidung vom 3. November 2026 ist ein Schritt beim Aufbau einer Stromversorgung, in der neben Wind- und Solaranlagen auch steuerbare Anlagen zur Verfügung stehen sollen. Ein Zuschlag bedeutet allerdings noch nicht, dass die Anlagen bereits gebaut sind oder Strom liefern.

Mehr Angebote als ausgeschrieben

Bis zum Gebotstermin am 8. September gingen laut Bundesnetzagentur 41 Angebote mit zusammen rund 11.958 reduzierten Megawatt ein. Sieben Gebote schloss die Behörde aus, etwa weil verpflichtende Angaben oder Nachweise fehlten. Elf Angebote erhielten schließlich einen Zuschlag.

Die Einheit rMW steht für reduzierte Megawatt. Sie bezeichnet die für dieses Verfahren angerechnete Leistung und ist nicht einfach mit der auf einem Typenschild genannten Nennleistung gleichzusetzen. Ein Megawatt beschreibt Leistung zu einem Zeitpunkt; es ist keine Angabe darüber, wie viel Strom eine Anlage über ein Jahr erzeugt.

Die 5.160 rMW liegen über der Ausschreibungsmenge, weil das Gebot, mit dem die Grenze erstmals überschritten wurde, noch vollständig einen Zuschlag erhielt. Die Differenz ist daher eine Folge der Auswahlregel und kein Hinweis darauf, dass das ursprüngliche Ziel nachträglich erhöht wurde.

Schematische Darstellung der Zuschlagsgrenze: Das letzte Gebot wird vollständig berücksichtigt.
Das letzte berücksichtigte Gebot kann die ausgeschriebene Menge überschreiten. Die Karten zeigen das Prinzip schematisch. (Quelle: KI generiert)

Wo die Zuschläge liegen

Den größten Anteil am Zuschlagsvolumen meldet die Behörde für Nordrhein-Westfalen: Dort entfallen rund 2.118 rMW auf drei Zuschläge. In Brandenburg sind es rund 1.819 rMW bei vier Zuschlägen. Sachsen folgt mit rund 910 rMW und zwei Zuschlägen; Bayern erhält rund 269 rMW, Baden-Württemberg rund 45 rMW bei jeweils einem Zuschlag. Die Werte sind gerundet.

Die veröffentlichte Zuschlagsliste nennt unter anderem RWE Generation, Lausitz Energie Kraftwerke, das Gaskraftwerk Leipheim 20 und die Stadtwerke Karlsruhe. Sie führt die Bieter und Bundesländer auf, enthält aber keine vollständige Aufteilung der bezuschlagten Leistung nach Technologie. Aus ihr lässt sich deshalb nicht ableiten, welcher Anteil auf Speicher oder einzelne Kraftwerkstypen entfällt.

Was der Preis aussagt

Der mengengewichtete durchschnittliche Zuschlagswert beträgt nach Angaben der Bundesnetzagentur 155.296 Euro je reduziertem Megawatt und Jahr. Der zugelassene Höchstpreis lag bei 244.000 Euro. Mengengewichtet heißt: Größere bezuschlagte Mengen gehen stärker in den Durchschnitt ein als kleinere.

Der Wert bezieht sich auf die angebotene Kapazität pro Jahr. Er ist weder ein Strompreis je Kilowattstunde noch unmittelbar ein Betrag, der sich auf eine einzelne Haushaltsrechnung übertragen ließe. Die Behörde führt das Ergebnis auf Wettbewerb zwischen unterschiedlichen Technologien zurück; sie nennt Kraftwerke und Stromspeicher als Teilnehmer.

Was als Nächstes folgt

Die Bundesnetzagentur bereitet die zweite Ausschreibungsrunde vor. Den nächsten Gebotstermin für Langzeitkapazitäten will sie am 10. November bekannt machen. Aus dem Zuschlag folgt zunächst eine Entscheidung im Vergabeverfahren. Wann einzelne Projekte tatsächlich bereitstehen, geht aus der nun veröffentlichten Ergebnisübersicht nicht hervor.

Quellen

Für diesen Artikel wurden KI-gestützte Recherche- und Editierwerkzeuge verwendet. Der Inhalt wurde redaktionell geprüft.