Technik

Sandias Z-Maschine: Behörde beanstandet Strahlenschutz

Nach einem Tritiumversuch erhielten Beschäftigte ungeplante Strahlendosen. Die US-Behörde nennt Schutzlücken und schlägt ein Bußgeld vor.

Von Wolfgang

01. Nov. 20262 Min. Lesezeit

Illustration einer Forschungsanlage mit Artikelüberschrift.

Bei einem Tritiumversuch an der Z-Maschine der Sandia National Laboratories erhielten einige Beschäftigte ungeplant Strahlendosen. Die US-Atomaufsicht NNSA beanstandet nun den Strahlenschutz und schlägt ein Bußgeld von 353.000 Dollar gegen den Betreiber vor. Nach Angaben der Behörde waren die Dosen niedrig und lagen innerhalb der für Beschäftigte zulässigen Grenzen.

Der Versuch fand bereits am 5. Juni 2024 statt. Der vorläufige Bescheid datiert vom 16. Oktober 2026; das Energieministerium veröffentlichte ihn am 30. Oktober. Die Geldbuße ist ein Vorschlag, keine bereits endgültig festgesetzte Strafe. Das Faktenblatt der NNSA nennt weder die genaue Zahl der Betroffenen noch einzelne Dosiswerte.

Was die Aufsicht beanstandet

Nach Darstellung der NNSA wurden Veränderungen der Strahlungsbedingungen nicht ausreichend vorhergesehen oder erkannt. Die Behörde nennt drei Verstöße der Stufe II: beim Einhalten schriftlicher Verfahren, beim Erkennen veränderter radiologischer Bedingungen sowie bei der anschließenden Ursachenanalyse und den Korrekturmaßnahmen.

Eine ungeplante Dosis und eine Überschreitung des Grenzwerts sind verschiedene Aussagen. Die Behörde berichtet hier von ungeplanter Exposition innerhalb der beruflichen Grenzen. Weshalb genau jede einzelne Dosis zustande kam, lässt sich aus dem veröffentlichten Faktenblatt nicht ablesen.

Warum die Anlage Tritium verwendet

Die Z-Maschine bündelt elektrische Energie in einem sehr kurzen Impuls. Dadurch entstehen starke Magnetfelder, die vorgewärmten Brennstoff zusammendrücken können. Sandia untersucht damit extreme Bedingungen und Fusionsreaktionen. Tritium ist eine radioaktive Form des Wasserstoffs und kann bei solchen Versuchen als Bestandteil des Brennstoffs dienen.

Das Labor beschrieb bereits 2016, dass der Umgang mit Tritium und die Abschirmung von bei Versuchen entstehenden Neutronen besondere Anforderungen stellen. Die Darstellung von Sandia erklärt die Technik; sie beschreibt nicht die Ursache des Vorfalls von 2024.

Was seit dem Vorfall geändert wurde

Sandia hat nach Angaben der Aufsicht seit 2024 einige Arbeiten an entfernte Orte verlagert und Anforderungen an die Strahlungsüberwachung sowie Evakuierungsverfahren überarbeitet. Die NNSA erklärt, sie habe diese Schritte zum Schutz der Beschäftigten geprüft. Gemeinsam mit dem Betreiber prüfe sie weitere mögliche Schutzmaßnahmen.

Schematisch getrennter Versuchsbereich und Bedienraum.
Räumliche Trennung kann Beschäftigte schützen; schematische Darstellung. (Quelle: KI generiert)

Räumliche Trennung ist ein nachvollziehbares Schutzprinzip: Muss eine Tätigkeit nicht direkt am Versuchsbereich stattfinden, kann sie von einem anderen Ort aus erfolgen. Welche einzelnen Arbeiten Sandia verlegt hat, führt das Faktenblatt nicht aus.

Quellen

Für diesen Artikel wurden KI-gestützte Recherche- und Editierwerkzeuge verwendet. Der Inhalt wurde redaktionell geprüft.