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Die Pfandflasche mit nur einem Leben: Warum Rückgabe noch kein Mehrweg ist

Pfand bringt Flaschen zurück. Erst danach entscheidet sich, ob derselbe Behälter wieder befüllt oder nur sein Material recycelt wird. Woran man Mehrweg erkennt.

Von Wolfgang

24. Sep. 20263 Min. Lesezeit

Die Pfandflasche mit nur einem Leben: Warum Rückgabe noch kein Mehrweg ist

Am Pfandautomaten sehen zwei Flaschen gleich aus: Beide verschwinden hinter der Klappe, für beide gibt es Geld zurück. Erst danach trennt sich ihr Weg. Die Einwegflasche wird als Material recycelt. Die Mehrwegflasche soll als Flasche zurückkehren – gereinigt, erneut befüllt und wieder verkauft. Wer nur auf das Pfand achtet, sieht diesen Unterschied nicht. Dabei entscheidet er darüber, ob ein Behälter ein zweites Leben bekommt.

Was nach dem Automaten passiert

Bei einer Einweg-PET-Flasche ist die Rückgabe der Anfang des Recyclings. Ihr Kunststoff wird gesammelt und verarbeitet; daraus kann auch Material für neue Flaschen werden. Die ursprüngliche Flasche bleibt dabei nicht erhalten. Bei Mehrweg geht es gerade darum, den Behälter heil zurück zum Abfüller zu bringen, zu reinigen und wieder zu befüllen. Das Bundesumweltministerium erklärt deshalb ausdrücklich: Auch eine Einwegflasche kann Pfand tragen.

Schematischer Vergleich: Glasflasche wird gereinigt und wiederbefüllt, PET-Einwegflasche wird zerkleinert und als Material verarbeitet
KI-generierte Illustration der beiden Wege nach der Rückgabe. Sie zeigt keine Mengenverhältnisse oder gemessene Umweltbilanz.

Wie leicht sich Einsammeln und Wiederverwenden verwechseln lassen, zeigen zwei Befunde. Eine Stoffstromanalyse erfasste 2023 fast das gesamte Gewicht der PET-Getränkeflaschen in Wertstoffsammlungen. Trotzdem steckten laut Umweltbundesamt 2024 nur 34,5 Prozent des verkauften Getränkevolumens in Mehrwegverpackungen. Das sind verschiedene Jahre und Messgrößen; die Werte lassen sich nicht voneinander abziehen. Zusammen zeigen sie aber, warum eine gut organisierte Rückgabe noch keine häufige Wiederbefüllung bedeutet.

Eine Flasche braucht einen Rückweg

Mehrweg beginnt nicht mit dem Etikett. Der Behälter muss nach der Rückgabe wieder beim Abfüller ankommen, die Reinigung überstehen und erneut genutzt werden. Das ist mehr Arbeit als das Sammeln von Material. Ob genau diese Wege und Kosten die niedrige deutsche Mehrwegquote erklären, misst die Getränkebilanz nicht. Sie zeigt das Ergebnis, keine vollständige Ursachenliste.

Für den Einkauf ist der Unterschied einfacher zu erkennen als am Automaten: Am Regal muss „Einweg“ oder „Mehrweg“ stehen. 25 Cent Pfand weisen auf Einweg hin, 8 oder 15 Cent meist auf Mehrweg. Auch eine Flasche im Getränkekasten ist nicht automatisch wiederbefüllbar. Entscheidend ist die Kennzeichnung, nicht der bloße Umstand, dass man sie zurückgeben kann.

Ist wiederbefüllen automatisch besser?

Eine Mehrwegflasche erspart bei jedem Umlauf die Herstellung eines neuen Behälters. Sie ist aber oft schwerer, fährt zurück und wird gespült. Wie die Umweltbilanz ausfällt, hängt deshalb davon ab, wie oft sie genutzt wird und welche Wege und Reinigung dazugehören. In Ökobilanz-Szenarien der EU-Forschungsstelle JRC schnitten Mehrweg-Glasflaschen in den meisten untersuchten Umweltkategorien günstiger ab; die Studie zeigt zugleich, dass solche Ergebnisse nicht für jede Verpackung gelten. Auch das Bundesumweltministerium nennt häufige Nutzung, kurze Wege und effizientes Spülen als wichtige Bedingungen.

Der Pfandautomat kann eine Flasche zurückholen. Einen zweiten Umlauf kann er nicht garantieren. Dafür muss aus der zurückgegebenen Flasche wieder eine gefüllte Flasche werden – und genau das ist der Unterschied zwischen Recycling und Mehrweg.

Das Titelbild ist eine KI-generierte Illustration der beiden möglichen Wege einer Pfandflasche.

Quellen

Für diesen Artikel wurden KI-gestützte Recherche- und Editierwerkzeuge verwendet. Der Inhalt wurde redaktionell geprüft.