Technik

Wie OpenAI Rechenzentren bei Netzstress drosseln will

OpenAI will künftige Rechenzentren bei Netzstress drosseln. Ein geplanter Standort in Georgia zeigt, wie die Lastflexibilität aussehen soll.

Von Wolfgang

03. Nov. 20263 Min. Lesezeit

Rechenzentrum und Stromleitungen neben der Artikelüberschrift

Wenn an einem heißen Tag viele Klimaanlagen laufen, steigt der Strombedarf gleichzeitig. OpenAI will für solche Engpässe bei künftigen US-Rechenzentren einen Teil seiner Nachfrage zurücknehmen. Das am 2. November vorgestellte Programm „Grid Protectors“ soll dafür Vereinbarungen mit Versorgern und Behörden schaffen.

Ein geplantes Rechenzentrum in Georgia dient als Vorbild. Dort hat OpenAI laut dem Versorger Georgia Power zugesagt, seine Nachfrage bei Bedarf um bis zu 1.000 Megawatt zu senken. Die Anlage ist noch in Entwicklung. Die Zahl beschreibt eine vereinbarte Obergrenze, keine bereits gemessene Entlastung.

Weniger Nachfrage zur richtigen Zeit

Ein Stromnetz muss Angebot und Nachfrage laufend zusammenbringen. Wird zu einer Belastungsspitze weniger Strom abgenommen, steht in diesem Moment mehr Spielraum für andere Verbraucher zur Verfügung. Bei der sogenannten flexiblen Last geht es also darum, den Bezug zeitweise zu verändern. Das Rechenzentrum wird damit nicht selbst automatisch zu einem Kraftwerk.

Schema zum Strombezug eines Rechenzentrums im Normalbetrieb und bei Netzstress
Eine geringere Last kann die Nachfrage in einer Netzspitze senken. Die Darstellung ist schematisch. (Quelle: KI generiert)

OpenAI beschreibt das Programm als Rahmen für zukünftige Standorte. Wie viel Leistung jeweils reduziert werden kann, wie schnell das geschehen muss und wie lange die Reduktion dauert, soll vor Ort vereinbart werden. Je nach Standort und vorhandener Technik kommen laut Unternehmen auch Speicher oder eigene Stromerzeugung infrage. Batterien und Steuerungen sollen Änderungen der Nachfrage glätten können.

Ein konkretes Betriebsrezept für alle Anlagen nennt die Ankündigung nicht. Für die Wirkung ist aber genau diese Ausgestaltung entscheidend: Eine Leistung, die nur kurz oder erst spät sinkt, hilft in einer anderen Situation als eine schnell verfügbare und länger durchhaltbare Reduktion. Das Programm selbst nennt dafür keine einheitlichen Werte.

Was die Zusage in Georgia bedeutet

Für den geplanten Campus im Effingham County erwartet Georgia Power einen Leistungsbedarf von ungefähr 3.200 Megawatt. Die vereinbarte flexible Nachfrage von bis zu 1.000 Megawatt ist ein Teil davon. Megawatt beschreiben hier eine Leistung zu einem Zeitpunkt; daraus allein lässt sich nicht ablesen, wie viel Energie über Stunden eingespart wird.

Der Versorger soll bei hoher Nachfrage den Strombezug der Anlage verringern können. Nach Angaben von Georgia Power wurde der Vertrag im August im regulatorischen Verfahren genehmigt. OpenAI will die Infrastruktur bezahlen, die zur Versorgung des Projekts benötigt wird. Der Standort muss jedoch erst entstehen und den vereinbarten Betrieb aufnehmen.

Die Zahl von bis zu 1.000 Megawatt ist deshalb weder eine jederzeit garantierte Verringerung noch ein Nachweis, dass diese Leistung schon im Netz zur Verfügung steht. Sie bezeichnet die maximale zugesagte flexible Nachfrage für das konkrete Projekt. Welche Abrufe später tatsächlich erfolgen, hängt von den Vereinbarungen und dem Betrieb ab.

Entlastung ist nicht gleich Ausbauersatz

Für Stromkunden ist neben der Versorgung auch die Kostenverteilung wichtig. Neue Leitungen und andere Anlagen kosten Geld, selbst wenn sie nicht in jeder Stunde voll ausgelastet sind. OpenAI argumentiert, dass ein großer Kunde Infrastruktur mitfinanzieren und zugleich die Nachfrage zu Spitzenzeiten reduzieren könne. Ob und in welchem Umfang andere Kunden dadurch profitieren, hängt von den jeweiligen Verträgen und der Entwicklung des Netzes ab.

Georgia Power nennt für sein gesamtes Portfolio von Großkundenverträgen eine prognostizierte jährliche Entlastung ab 2029. Diese Schätzung betrifft mehrere Verträge und erwartetes Wachstum, nicht allein OpenAIs Standort. Sie ist eine Prognose des Versorgers und kein bereits realisierter Einspareffekt.

Auch OpenAI räumt ein, dass flexible Nachfrage Investitionen in neue Stromerzeugung und Übertragungsnetze nicht ersetzt. Das Programm soll ergänzen, was gebaut werden muss. Für Georgia lässt sich später am tatsächlichen Einsatz ablesen, wie oft und wie lange die vereinbarte Lastreduktion im Alltag des Stromsystems nutzbar ist.

Quellen

Für diesen Artikel wurden KI-gestützte Recherche- und Editierwerkzeuge verwendet. Der Inhalt wurde redaktionell geprüft.