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Alte Festplatten als Rohstoffquelle für neue Produkte.

Fraunhofer und Partner testen zwei Verfahren, um Rohstoffe aus Festplattenmagneten für neue Produkte aufzubereiten.

Von Wolfgang

03. Nov. 20263 Min. Lesezeit

Festplatte, Magnet und Artikelüberschrift

In einer alten Computerfestplatte steckt mehr als ein Datenträger: Ihr Magnet enthält unter anderem Neodym, Eisen und Bor. Forschende wollen diese Stoffe zurückgewinnen und für neue Produkte aufbereiten. Das Fraunhofer-Institut IKTS und Projektpartner testen dafür zwei unterschiedliche Verfahren. Eine Pilotanlage ist geplant.

Der Ansatz heißt NEO-CYCLE und konzentriert sich auf ausgediente Festplattenlaufwerke, sogenannte HDDs. Die enthaltenen Magnete gehören zu einer Familie besonders starker Dauermagnete. Solche Magnete kommen auch in Elektrofahrzeugen und Windenergieanlagen vor. Im Projekt geht es zunächst um die Abfälle aus Festplatten, nicht um einen bereits laufenden Recyclingkreislauf für alle diese Anwendungen.

Warum der Magnet schwer zu verwerten ist

Ein Magnet aus Neodym, Eisen und Bor ist ein zusammengesetzter Werkstoff. Wer seine Bestandteile einzeln nutzen will, muss sie zunächst aus diesem Verbund lösen und anschließend trennen. Für neue Magnete wäre laut Fraunhofer eine besonders hohe Reinheit nötig. Genau diese Anforderung wirtschaftlich zu erreichen, sei schwierig.

Das Projekt verfolgt deshalb auch andere Verwendungswege. Die gewonnenen Stoffe sollen nach weiterer Aufbereitung beispielsweise in der chemischen Industrie, für Düngemittel oder in pharmazeutischen Produkten eingesetzt werden können. Das wäre eine andere Form der Kreislaufführung als die unmittelbare Herstellung eines neuen Magneten aus dem alten.

Zwei Wege aus demselben Ausgangsmaterial

Beim ersten Ansatz, der Feststoffchlorierung, wird der Magnetmischung Ammoniumchlorid zugesetzt. Der Partner TU Bergakademie Freiberg behandelt das Gemisch mit Wärme. Dabei entstehen nach Angaben der Forschenden Metallchloride und eine Ammoniaklösung. Das Verfahren ist laut Fraunhofer bereits patentiert und wird bei Leuchtstofflampen eingesetzt. Jetzt prüfen die Beteiligten, wie gut es sich für Magnete eignet.

Das Institut berichtet, dass sich die Metallchloride so effizient aus dem Material lösen lassen. Eine nahezu vollständige Metallextraktion bei vergleichsweise geringem Chemikalienverbrauch ist eine Projektangabe; konkrete Vergleichswerte nennt die Mitteilung dafür nicht.

Zwei schematische Wege zur Aufbereitung von Festplattenmagneten
NEO-CYCLE untersucht zwei alternative Wege für Magnetmaterial aus Festplatten. Die Darstellung ist schematisch. (Quelle: KI generiert)

Der zweite Weg nutzt eine elektrochemische Zelle. Die Forschenden geben pulverisierte Magnetabfälle in ein Reaktionsmedium, etwa verdünnte Schwefelsäure. Dort wird zunächst eine Bor-Lösung gewonnen und später aufkonzentriert. Fraunhofer nennt Anwendungen für diese Lösung in der chemischen und pharmazeutischen Industrie.

Nach dem Lösen kommt die Trennung

Aus dem ersten Reaktionsschritt entsteht noch kein sortenreines Endprodukt. Fraunhofer IKTS arbeitet deshalb an der nachgelagerten Trennung. Bei einem hydrometallurgischen Verfahren werden Stoffe über flüssige Lösungen aufbereitet und gezielt voneinander getrennt. Das Team will so zunächst Neodym und Eisen abtrennen und anschließend reine Metallsalze gewinnen.

Das erklärt auch, warum die Wahl des ersten Schritts wichtig ist: Er muss Material in eine Form bringen, mit der die weitere Trennung arbeiten kann. Die beiden Ansätze werden laut Fraunhofer getestet, um eine geeignete Technologie zu identifizieren. Welcher Weg sich im größeren Maßstab durchsetzt, steht damit noch nicht fest.

Vom Versuch zur geplanten Anlage

NEO-CYCLE wird durch das EU-Programm Horizon Europe gefördert und ist auf vier Jahre angelegt. Eine Pilotanlage ist nach Angaben des Instituts bereits geplant. Eine solche Anlage soll den Schritt über die bisherigen Versuche hinaus ermöglichen; die Mitteilung beschreibt sie nicht als bereits laufenden kommerziellen Betrieb.

Für die praktische Bedeutung wird entscheidend sein, wie sich Sammlung, Aufbereitung und Trennung zusammen betreiben lassen. Die Mitteilung liefert keine belastbare Gesamtrechnung zu Kosten oder Umweltwirkung. Belegt ist der technische Forschungsansatz: Aus einem ausgedienten Bauteil sollen mehrere getrennte Stoffströme entstehen, die andere Industrien weiterverwenden können.

Quellen

Für diesen Artikel wurden KI-gestützte Recherche- und Editierwerkzeuge verwendet. Der Inhalt wurde redaktionell geprüft.