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Neuer Meteosat zeigt erste Wetterbilder im schnellen Takt

Der neue Satellit MTG-I2 zeigt erste Aufnahmen. Warum sein schneller Blick auf Europa die Wetterbeobachtung ergänzen soll.

Von Wolfgang

08. Nov. 20263 Min. Lesezeit

Illustration eines Wettersatelliten über Europa

Ein neuer europäischer Wettersatellit hat seinen ersten Blick auf Europa und Afrika geschickt. Die Aufnahmen von MTG-I2 zeigen unter anderem Nebel über Mitteleuropa und Wolken über dem Mittelmeer. Sein besonderes Werkzeug soll künftig alle zweieinhalb Minuten einen neuen Blick auf Europa und Nordafrika liefern.

Die Europäische Weltraumorganisation ESA veröffentlichte die ersten Bilder am 6. November. Der Satellit wird noch kalibriert und überprüft; seinen regulären Betrieb erwartet die ESA im zweiten Quartal 2027. Die Bilder zeigen also bereits, was das Instrument sehen kann, sind aber noch nicht der Beginn des operationellen Dienstes.

Ein kleinerer Ausschnitt, häufiger beobachtet

MTG-I2 gehört zur dritten Generation der europäischen Meteosat-Wettersatelliten. Sein bildgebendes Instrument heißt Flexible Combined Imager, kurz FCI. Es kann unterschiedliche Ausschnitte der Erde abtasten. Für den schnellen Dienst konzentriert es sich auf Europa und Nordafrika, statt jedes Mal die gesamte sichtbare Erdscheibe zu erfassen.

Das erklärt den Zeitunterschied: Der erste Satellit der neuen Generation, MTG-I1, liefert mit seinem Instrument eine Aufnahme der gesamten sichtbaren Erdscheibe alle zehn Minuten. MTG-I2 soll den kleineren Bereich dagegen alle zweieinhalb Minuten erfassen. Die beiden Ansichten ergänzen sich: Die eine zeigt das größere Bild, die andere verfolgt Veränderungen über Europa in kürzeren Abständen.

Vergleich der gesamten Erdscheibe mit dem schnell beobachteten Ausschnitt Europa und Nordafrika
Die Satelliten teilen sich zwei Aufgaben: Überblick und schnellerer Blick auf einen kleineren Ausschnitt. Schematische Darstellung. (Quelle: KI generiert)

Für Wetterdienste ist die zeitliche Folge entscheidend. Eine einzelne Aufnahme zeigt, wo Wolken gerade liegen. Eine Reihe kürzer aufeinanderfolgender Bilder lässt besser erkennen, wie sich eine Wolkenstruktur bewegt und verändert. Gerade bei rasch entstehenden Wettersystemen können zusätzliche Beobachtungszeitpunkte helfen, ihre Entwicklung enger zu verfolgen. Wie viel eine konkrete Warnung davon profitiert, hängt aber auch von der weiteren Auswertung und der jeweiligen Wetterlage ab.

Was auf den ersten Bildern zu sehen ist

Die von der ESA gezeigte Animation umfasst 45 Stunden ab dem 3. November. Darin bleiben Nebel und tiefe Wolken über Teilen Mitteleuropas liegen. Über dem Mittelmeer wachsen hochreichende Wolken, während sich über dem Atlantik Wolken in verschiedenen Höhen in unterschiedliche Richtungen bewegen. Am 3. November ist nach Angaben der ESA außerdem eine Rauchfahne eines Waldbrands in Zentralportugal zu erkennen.

Solche Bildfolgen zeigen nicht nur einzelne Formen. Sie machen sichtbar, dass die Atmosphäre in mehreren Schichten zugleich in Bewegung ist. Ein schnellerer Takt kann die Lücken zwischen zwei Beobachtungen verkleinern. Er ersetzt jedoch weder Messungen am Boden noch die Arbeit der Wetterdienste, die verschiedene Daten für ihre Einschätzung zusammenführen.

Ein fester Blick aus großer Höhe

Der Satellit befindet sich in einer geostationären Umlaufbahn, rund 36.000 Kilometer über der Erde. Dort umläuft er die Erde im Takt ihrer Drehung und bleibt dadurch über derselben Region. Anders als ein Satellit, der bei jedem Umlauf einen neuen Streifen überfliegt, kann er denselben Ausschnitt fortlaufend beobachten.

MTG-I2 startete laut ESA am 27. August 2026. Mit ihm ist die erste Gruppe aus drei Satelliten der neuen Generation vollständig. Bis aus den ersten Aufnahmen ein regulärer Dienst wird, stehen noch Kalibrierung und Validierung an. Dabei werden die Daten überprüft und das Instrument für den Einsatz vorbereitet. Erst danach soll der schnelle Blick zur laufenden europäischen Wetterbeobachtung beitragen.

Quelle

Für diesen Artikel wurden KI-gestützte Recherche- und Editierwerkzeuge verwendet. Der Inhalt wurde redaktionell geprüft.