Erneuerbare Energien

Wie fahrerlose Elektrofahrzeuge ein Lebensmittelwerk versorgen

Vier autonome Elektrofahrzeuge sollen bei Lorenz Waren zwischen Produktion und Lager bewegen. So ist die Flotte organisiert.

Von Wolfgang

08. Nov. 20263 Min. Lesezeit

Autonomes Elektrofahrzeug zwischen Werk und Lager

Zwischen Produktion und Lager eines Snackherstellers in der Oberpfalz fahren künftig vier elektrische Transportfahrzeuge ohne Fahrerkabine. Lorenz und der schwedische Anbieter Einride haben die Flotte Anfang November am Standort Neunburg vorm Wald vorgestellt. Die Fahrzeuge bewegen Waren auf dem privaten Werksgelände; Menschen überwachen den Betrieb vor Ort und aus der Ferne.

Das Projekt zeigt, wie sich autonomes Fahren auf eine klar umrissene Aufgabe zuschneiden lässt: Wiederkehrende Transporte verbinden zwei Stationen, während eine Software die Fahrten koordiniert. Zwei gewöhnliche Elektro-Lkw stehen als Reserve bereit, falls ein autonomes Fahrzeug ausfällt.

Was die Fahrzeuge transportieren

Auf dem Werksgelände müssen Fertigwaren aus der Produktion zum Zentrallager gelangen. In die andere Richtung und zwischen den Betriebsbereichen fallen auch Transporte von Rohstoffen und leeren Paletten an. Laut Einride sollen die vier kabinenlosen Fahrzeuge diese Wege übernehmen. Am 4. November konnten eingeladene Gäste sie bereits im laufenden Werksbetrieb sehen.

Eine Fahrt kann nach Angaben der Projektpartner 15 Paletten aufnehmen. Für eine Tour veranschlagen sie je nach Betriebsablauf etwa 30 bis 45 Minuten. Im Durchschnitt sollen die Fahrzeuge zusammen täglich bis zu 1.200 Paletten bewegen; in Spitzenzeiten könne das Volumen höher liegen. Das ist die angekündigte Auslegung, kein veröffentlichter Messwert aus einem langfristigen Betrieb.

Schematischer Warenfluss zwischen Produktion und Zentrallager mit menschlicher Aufsicht
Fertigwaren, Rohstoffe und Leerpaletten bewegen sich zwischen Produktion und Lager. Die Darstellung ist schematisch. (Quelle: KI generiert)

Autonom fahren, gemeinsam planen

Das Fahrzeug braucht bei seiner Fahrt keine Person in einer Kabine. Damit die Flotte trotzdem in die Abläufe des Werks passt, müssen Transportaufträge und verfügbare Fahrzeuge zusammenkommen. Diese Planung und Abstimmung übernimmt nach Angaben der Unternehmen Einrides Softwareplattform Saga. Sie koordiniert die autonomen Transportprozesse.

Autonom bedeutet hier nicht, dass der gesamte Betrieb ohne Menschen auskommt. Lorenz beschreibt eine kontinuierliche Begleitung durch Personal vor Ort und aus der Ferne. Welche Eingriffe in welcher Situation nötig werden und welche Sensoren an diesem Standort konkret verwendet werden, erläutern die Projektpartner in ihrer Mitteilung nicht.

Auch die Reserve gehört zum Konzept. Können einzelne autonome Fahrzeuge vorübergehend nicht fahren, sollen zwei konventionelle elektrische Lkw die Transportabläufe absichern. Die Alternative ist also bereits eingeplant, statt einen Ausfall erst während des Betriebs lösen zu müssen.

Ein Dienst für fünf Jahre

Die Fahrzeuge bleiben Eigentum von Einride. Das Unternehmen betreibt und steuert sie auf Grundlage eines Transportvertrags; das Projekt ist auf fünf Jahre angelegt. Lorenz will die Lösung nach eigenen Angaben dauerhaft in die Werkslogistik einbinden. Die Laufzeit des Vertrags und das Ziel eines dauerhaften Einsatzes sagen allerdings noch nichts darüber aus, wie zuverlässig oder wirtschaftlich die Flotte über Jahre arbeiten wird.

Der elektrische Antrieb verändert zudem, wo Emissionen entstehen. Beim Fahren auf dem Gelände entstehen keine Abgase. Wie stark die gesamte Klimabilanz gegenüber den bisherigen Dieseltransporten sinkt, hängt unter anderem von Strom und Fahrzeugbetrieb ab; eine gemessene Gesamtersparnis nennen die Mitteilungen nicht. Für die Werkslogistik ist zunächst entscheidend, ob die Fahrten zuverlässig zum Takt von Produktion und Lager passen.

Für das zugrunde liegende Konzept „PATHFINDER“ erreichte Lorenz nach Unternehmensangaben im Oktober den dritten Platz beim Deutschen Logistik-Preis. Der Anwendungsfall bleibt dabei klar begrenzt: Die beschriebenen Fahrten finden auf einem privaten Betriebsgelände statt. Aus ihnen lässt sich nicht ableiten, dass dieselben Fahrzeuge bereits beliebige öffentliche Straßen ohne weitere Voraussetzungen befahren können.

Quellen

Für diesen Artikel wurden KI-gestützte Recherche- und Editierwerkzeuge verwendet. Der Inhalt wurde redaktionell geprüft.