Was belastet Unternehmen stärker: Vorschriften, Energie oder Personal? In einer am 21. September veröffentlichten ifo-Auswertung nennen 50 Prozent der antwortenden Betriebe Bürokratie und Regulierung als Standortproblem. Energiekosten folgen mit 27 Prozent, Arbeitskosten mit 22 Prozent. Das ist eine Rangfolge genannter Probleme, keine Rechnung über deren finanziellen Schaden.
Die Ergebnisse stammen aus einer Sonderfrage vom Juli 2026. Ausgewertet wurden 4.449 Antworten aus Industrie, Bau, Handel und Dienstleistungen. Die Unternehmen konnten frei formulieren; das ifo-Institut ordnete die Texte anschließend Themenfeldern zu. Mehrere Nennungen waren möglich. Die Prozente beziehen sich auf jene Unternehmen, die diese Frage beantworteten.
Eine Sorgenliste ist keine Kostenrechnung
Zum Vergleich: Der Bürokratiekostenindex des Statistischen Bundesamts betrachtet einen enger umrissenen Gegenstand. Er erfasst den Aufwand für Informationspflichten aus Bundesrecht, etwa Anträge, Meldungen oder Nachweise. Hier geht es darum, welche Belastung bestimmte Pflichten erzeugen, nicht darum, welches Problem einem Unternehmen besonders wichtig erscheint.

Auch dieser Index deckt nicht den gesamten Aufwand gesetzlicher Vorgaben ab. Destatis unterscheidet ihn vom umfassenderen Erfüllungsaufwand. Darin zählen beispielsweise auch vorgeschriebene Überwachungsmaßnahmen, geänderte interne Abläufe oder erforderliche Anschaffungen. Schon bei amtlichen Zahlen entscheidet also die Definition darüber, was überhaupt mitgezählt wird.
Für die neue Umfrage heißt das: Bürokratie wird besonders häufig als Problem benannt. Wie teuer sie im Vergleich zu Energie tatsächlich ist, lässt sich daraus nicht ablesen. Die beiden Fragen passen auf denselben Schreibtisch, aber nicht in dieselbe Rangliste.
Das Titelbild ist ein KI-generiertes Symbolbild.
Quellen
- ifo Institut: Jedes zweite Unternehmen sieht Bürokratie als größtes Standortproblem, 21. September 2026.
- Statistisches Bundesamt: Bürokratiekostenindex, Methodenbeschreibung, Seitenstand 19. Mai 2026.
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