
Mit Version 2026.11 wird der Community Store HACS fest in Home Assistant eingebaut. Gleichzeitig ändern sich die Entitätsnamen auf vielen Dashboards. Nutzer sollten das Update deshalb vorbereiten.
Home Assistant hat am 4. November 2026 die Version 2026.11 veröffentlicht. Nach Angaben der Entwickler ist es das bisher größte Release des Projekts. Die wichtigste Änderung betrifft alle, die Erweiterungen aus der Community nutzen. Der Community Store HACS ist jetzt als Marketplace fest eingebaut.
Kurz gesagt
Wer HACS nutzt, muss vor dem Update nichts installieren, denn Home Assistant übernimmt alle Erweiterungen beim ersten Start automatisch in den Marketplace. Vorher lohnt ein vollständiges Backup, weil HACS dabei entfernt wird und sich auf dieser Version nicht mehr separat installieren lässt. Wer Z-Wave, Templates mit HACS-Bezug oder Fernzugriff über öffentliche Adressen nutzt, sollte die Hinweise zu den inkompatiblen Änderungen vorab lesen.
Was sich mit Version 2026.11 ändert
Home Assistant ist eine quelloffene Software für die lokale Steuerung von Smart-Home-Geräten. Neue Hauptversionen erscheinen monatlich und tragen Jahr und Monat im Namen. Auf 2026.9 und 2026.10 folgt nun 2026.11.
Laut den Versionshinweisen bringt das Release 38 neue Integrationen. Franck Nijhof, der die Versionshinweise verfasst hat, spricht vom größten Release, das das Projekt je ausgeliefert hat. Die Neuerungen reichen von Automationen und Dashboards bis zu Backups und mehreren Funkstandards.
Für Nutzer zählen vor allem drei Punkte. HACS wird zum eingebauten Marketplace. Entitäten werden neu benannt, was auf vielen Dashboards sichtbar wird. Dazu kommen inkompatible Änderungen in einzelnen Integrationen, etwa bei Z-Wave und beim Fernzugriff.
Ein Korrektur-Update 2026.11.1 lag beim Abruf der Quellen am 7. November 2026 noch nicht vor. Das zeigt die Release-Liste des Projekts auf GitHub. Neuester Stand war dort die Version 2026.11.0.
Aus HACS wird der Marketplace
HACS steht für Home Assistant Community Store. Über diesen Store kamen bisher Erweiterungen aus der Community ins System, etwa eigene Integrationen, Dashboard-Karten und Themes. Bislang musste der Store separat installiert werden.
Mit 2026.11 ist der Store als Marketplace Teil von Home Assistant. Er liegt in den Einstellungen und funktioniert mit jeder Installationsart, auch mit Home Assistant Container. Alle Inhalte im Marketplace sind kostenlos, und das soll laut Projekt so bleiben.
Für Installationen und Updates aus dem Katalog ist kein GitHub-Konto mehr nötig. Neue Integrationen landen nach dem Klick auf Installieren direkt im Einrichtungsdialog, ohne Neustart. Updates von Integrationen brauchen weiterhin einen Neustart, an den eine Reparaturmeldung erinnert.
Jedes installierte Projekt erhält eine eigene Update-Entität. Updates erscheinen damit neben den Updates von Home Assistant selbst. Der Marketplace prüft den Katalog alle 6 Stunden auf neue Versionen.
Wichtig ist der Warnhinweis beim ersten Öffnen. Laut Dokumentation werden Inhalte im Marketplace vom Projekt weder geprüft noch auditiert noch unterstützt. Sie laufen innerhalb von Home Assistant und können auf das Zuhause, die Daten und das darunterliegende System zugreifen. Erst nach der Bestätigung lassen sich Inhalte installieren oder aktualisieren.
Die Dokumentation rät, vor jeder Installation den Autor, die jüngste Projektaktivität und die Rückmeldungen der Community anzusehen. Das galt für HACS genauso. Neu ist, dass die Installationshürde wegfällt. Umso wichtiger wird die Prüfung vor dem Klick.
Was bei der Migration passiert
Wer HACS nutzt, muss vor dem Update nichts tun. Home Assistant überträgt die HACS-Inhalte beim ersten Start nach dem Update automatisch. Alles Installierte bleibt installiert und erhält weiter Updates.
Eigene Repositories und Update-Entitäten werden mit Namen, Bereichen und Labels übernommen. Die HACS-Integration wird samt ihren Dateien entfernt. Lesezeichen auf die alte HACS-Seite öffnen künftig den Marketplace.
Der HACS-Installer endet mit Version 2026.11. Eine separate HACS-Installation ist auf dieser Version nicht mehr möglich, und das alte HACS erhält keine neuen Versionen mehr. Für den Weg zurück zu einem früheren Stand verweist die Dokumentation auf das Zurückspielen eines Backups.
Bei der Übernahme ändern sich allerdings einige Dinge. AppDaemon-Apps und Python-Skripte verwaltet der Marketplace nicht mehr. Ihre Dateien bleiben und funktionieren weiter, erhalten aber keine Updates mehr aus dem Marketplace.
Eigene Repositories ohne hacs.json-Datei bleiben installiert, lassen sich aber nicht mehr aktualisieren. Dashboard-Ressourcen liegen nun unter /local/community/. Die alten Pfade unter /hacsfiles/ funktionieren weiter, bei einer Konfiguration in YAML erinnert eine Reparaturmeldung an die Umstellung.
Wer eigene Templates schreibt, sollte nach HACS-Bezügen suchen. Ein Template mit integration_entities(‘hacs’) findet nach dem Update nichts mehr. Richtig ist dann integration_entities(‘marketplace’).
Für Nutzer mit eigenen Werkzeugen gibt es einen weiteren Bruch. Befehle der HACS-Schnittstelle unter hacs/ liefern einen unbekannten Befehl zurück. Der Marketplace bringt eigene Befehle unter marketplace/ mit einem anderen Format mit.
Ein GitHub-Konto braucht nur, wer eigene Repositories per Link hinzufügt. Die Verbindung läuft über die Geräteanmeldung von GitHub, das Passwort wird nicht in Home Assistant eingegeben. Sie liest nach Angaben des Projekts nur öffentliche Informationen und hat keinen Zugriff auf private Repositories. Mit dieser Verbindung prüft der Marketplace eigene Repositories alle 48 Stunden.
Neue Entitätsnamen auf dem Dashboard
Die zweite große Änderung betrifft die Benennung. Eine Entität bekommt künftig nur ihren eigenen Namen, etwa Temperatur. Home Assistant ergänzt den Kontext aus Gerät und Bereich dort, wo er hilft.
Standardmäßig steht der Gerätename davor. Die Temperatur eines Thermostats im Schlafzimmer erscheint so als Thermostat Temperatur. Karten können zusätzlich den Bereich anzeigen.
Das Projekt bezeichnet die Änderung ausdrücklich als nicht rückwärtskompatibel. Karten, Badges und Zeilen ohne eigenen Namen zeigen nun Gerätename und Entitätsname statt des bisherigen Anzeigenamens. Auf Dashboards fällt das am stärksten auf.
Die Entitäts-IDs bleiben gleich. Automationen, Skripte, Szenen und Dashboards funktionieren deshalb weiter. Selbst vergebene Namen übernimmt Home Assistant bei der Migration.
Ändert sich ein angezeigter Name, bleibt der alte Name als Alias für Sprachassistenten erhalten. Ein Befehl zum Einschalten des Deckenlichts funktioniert also weiter. Für Templates plant das Projekt die Abkündigung des Attributs friendly_name. Empfohlen werden stattdessen die Funktionen entity_name(), device_name() und area_name().
Zu lange Namen sind schnell gekürzt. Man benennt das Gerät oder die Entität um oder setzt auf der Karte einen eigenen Namen. Für die Entität, die das Gerät selbst darstellt, gibt es eine eigene Einstellung als Hauptentität.
Geräte mit mehreren Teilen, etwa Steckdosenleisten, erhalten nun je Teil ein eigenes Untergerät mit Namen und Bereich. Die Integrationen stellen darauf nach und nach um. Den Anfang machen Mehrkanal-Schalter von Tuya.
Inkompatible Änderungen vor dem Update prüfen
Die Versionshinweise listen zahlreiche inkompatible Änderungen in einzelnen Integrationen. Nicht jede betrifft jeden Haushalt. Vor dem Klick auf Aktualisieren lohnt sich trotzdem ein Blick in die Liste.
Wer Z-Wave nutzt, muss den zwave-js-server mindestens auf Version 3.11.0 bringen. Wer die Z-Wave-JS-App unter Home Assistant OS verwendet, braucht mindestens Version 1.9.0. Die Versionshinweise nennen diese Mindeststände als Voraussetzung für das Release.
Bei manchen Z-Wave-Geräten mit mehreren Endpunkten wandern Entitäten zudem auf eigene Untergeräte. Dadurch taucht der Name des Hauptgeräts in ihrem Namen nicht mehr auf. Betroffen sind nur Geräte, deren Endpunkte in der Gerätedatenbank als eigene Teile beschrieben sind.
Eine weitere Änderung betrifft den Fernzugriff. Wer Home Assistant über eine öffentliche IP-Adresse, eine globale IPv6-Adresse oder eine Tailscale-Adresse aufruft, muss eine passende Adresse im Browser nutzen. Schema, Host und Port müssen übereinstimmen, sonst scheitert die Anmeldung mit der Meldung Invalid client id.
Laut Projekt sind die meisten Installationen nicht betroffen. Abhilfe schafft ein Eintrag als vertrauenswürdiger Proxy in der HTTP-Integration oder der Zugriff über einen Domainnamen.
Auch Automationen können sich ändern. Bei Sonnen- und Kalender-Auslösern mit Versatz entscheidet nun das Vorzeichen, ob sie vor oder nach dem Ereignis auslösen. Wer solche Auslöser in YAML ohne offset_type geschrieben hat, muss das Vorzeichen umdrehen. Im Editor angelegte Auslöser sind nicht betroffen.
Was sonst neu ist
Automationen erhalten eine lange gewünschte Funktion. Ziele wie Bereiche, Etagen oder Labels lassen sich nun mit Ausnahmen versehen. Alle Lichter im Erdgeschoss außer der Küche sind damit ohne lange Einzelliste möglich.
Die Ausnahmen werden bei jeder Ausführung neu berechnet. Kommt später eine weitere Lampe in die Küche, bleibt auch sie außen vor. Das gilt für Auslöser, Bedingungen und Aktionen in Automationen und Skripten.
Backups und Medien lassen sich jetzt auch auf einer internen Festplatte oder einem USB-Laufwerk ablegen. Das Laufwerk muss bereits formatiert sein. Ein neuer Sensor zeigt die Größe des letzten erfolgreichen automatischen Backups an. Wie sich Backups grundsätzlich einrichten lassen, erklärt der Ratgeber Home Assistant Backups einrichten.
Dazu kommen Matter-Kameras mit Gegensprechfunktion, Unterstützung für das Funkprotokoll LoRaWAN und batterielose Schalter über Zigbee Green Power. Wer vor der Wahl des Funkstandards steht, findet Hintergründe im Beitrag Zigbee oder Matter 2026.
Checkliste vor dem Update
Wer Home Assistant im Alltag fest einsetzt, sollte das Update vorbereiten. Die folgenden Schritte ergeben sich aus den Versionshinweisen und der Dokumentation des Marketplace.
- Vollständiges Backup erstellen und an einem zweiten Ort sichern
- Liste der über HACS installierten Erweiterungen notieren
- Eigene Repositories ohne hacs.json-Datei heraussuchen
- AppDaemon-Apps und Python-Skripte künftig selbst aktuell halten
- Templates nach integration_entities(‘hacs’) durchsuchen
- Bei Z-Wave den Server auf mindestens 3.11.0 oder die App auf mindestens 1.9.0 bringen
- Fernzugriff über öffentliche Adressen oder Tailscale nach dem Update prüfen
- Dashboards nach dem Update auf geänderte Namen durchsehen
- Beim ersten Öffnen des Marketplace den Warnhinweis vollständig lesen
Wer keine Community-Erweiterungen nutzt und keine der genannten Integrationen betreibt, hat weniger Vorbereitung. Ein Backup bleibt dennoch sinnvoll. Welche Zentrale grundsätzlich zum eigenen Haushalt passt, vergleicht der Beitrag Home Assistant, Homey oder ioBroker.
Einordnung
Mit dem Marketplace holt das Projekt einen Baustein ins Kernsystem, der bisher separat lief. Für Einsteiger fällt damit eine technische Hürde weg. Die Verantwortung für installierten Community-Code liegt laut Dokumentation weiter beim Nutzer.
Sichtbarer ist der Eingriff bei der neuen Namenslogik. Sie soll wachsende Installationen langfristig übersichtlicher machen. Kurzfristig bedeutet sie Aufräumarbeit auf den Dashboards.
Wer mit Sprachassistenten oder KI-Anbindungen arbeitet, profitiert von den erhaltenen Aliasen. Wie sich Home Assistant mit Sprachmodellen verbinden lässt und welche Daten dabei fließen, beschreibt der Beitrag Home Assistant mit ChatGPT oder Claude verbinden. Warum lokale Steuerung schon im Frühjahr ein Thema war, zeigt der Rückblick auf Home Assistant 2026.5.
Wer nicht auf neue Funktionen angewiesen ist, kann ein Korrektur-Update abwarten. Wer sofort aktualisiert, sollte vorher sichern und danach Dashboards, Z-Wave und Fernzugriff prüfen.
Quellen
- Home Assistant Blog, 2026.11 A lot in store (Versionshinweise, 4. November 2026)
- Home Assistant Dokumentation, Marketplace-Integration und Umstieg von HACS
- Home Assistant Blog, Naming things in Home Assistant (3. November 2026)
- GitHub, home-assistant/core Release 2026.11.0
- Franck Nijhof, HACS is now the Home Assistant Marketplace
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