
Samsung baut die SmartThings-App um. Neu sind eine vorschlagende Startseite und eine lokale Steuerung, die auch bei gestörtem Internet funktioniert. Wer einen Hub besitzt oder Angehörige über Family Care begleitet, sollte einige Einstellungen kennen.
Samsung hat am 2. November 2026 in Deutschland das jüngste Update seiner Smart-Home-Plattform SmartThings vorgestellt. Angekündigt hatte der Konzern es am 6. Oktober 2026 weltweit. Im Mittelpunkt stehen die neue Startseite „SmartThings Now“ und eine Steuerung, die im eigenen WLAN ohne Umweg über die Cloud auskommt. Für viele Haushalte ist die lokale Steuerung die wichtigere Neuerung.
Kurz gesagt
SmartThings Now zeigt oben in der App Vorschläge, die zur aktuellen Situation passen sollen. Neu ist außerdem eine lokale Steuerung über einen SmartThings-Hub, die bei Internetstörungen weiter funktionieren soll. Nutzer sollten prüfen, ob ihr Hub dafür geeignet ist, welche Daten Family Care teilt und welche alten Routinen sich löschen lassen.
Was Samsung an der App ändert
SmartThings ist die Smart-Home-Plattform von Samsung. Nach Angaben des Unternehmens zählt sie weltweit 470 Millionen registrierte Nutzer. Mehr als 430 Marken tragen das Zertifikat „Works with SmartThings“. Die App steuert Fernseher, Haushaltsgeräte, Lampen und Sensoren dieser Hersteller an einem Ort.
Das Update betrifft drei Bereiche. Die Startseite der App wird neu geordnet und bekommt oben die Kacheln von SmartThings Now. Die Verbindung zwischen Smartphone und Hub läuft im Heimnetz künftig direkt. Hinzu kommt die Unterstützung für die neue Version 1.6 des Funkstandards Matter.
Die neue Startseite soll laut Samsung auf allen Geräten erscheinen, auf denen SmartThings läuft. Dazu zählen Smartphones, Smart TVs von Samsung, Kühlschränke der Reihe Family Hub, Haushaltsgeräte mit 7- oder 9-Zoll-Display und Windows-Rechner. Einen festen Termin für einzelne Geräte nennt Samsung nicht.
SmartThings Now schlägt Aktionen vor
SmartThings Now baut auf der bisherigen Funktion Home Insight auf. Die Kacheln verbinden eine Information mit einer passenden Aktion. Nähert sich ein Nutzer seinem in der App hinterlegten Zuhause, schlägt die App zum Beispiel vor, Licht und Luftreiniger schon vorab einzuschalten. Wer das annimmt, bekommt anschließend den Vorschlag, daraus eine feste Routine zu machen.
Die App wertet dafür die Nutzung der vergangenen Woche aus. Daraus leitet sie Vorschläge für die Favoriten auf der Startseite ab. Ein Gerät, das kaum noch genutzt wird, kann verschwinden. Eine Außenlampe, die in der dunklen Jahreszeit öfter geschaltet wird, kann dagegen hinzukommen.
Die Vorschläge bleiben unverbindlich. Nach Samsungs Beschreibung führt die App den Nutzer abhängig von seinen Entscheidungen zum nächsten Schritt. Ob eine Routine entsteht, entscheidet weiterhin der Nutzer. Für Haushalte mit vielen Geräten kann das die Suche nach einzelnen Funktionen verkürzen.
Alte Routinen aufräumen
Neu ist eine Übersicht namens Routine Insight. Sie zeigt, welche Routinen in der vergangenen Woche gelaufen sind. Nicht mehr benötigte Abläufe lassen sich dort prüfen und löschen. Erreichbar ist die Übersicht über SmartThings Now und über den Reiter Automatisierungen unter Vorschläge.
Das lohnt sich vor allem in gewachsenen Installationen. Vergessene Routinen schalten Geräte zu Zeiten, die niemand mehr braucht. Sie erschweren außerdem die Fehlersuche, wenn ein Gerät scheinbar grundlos reagiert. Ein Blick in die Übersicht nach dem Update ist deshalb sinnvoll.
Lokale Steuerung bei gestörtem Internet
Bisher liefen viele Befehle aus der SmartThings-App über die Server von Samsung. Fiel das Internet aus, ließ sich ein Gerät im Wohnzimmer oft nicht mehr per App schalten. Mit dem Update ändert sich das. Sind Smartphone und SmartThings-Hub im selben WLAN, spricht die App den Hub direkt an.
Samsung nennt zwei Vorteile. Die Reaktionszeit soll im Vergleich zur Cloud-Steuerung um rund 30 Prozent sinken. Bei kurzen Störungen der Internetverbindung soll die Bedienung möglich bleiben. Die Zahl beruht nach Samsungs Angaben auf eigenen Tests unter kontrollierten Bedingungen und kann im Alltag abweichen.
Die App wechselt automatisch zwischen lokaler Steuerung und Cloud. Zu Hause nutzt sie den direkten Weg zum Hub, unterwegs den Weg über das Internet. Eine überarbeitete Diagnoseseite soll helfen, Geräte wieder zu verbinden, die offline gegangen sind. Neue Netzwerkdaten werden dabei auf allen registrierten Geräten gleichzeitig übernommen.
Welche Geräte die lokale Steuerung können
Die lokale Steuerung setzt einen Hub voraus. Ohne eine solche Zentrale gibt es keinen lokalen Ansprechpartner für die App. Samsung nennt in seiner Mitteilung die folgenden Geräte.
| Gerät | Lokale Steuerung laut Samsung |
|---|---|
| SmartThings-App auf Android und iOS | Ja, als Bedienseite im selben WLAN |
| SmartThings Station | Ja |
| SmartThings Hub V2, V3 und V4 | Ja |
| Smart TVs von Samsung mit Hub-Funktion | Ja |
| Kühlschränke der Reihe Family Hub | Ja |
| Smartphone ohne Hub im Haushalt | Nein, Befehle laufen weiter über die Cloud |
Die technische Grundlage hat Samsung schon im September gelegt. Seit dem 8. September 2026 verteilt das Unternehmen die Hub-Firmware 0.62.7 schrittweise. Laut den Versionshinweisen kann die App damit direkt mit dem Hub sprechen, auch wenn dieser keine Verbindung zum Internet hat. Die Funktion hängt allerdings von einer aktuellen Version der App ab.
Am 2. November 2026 hat Samsung die Version 0.62.16 für die Hubs aus den Jahren 2015 und 2018 sowie den Aeotec Smart Home Hub verteilt. Sie behebt einen Fehler beim Hinzufügen von Z-Wave-Geräten. Während eines Updates startet der Hub neu und ist nach Samsungs Angaben meist weniger als eine Minute offline.
Was offline weiterhin nicht geht
Die lokale Steuerung hilft bei Störungen des Internetanschlusses. Sie hilft nicht, wenn das WLAN selbst ausfällt oder der Router keinen Strom hat. Dann erreichen sich Smartphone und Hub nicht mehr. Unterwegs bleibt die App ohnehin auf die Cloud angewiesen.
Auch Dienste, die Daten aus dem Internet brauchen, funktionieren ohne Verbindung nicht. Das betrifft etwa Sprachassistenten in der Cloud oder Benachrichtigungen an Angehörige außer Haus. Wer typische Verbindungsprobleme im Heimnetz eingrenzen will, findet Hinweise in unserem Ratgeber zu Offline-Problemen mit WLAN, Matter und Thread.
Family Care meldet ungewöhnliche Ruhe
Family Care ist eine kostenlose Funktion in der SmartThings-App. Sie richtet sich an Menschen, die sich um Angehörige kümmern, etwa um ältere Eltern in einer anderen Wohnung. Die Funktion findet sich im Bereich Life der App. Nach Angaben von Samsung ist sie in mehr als 200 Ländern verfügbar.
Mit dem Update erscheint bei der betreuenden Person eine eigene Kachel, wenn längere Zeit keine Geräteaktivität erkannt wird. Sie bietet an, nachzufragen oder direkt anzurufen. Als Aktivität zählen zum Beispiel das Einschalten des Fernsehers, das Öffnen des Kühlschranks oder das Entsperren des Smartphones. Auch Tür- und Bewegungssensoren mit Matter können Signale liefern.
Einwilligung und Grenzen
Die betreute Person entscheidet selbst, was sie teilt. Aktivitäten, Standorte und Gesundheitsdaten lassen sich getrennt freigeben. Die Freigabe lässt sich nach Samsungs Angaben jederzeit beenden. Standorte sieht die betreuende Person nur mit ausdrücklicher Zustimmung.
Die Einrichtung beginnt mit einem Einladungslink, den die betreuende Person verschickt. Beide Konten müssen dieselbe Region im Samsung-Konto haben. Eine Begleitung über Ländergrenzen hinweg ist damit nicht vorgesehen. Die Aktivitätserkennung arbeitet laut Samsung auf Galaxy-Smartphones am genauesten, auf anderen Telefonen können Meldungen eingeschränkt sein.
Family Care ersetzt keinen Hausnotruf. Samsung stellt klar, dass die Funktion nicht für medizinische Zwecke gedacht ist und kein Notrufsystem ersetzt. Sie kann Angehörigen einen Hinweis geben, dass ein Anruf sinnvoll sein könnte. Wer im Ernstfall schnelle Hilfe sicherstellen will, braucht einen Notrufdienst mit eigener Rufbereitschaft.
Die Funktion berührt die Selbstbestimmung der betreuten Person. Eine Inaktivitätsmeldung greift in den Alltag eines anderen Menschen ein. Ein offenes Gespräch über Zweck, Umfang und Abschaltung sollte deshalb vor der Einrichtung stehen.
Matter 1.6 bringt neue Gerätearten
SmartThings unterstützt nun die Version 1.6 von Matter. Der Standard der Connectivity Standards Alliance soll Geräte verschiedener Hersteller zusammenbringen. Nach Samsungs Angaben verbessert die neue Version die Stabilität und das gemeinsame Schalten von Gerätegruppen.
Vier Gerätearten kommen hinzu. Dazu zählen Energiezähler, die den Stromverbrauch in Echtzeit zeigen. Außerdem unterstützt SmartThings nun Antriebe für besondere Türen und Tore, Bewässerungsanlagen und Bodensensoren. Ob ein konkretes Gerät diese Funktionen in SmartThings tatsächlich bietet, hängt vom jeweiligen Hersteller ab.
Wer neue Geräte einbinden will, sollte vorher klären, über welchen Funkweg sie laufen. Unser Vergleich Zigbee oder Matter zeigt die Unterschiede. Die Einrichtung in SmartThings selbst beschreibt unser Ratgeber zu Matter-Geräten in Samsung SmartThings.
Was Nutzer jetzt prüfen sollten
Das Update kommt schrittweise. Nicht jede Funktion steht auf jedem Gerät gleichzeitig bereit. Die folgende Liste hilft bei der Einordnung.
- App aktualisieren. Die lokale Steuerung setzt eine aktuelle Version der SmartThings-App voraus.
- Hub prüfen. Nur mit Station, Hub V2, V3 oder V4 oder einem Hub-fähigen Fernseher oder Kühlschrank steuert die App lokal.
- Firmware abwarten. Hubs erhalten Updates schrittweise und starten dabei kurz neu.
- Routine Insight öffnen. Alte und doppelte Routinen lassen sich dort finden und löschen.
- Vorschläge bewusst annehmen. SmartThings Now schlägt Routinen vor, angelegt werden sie erst nach Zustimmung.
- Family Care absprechen. Freigaben für Aktivität, Standort und Gesundheitsdaten sollten mit der betreuten Person geklärt sein.
- Notfall getrennt regeln. Für echte Notfälle bleibt ein Hausnotruf die passende Lösung.
Einordnung
Die neue Startseite ändert vor allem die Bedienung. Der praktische Fortschritt liegt in der lokalen Steuerung. Sie macht SmartThings im eigenen Netz weniger abhängig von Samsungs Servern. Lokale Zentralen wie Home Assistant arbeiten schon länger nach diesem Prinzip.
Wer Wert auf eine vollständig lokale Zentrale legt, hat weiterhin andere Optionen. Unser Überblick Home Assistant, Homey oder ioBroker vergleicht drei davon. Wie Google sein Smart Home gerade umstellt, beschreibt unser Beitrag zu Gemini für Google Home.
Quellen
- Samsung Newsroom Deutschland, SmartThings Now (2. November 2026)
- Samsung Global Newsroom, SmartThings Now platform update (6. Oktober 2026)
- SmartThings, Hub Firmware Release Notes 0.62.x
- Samsung Global Newsroom, SmartThings Family Care Update (28. August 2025)
- SmartThings Blog, What Is SmartThings Family Care (aktualisiert 20. Oktober 2026)
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