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Warum immer mehr Haushalte Solarstrom speichern

Batterien speichern Solarstrom für später. Warum der Markt wächst und wann Speicher auch das Stromnetz entlasten können.

Von Wolfgang

08. Nov. 20264 Min. Lesezeit

Haus mit Solarspeicher und Artikelüberschrift

Wenn die Sonne mittags auf ein Hausdach scheint, läuft zu Hause nicht unbedingt die Waschmaschine. Ein Speicher kann einen Teil des Stroms für den Abend aufheben. Sinkende Batteriekosten und der Wunsch, weniger Strom zu hohen Preisen einzukaufen, machen diese Verschiebung für immer mehr Haushalte und Betriebe interessant. Für das Stromnetz ist jedoch entscheidend, wann die Batterien laden und entladen.

Die Internationale Energieagentur IEA erwartet, dass die weltweit installierte Speicherkapazität hinter dem Stromzähler bis 2031 auf mehr als 670 Gigawattstunden steigt – fast das Sechsfache. Hinter dem Zähler bedeutet: Die Batterie steht auf der Seite eines Haushalts oder Betriebs, nicht als eigenständiger großer Netzspeicher. Die Zahl umfasst beide Gruppen. Sie beschreibt eine Prognose für die speicherbare Energiemenge, keine bereits erreichte Stromerzeugung.

Was eine Batterie im Haus verschiebt

Eine Solaranlage erzeugt Strom nur bei Licht; der Verbrauch folgt dagegen dem Tagesablauf der Bewohner. Ohne Speicher fließt überschüssiger Strom ins Netz. Später, wenn das Dach weniger liefert, bezieht das Haus wieder Strom von außen. Die Batterie fügt einen Zwischenschritt ein: Sie lädt bei Überschuss und gibt die Energie später an das Haus zurück.

Schematisch lädt mittags Solarstrom eine Batterie, die abends das Haus versorgt
Ein Heimspeicher verschiebt einen Teil des Solarstroms vom Mittag in den Abend. Die Darstellung ist vereinfacht. (Quelle: KI generiert)

Das macht aus einem sonnigen Mittag keinen Vorrat für den ganzen Winter. Wie viel sich verschieben lässt, hängt von Größe und Ladezustand der Batterie, Wetter und Verbrauch ab. Auch beim Laden und Entladen geht ein Teil der Energie verloren. Die Einheit Kilowattstunde beschreibt die gespeicherte Energiemenge; die Leistung in Kilowatt gibt an, wie schnell Energie hinein- oder herausfließen kann.

Der private Anreiz ist der Eigenverbrauch: Wer selbst erzeugten Strom später nutzt, muss entsprechend weniger zukaufen. Ob sich die Anschaffung finanziell trägt, hängt unter anderem von Kaufpreis, Nutzung und den jeweiligen Strom- und Einspeisepreisen ab. Eine große Batterie ist deshalb nicht automatisch die wirtschaftlich beste Lösung.

Warum der Markt wächst

Die IEA nennt fallende Batteriekosten als wichtigen Treiber. Haushalte und Unternehmen wollen sich außerdem gegen schwankende Strompreise absichern. Bis 2031 könnte nach ihrer Einschätzung mehr als jede dritte private Solaranlage weltweit mit einer Batterie verbunden sein. Das ist eine Markterwartung, keine Zusage für jedes Land oder jedes Haus.

Deutschland zeigt, warum der Eigenverbrauch interessant geworden ist. Früher lag die Vergütung für eingespeisten Solarstrom häufig über dem Preis für bezogenen Strom. Dieses Verhältnis hat sich gedreht. Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE schätzt den wirtschaftlich motivierten Eigenverbrauch aus deutschen PV-Anlagen für 2024 auf 12,28 Terawattstunden, nach 8,20 Terawattstunden im Jahr zuvor. Die Forschenden nutzten Register- und Netzbetreiberdaten und schätzten verschiedene Anlagengruppen. Der Anstieg lässt sich nicht allein den Batterien zuschreiben.

Auch Wärmepumpen und Elektroautos können den Strombedarf eines Haushalts verändern. Wenn sie zu passenden Zeiten laufen oder laden, kann mehr eigener Solarstrom direkt genutzt werden. Eine Batterie ergänzt diese Möglichkeiten; sie ist nicht die einzige Art, Verbrauch zeitlich zu verschieben.

Ein voller Speicher hilft nicht immer zur richtigen Zeit

Für das Netz zählt neben der Energiemenge die Leistung zur kritischen Stunde. In einer Straße mit vielen Solardächern kann an einem sonnigen Mittag viel Strom gleichzeitig in die Leitung fließen. Eine Batterie, die gerade dann noch Platz hat und lädt, kann diese Einspeisespitze verringern. Ist sie schon am Vormittag voll, steht dieser Platz zur Mittagsspitze nicht mehr zur Verfügung.

Das Fraunhofer ISE beschreibt in seinen Fakten zur Photovoltaik genau diesen Unterschied zwischen herkömmlichem und netzdienlichem Betrieb: Die Steuerung berücksichtigt den Zeitpunkt der Einspeisespitze. Dazu muss sie den Ladeverlauf planen. Für einzelne Haushalte kann die beste Lösung anders aussehen als für die Leitung, an der viele Häuser hängen.

Auch ein niedriger Börsenstrompreis allein sagt noch nicht, ob die Leitung vor Ort frei ist. Wenn viele Speicher zugleich günstig laden, kann die gemeinsame Nachfrage einen lokalen Engpass verstärken. Umgekehrt kann ein Speicher an der richtigen Stelle und zur richtigen Zeit helfen, eine Lastspitze abzuflachen. Entscheidend sind also Ort und Zeitpunkt, nicht bloß die Zahl der installierten Batterien.

Was für die gemeinsame Nutzung fehlt

Die IEA nennt Kommunikation, Steuerbarkeit und passende Preissignale als Voraussetzungen, damit dezentrale Anlagen bei Netzengpässen helfen können. Ein Signal müsste die Lage im örtlichen Netz ebenso berücksichtigen wie die Situation im gesamten Stromsystem. Dafür kommen unterschiedliche Verträge oder lokale Flexibilitätsmärkte infrage.

Die Interessen müssen dabei zusammenpassen: Ein Haushalt möchte seinen Speicher nutzen und seine Rechnung senken; ein Netzbetreiber braucht Entlastung genau dort, wo die Leitung knapp wird. Technische Steuerung und geeignete Anreize können diese Ziele verbinden. Speicher ersetzen deshalb weder jede Leitung noch den Netzausbau. Sie geben dem System eine zusätzliche Möglichkeit, Strom zu einer anderen Zeit zu nutzen.

Quellen

Für diesen Artikel wurden KI-gestützte Recherche- und Editierwerkzeuge verwendet. Der Inhalt wurde redaktionell geprüft.