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Wie eine Smartwatch Hinweise auf Bluthochdruck erkennt.

Google untersucht, wie Smartwatch-Sensoren Hinweise auf Bluthochdruck liefern. Was die Studie zeigt und wo ihre Grenzen liegen.

Von Wolfgang

08. Nov. 20263 Min. Lesezeit

Smartwatch am Handgelenk mit Artikelüberschrift

Eine Smartwatch könnte Hinweise auf Bluthochdruck sammeln, während ihr Träger seinen Alltag verbringt. Ein Forschungsteam um Google hat dafür ein Verfahren entwickelt, das Puls- und Bewegungssignale über mehrere Tage auswertet. In einer Studie erkannte es rund zwei Drittel der Teilnehmenden mit erhöhtem Blutdruck. Eine Diagnose oder einen konkreten Blutdruckwert liefert es nicht.

Die am 5. November vorgestellte Untersuchung vergleicht die Auswertung mit einer 24-Stunden-Blutdruckmessung. Der Ansatz soll Menschen mit einem möglichen Risiko auf eine Abklärung aufmerksam machen. Wie zuverlässig das gelingt, hängt vom untersuchten Personenkreis und vom gewählten Test ab.

Was die Uhr am Handgelenk erfasst

Moderne Smartwatches besitzen häufig einen optischen Sensor. Er sendet Licht in die Haut und registriert, wie sich die Reflexion mit dem Blutvolumen verändert. Daraus entsteht eine Pulswelle. Ein Beschleunigungssensor erfasst Bewegungen und kann laut dem Forschungsteam auch feine Erschütterungen aufnehmen, die mit dem Herzschlag zusammenhängen.

Das Modell sucht in beiden Signalen nach Mustern. Es fasst kurze Messabschnitte über mehrere Tage zusammen und berücksichtigt zusätzlich die Körpergröße. Daraus berechnet es einen Hinweis auf einen dauerhaft erhöhten Blutdruck. Eine vorherige Kalibrierung mit einer Manschette war für das untersuchte Verfahren nicht nötig.

Schema vom Smartwatch-Sensor über Pulssignale und mehrere Tage bis zum Hinweis
Die Auswertung fasst Sensorinformationen über mehrere Tage zu einem Hinweis zusammen; die Darstellung ist vereinfacht. (Quelle: KI generiert)

Der Unterschied ist im Alltag wichtig: Das System schätzt nicht den oberen und unteren Blutdruckwert für einen bestimmten Moment. Es versucht vielmehr zu erkennen, ob sich in den gesammelten Signalen Anzeichen für einen anhaltend erhöhten Blutdruck finden. Die Uhr kann also nicht einfach die Zahl einer Blutdruckmanschette ersetzen.

Was der Vergleich ergab

Für die prospektive Untersuchung an fünf Standorten in den USA wertete das Team Daten von 196 Personen aus. Die Teilnehmenden hatten keine bekannte Herz-Kreislauf-Erkrankung und nahmen keine blutdrucksenkenden Medikamente. Ihre Smartwatch-Daten wurden mit einer ambulanten 24-Stunden-Messung verglichen, bei der ein Gerät den Blutdruck wiederholt mit einer Manschette erfasst.

Beim ersten Screening erreichte das Verfahren laut Google eine Sensitivität von 65,8 Prozent. Das bedeutet: Von den Personen, bei denen die Vergleichsmessung Bluthochdruck zeigte, erkannte das System knapp zwei Drittel. Die Spezifität lag bei 90 Prozent: Neun von zehn Personen ohne entsprechenden Befund wurden korrekt als unauffällig eingestuft. Beides beschreibt die untersuchte Gruppe und lässt sich nicht ohne Weiteres auf jede Bevölkerung übertragen.

Zum Vergleich erreichte die erste Praxismessung in derselben Untersuchung eine Sensitivität von 55,3 Prozent. Diese Zahlen sind Schätzwerte aus einer begrenzten Stichprobe. Sie belegen für sich genommen nicht, dass die Uhr einer Praxismessung grundsätzlich überlegen wäre. Auch ein unauffälliger Hinweis schließt erhöhten Blutdruck nicht sicher aus.

Ein Hinweis braucht eine weitere Messung

Das Team betrachtete außerdem 48 Personen, deren erste Messung in der Praxis erhöht war. In dieser kleineren Gruppe prüfte es, ob die Uhr einen dauerhaft erhöhten Blutdruck erkennen konnte. Die geringe Gruppengröße begrenzt, wie genau sich die Ergebnisse auf andere Menschen übertragen lassen.

Die US Preventive Services Task Force empfiehlt für Erwachsene ohne bekannte Hypertonie eine Messung in der Praxis und vor einer Behandlung eine Bestätigung außerhalb der Praxis. Dafür kommen etwa ambulante Messungen oder Messungen zu Hause mit einem geeigneten validierten Gerät infrage.

Google bezeichnet die Arbeit als frühe Machbarkeitsforschung. Sie zeigt, welche Informationen sich aus verbreiteten Sensoren gewinnen lassen könnten. Ob eine Uhr im Alltag tatsächlich eine bestimmte Funktion bietet und für wen sie geeignet ist, lässt sich aus dem Studienergebnis allein nicht ableiten. Ein auffälliger Hinweis ist ein Anlass zur medizinischen Abklärung, kein fertiger Befund.

Quellen

Für diesen Artikel wurden KI-gestützte Recherche- und Editierwerkzeuge verwendet. Der Inhalt wurde redaktionell geprüft.