Ein CT wird für eine bestimmte medizinische Frage gemacht. In seinen Daten kann aber noch mehr stecken. BMDNow soll vorhandene Aufnahmen zusätzlich zur Knochendichte auswerten. Der Ansatz spart einen neuen Aufnahmeschritt nur dann, wenn die vorhandenen Daten für die neue Frage geeignet sind.
Erkennen ist nicht dasselbe wie messen
Die Projektbeschreibung des Fraunhofer IGD trennt zwei Schritte: Zunächst grenzt ein KI-Modell den inneren, schwammartigen Bereich eines Wirbelkörpers ab. Danach berechnet die Software die Knochendichte mithilfe von Kalibrierkurven aus Referenzphantomen. Die KI findet also den passenden Bereich; daraus folgt noch nicht allein ein belastbarer Zahlenwert. Dafür muss die Messung an bekannte Referenzen angebunden sein.

Die Aufnahmeart bestimmt, was nachträglich möglich ist
BMDNow verwendet derzeit Dual-Energy-CT, also Aufnahmen mit zwei unterschiedlichen Röntgenenergien. Die Auswertung gewöhnlicher Single-Energy-CT ist ein künftiges Ziel. Die aktuelle Fraunhofer-Mitteilung beschreibt einen Prototypen, der finalisiert und validiert wird; eine Medizinproduktzulassung wird in ein bis zwei Jahren angestrebt. Aus „vorhandene Bilder nutzen“ wird deshalb nicht „jedes alte CT genügt“.
Der Vergleich zur eigenen Untersuchung
Die etablierte DXA-Untersuchung dient gezielt der Knochendichtemessung und nutzt eine geringe Röntgendosis. Die nachträgliche CT-Auswertung verfolgt eine andere Idee: Wenn eine passende Aufnahme aus einem anderen medizinischen Anlass schon vorliegt, könnte sie zusätzliche Informationen liefern, ohne für diese Auswertung neu zu röntgen. Das macht weder eine vorhandene CT-Aufnahme zur Pflicht noch DXA überflüssig.
Mehr Daten beantworten nicht jede Frage
Der Vorteil liegt in der zweiten Nutzung geeigneter Daten. Dagegen steht eine klare Grenze: Wer keine passende Aufnahme hat, profitiert von diesem Weg zunächst nicht. Zudem beschreibt Knochendichte einen Teil des Frakturrisikos; nach der radiologischen Patienteninformation spielen auch andere Faktoren eine Rolle. Ein zusätzlicher Softwarebefund benötigt daher eine medizinische Einordnung. Der Fortschritt wäre eine sinnvoll nutzbare Zusatzinformation im bestehenden Ablauf — kein Ersatz für jede diagnostische Entscheidung.
Quellen
- Fraunhofer-Gesellschaft: Osteoporose frühzeitig erkennen – automatisiert und zuverlässig, 2026-10-01.
- Fraunhofer IGD: BMDnow: Knochendichte messen mit CT – automatisiert und präzise, abgerufen am 2. Oktober 2026.
- Radiological Society of North America / American College of Radiology: Bone Density Scan (DEXA or DXA), 2024-03-11.
Für diesen Artikel wurden KI-gestützte Recherche- und Editierwerkzeuge verwendet. Der Inhalt wurde redaktionell geprüft.