
Claude führt Chat und Cowork in einer gemeinsamen Unterhaltung zusammen. Private Tarife erhalten die Änderung nach und nach, eine Rückkehr zu getrennten Schaltern ist danach nicht vorgesehen. In Enterprise-Konten schaltet Anthropic die neue Ansicht am 16. November 2026 standardmäßig ein, sofern Verwalter nichts anderes festlegen.
Eine andere Startfläche bekommen alle, die Claude bisher erst zwischen Chat und Cowork wählen mussten. Anthropic beschreibt in der Hilfe eine schrittweise Umstellung für die Tarife Pro, Max und Ultra auf Web, Desktop und Mobilgeräten. Eine offizielle Produktmitteilung vom 23. Oktober 2026 macht dieselbe zusammengeführte Ansicht für Enterprise-Pläne allgemein verfügbar. Verwalter bestehender Organisationen sollten bis zum 16. November 2026 entscheiden, ob die Funktion automatisch angehen darf.
Kurz gesagt
Chat und Cowork laufen künftig in derselben Unterhaltung, Claude wählt selbst, ob eine schnelle Antwort reicht oder eine längere Aufgabe im Hintergrund laufen soll. Bei Pro, Max und Ultra kommt die neue Ansicht nach und nach, sobald sie da ist, bleibt sie. In Enterprise-Konten ist sie ab dem 16. November 2026 standardmäßig an, sofern Owner sie nicht zuvor deaktiviert lassen.
Was sich an Chat und Cowork ändert
Bisher starteten viele Claude-Nutzer mit einer Wahl. Entweder sie stellten eine kurze Frage im Chat, oder sie übergaben Cowork eine längere Aufgabe mit Dateien, Recherche oder einer fertigen Präsentation. In der neuen Ansicht entfällt diese Vorentscheidung. Was Sie brauchen, beschreiben Sie selbst, und Claude entscheidet, welche Werkzeuge dazu passen.
Eine einfache Frage soll weiter eine schnelle Antwort bekommen. Umfangreichere Aufträge wie das Auswerten von Notizen, das Erstellen einer Tabelle oder das Bauen einer Folienfolge können in derselben Unterhaltung weiterlaufen. Claude kann das Ergebnis als Datei zurückgeben, die Sie herunterladen und selbst weiterbearbeiten.
Längere Aufgaben dürfen in der Cloud weiterarbeiten, auch wenn Sie den Laptop zuklappen oder die Seite verlassen. Danach wartet das Ergebnis in der Unterhaltung. Aufgaben, die Dateien oder Programme auf Ihrem Rechner brauchen, setzen voraus, dass Claude Desktop geöffnet bleibt.
Dass Cowork auch auf dem Handy und im Browser läuft, haben wir im Sommer im Beitrag zu Claude Cowork auf Handy und Web beschrieben. Neu ist jetzt, dass die getrennte Wahl zwischen beiden Wegen entfällt. Chats, bestehende Cowork-Aufgaben, Projekte, Connectors, Skills und Plugins bleiben nach Angabe von Anthropic erhalten.
Wer die neue Oberfläche wann erhält
Für private zahlende Tarife beschreibt die Hilfe einen gestuften Rollout. Die neue Ansicht beginnt bei Pro, Max und Ultra auf Web, Desktop und Mobilgeräten. Auch Konten im selben Tarif können sie zu unterschiedlichen Zeiten sehen. Sie müssen nichts einschalten, damit sie erscheint.
Die Hilfe nennt einen einfachen Prüfhinweis. Zeigt Ihr Eingabefeld noch die getrennten Optionen Chat und Cowork, hat Ihr Konto die neue Ansicht noch nicht. Bis dahin nutzen Sie Chat und Cowork wie bisher. Sobald die Umstellung da ist, gibt es laut Anthropic keinen Weg zurück zu den getrennten Schaltern.
In einer Anmerkung zur Mitteilung vom 23. Oktober 2026 stellt Anthropic den Zeitplan genauer dar. Chat und Cowork kamen für die Tarife Pro und Max zuerst im September 2026 zusammen. Hinweise auf Max in älteren Texten vor dem 30. Oktober 2026 umfassen nach Angabe des Unternehmens auch den späteren Tarif Ultra.
Für Teams im Betastatus und für Enterprise-Konten gilt eine andere Logik. Dort erscheint die zusammengeführte Ansicht, wenn die Einstellung Chat and Cowork unified eingeschaltet ist. In bestehenden Enterprise-Organisationen ist diese Einstellung bisher aus. Am 16. November 2026 geht sie standardmäßig an, falls Owner oder Primary Owner nichts anderes festlegen.
Welche Einstellungen Sie prüfen sollten
Mitwandern tun die wichtigsten Inhalte. Trotzdem verschiebt Anthropic einige Schalter an neue Stellen.
Die früheren globalen Anweisungen aus Cowork liegen jetzt bei den Anweisungen für Claude. Der Weg führt über Settings und Your Claude, in der älteren Darstellung über Settings und Account. Damit keine alte Vorgabe verloren geht, lohnt sich ein kurzer Blick.
Einen eigenen Schalter hat die Websuche nicht mehr. Claude sucht im Netz, wenn das der Aufgabe hilft. Für eine vertiefte Recherche nennt die Hilfe den Befehl /deep-research oder den Eintrag Research hinter der Plus-Taste unter dem Eingabefeld.
Neben der Unterhaltung erscheinen Dateien, die Claude erzeugt. In Claude Desktop bleibt der bisherige Speicherort erhalten. In den Settings finden Sie ihn unter Storage folder, freigegebene lokale Ordner stehen unter Trusted folders. Verbundene Apps wie Drive, Gmail, Microsoft 365 oder Slack richten Sie unter Customize und Connectors ein.
Wer Claude bereits mit dem Smart Home verknüpft hat, sollte die Freigaben nach der Umstellung unverändert im Blick behalten. Welche Zugriffe Sie begrenzen können, beschreibt unser Beitrag dazu, Home Assistant mit ChatGPT oder Claude zu verbinden. Die neue Startfläche ändert nichts daran, dass jede Verbindung nur so weit reichen sollte, wie Sie es ausdrücklich wollen.
Wie eigenständig Claude arbeiten darf
Im Eingabefeld gibt es eine Berechtigung, die für die ganze Unterhaltung gilt. Auto ist der Standard bei Pro, Max, Ultra und Team und lässt Claude ohne Nachfrage zu jedem Einzelschritt weiterarbeiten, während automatische Sicherheitsprüfungen vorher laufen. Manual ist der Standard bei Enterprise. Claude fragt dann, bevor es Handlungen ausführt, und Sie entscheiden im Einzelfall.
Jederzeit lässt sich die Einstellung ändern. Sie können Claude während der Arbeit anhalten oder umlenken. Für Vorgänge mit echten Folgen, etwa das Senden von Nachrichten oder das Ändern wichtiger Dateien, rät Anthropic dazu, in der Nähe zu bleiben und das Ergebnis zu prüfen.
Lokale Arbeit bleibt an die Desktop-App gebunden. Dort können Sie Claude einen Ordner freigeben, damit Dateien gelesen, sortiert oder neu angelegt werden. Claude kann Seiten öffnen, Formulare ausfüllen und in einer Beta auf Pro, Max und Ultra Programme auf dem Rechner bedienen. Standardmäßig fragt Claude nach, bevor Dateien dauerhaft gelöscht werden.
Geplante Aufgaben können in der Cloud weiterlaufen, auch wenn der Rechner ausgeschaltet ist. Ein Beispiel in der Hilfe ist eine Zusammenfassung neuer Nachrichten zu einer festen Uhrzeit. Dieselbe Aufgabe, die Sie am Schreibtisch starten, erscheint in der mobilen App. Dort können Sie den Stand sehen, Fragen beantworten und die Richtung ändern.
Was vorerst nicht funktioniert
Mehrere Grenzen nennt Anthropic ausdrücklich. Das Hinzufügen aus GitHub wird nicht unterstützt. Das Verzweigen einer Unterhaltung ab einem früheren Punkt ist nicht verfügbar. Die Suche erfasst ältere Cowork-Aufgaben nicht, sie bleiben unter Recents über den Namen auffindbar.
Incognito-Chats funktionieren weiter und öffnen dabei die vorherige Ansicht. Dort kann Claude keine Dateien erzeugen und keinen Code ausführen. Wer eine private Sitzung ohne Dateiarbeit will, behält diesen Weg. Wer Dateien oder Code braucht, muss außerhalb von Incognito arbeiten.
Dispatch steht neuen Nutzern nicht zur Verfügung. Wer Dispatch bereits nutzt, kann es vorerst weiterverwenden. Alle Tätigkeiten zählen zu den Limits Ihres Tarifs. Längere Aufgaben, die im Netz suchen, Code ausführen oder Dateien erzeugen, verbrauchen in der Regel mehr als eine kurze Frage.
Während der Umstellung kann die Messung zwischen Konten mit und ohne neue Ansicht leicht abweichen. Den aktuellen Stand zeigt Settings und Usage. Anthropic empfiehlt, Auftrag, gewünschtes Format und benötigte Unterlagen möglichst klar zu beschreiben. So steigt die Chance, dass das Ergebnis zur Aufgabe passt.
Was Unternehmen bis zum 16. November entscheiden
Für Enterprise-Verwalter ist der 16. November 2026 der praktische Stichtag. In Organization settings unter Capabilities sehen Owner und Primary Owner den Hinweis, dass Chat and Cowork unified an diesem Tag automatisch eingeschaltet wird. Sie können Enable now wählen oder Keep disabled. Eine spätere Änderung bleibt möglich.
Zwei Voraussetzungen müssen erfüllt sein. Die Organisation braucht die Fähigkeit Chat, weil jede Unterhaltung dort startet. Außerdem muss Cloud code execution and file creation an sein, weil die umfangreichere Arbeit entfernt ausgeführt wird. Fehlt eine der beiden Voraussetzungen, bleibt am Stichtag alles wie bisher und die neue Ansicht geht erst an, sobald beide Schalter gesetzt sind.
Für Organisationen mit Zero Data Retention, der HIPAA-ready-Konfiguration oder kundenverwalteten Schlüsseln ist die zusammengeführte Ansicht noch nicht verfügbar. Sie behalten Chat und Cowork getrennt. Verwalter können Chat and Cowork unified in diesen Fällen nicht einschalten.
Jede Unterhaltung, die eine umfangreichere Arbeit braucht, erhält eine eigene virtuelle Maschine von Anthropic. Nach wenigen Minuten ohne Tätigkeit wird sie angehalten, die Festplatte bleibt als verschlüsseltes Abbild gespeichert. Die Umgebung endet 30 Tage nach ihrer Anlage. Der Netzwerkausgang ist in Enterprise standardmäßig aus und Zugangsdaten zu verbundenen Apps bleiben nach Angabe von Anthropic außerhalb dieser Sandbox.
Nach dem Wechsel wandert das Gedächtnis in ein neues System. Das alte Gedächtnis kann 14 Tage später gelöscht werden, oder früher, wenn die Aufbewahrungsfrist schon abgelaufen ist. Fast alle Dateien, die Claude Ihnen in einer Unterhaltung am 8. Oktober 2026 oder danach übergibt, werden mit dieser Unterhaltung gelöscht, sofern keine andere Unterhaltung oder kein anderes Projekt sie noch nutzt. Geplante Aufgaben laufen weiter, auch wenn die Ursprungsunterhaltung gelöscht wird.
Anthropic schreibt, Daten würden unterwegs und im Ruhezustand verschlüsselt und standardmäßig nicht für das Modelltraining genutzt. Wie Sie bei anderen Diensten dem Training widersprechen und welche Schalter Sie prüfen sollten, steht in unserem Ratgeber KI-Training mit Ihren Daten. Einen Vergleich der großen Chatbots zu Deutsch und Datenschutz finden Sie unter ChatGPT, Gemini oder Claude.
Checkliste vor und nach der Umstellung
Prüfen Sie zuerst das Eingabefeld. Sehen Sie noch getrennte Schalter für Chat und Cowork, wartet Ihr Konto noch auf die neue Ansicht. Sobald nur noch ein Feld da ist, sollten Sie die mitgewanderten Anweisungen unter Settings und Your Claude kontrollieren.
Stellen Sie danach die Berechtigung passend zur Aufgabe ein. Für das Sichten von Entwürfen kann Auto ausreichen. Für das Versenden von Nachrichten oder das Ändern wichtiger Dateien ist Manual die vorsichtigere Wahl, und Sie bleiben in der Nähe, während Claude arbeitet.
Kontrollieren Sie verbundene Apps und lokale Ordner. Trennen Sie Zugänge, die Sie nicht mehr brauchen, und prüfen Sie unter Trusted folders, welche Verzeichnisse Claude Desktop sehen darf. Schauen Sie unter Settings und Usage nach, wie schnell längere Aufgaben Ihr Kontingent belasten.
In einem Unternehmen kommt der Kalender hinzu. Owner sollten vor dem 16. November 2026 festlegen, ob Chat and Cowork unified automatisch angehen darf. Wer unsicher ist, kann Keep disabled wählen, die Sicherheitsprüfung nachholen und die Funktion später für einzelne Rollen freigeben.
Einordnung
Die zusammengeführte Ansicht nimmt eine Reibung weg, die viele Nutzer im Alltag gestört hat. Niemand muss mehr raten, ob eine Bitte in den Chat oder nach Cowork gehört. Gleichzeitig wächst der Anteil der Arbeit, den Claude ohne ständige Rückfrage erledigen kann. Deshalb werden Berechtigung, verbundene Apps und Verbrauch wichtiger als der alte Schalter zwischen zwei Modi.
Für Privatkunden mit Pro, Max oder Ultra ist die Änderung vor allem eine Frage des Zeitpunkts. Manche Konten haben die neue Ansicht schon seit dem Herbst, andere sehen noch die alten Optionen. Wer sie bekommt, sollte die gewanderten Anweisungen und die Berechtigung prüfen, weil sich beides nicht mehr über getrennte Oberflächen steuern lässt.
Für Unternehmen ist der 16. November 2026 eine echte Frist. Wer bis dahin nicht widerspricht, erhält die neue Ansicht automatisch, sobald Chat und die Cloud-Funktion für Code und Dateien an sind. Wer sie bewusst später einführen will, muss Keep disabled setzen. Die Technik ändert wenig an der Grundregel, dass jede KI-Verbindung nur so weit reichen sollte, wie Sie sie nachvollziehen können.
Quellen
- Anthropic Help Center, Claude Cowork and chat are one Claude
- Anthropic Help Center, Set up and manage the new unified Claude experience for your Enterprise organization
- Anthropic, Claude Cowork and chat come together for Enterprise, 23. Oktober 2026
Für diesen Artikel wurden KI-gestützte Recherche- und Editierwerkzeuge verwendet. Der Inhalt wurde redaktionell geprüft.