Gemini stellt Gems ein: Was Nutzer sichern sollten

Gemini stellt Gems ein: Was Nutzer bis 17. November sichern sollten

Google ersetzt in Gemini die Gems durch Skills. Ab 17. November sind Gems nur noch lesbar. Welche Dateien verloren gehen und was Nutzer jetzt sichern.

Von Wolfgang

04. Nov. 20268 Min. Lesezeit

Laptop auf einem Holzschreibtisch mit Ordnern und Dokumenten auf dem Bildschirm, daneben ein Notizbuch und eine Tasse im Morgenlicht
Laptop auf einem Holzschreibtisch mit Ordnern und Dokumenten auf dem Bildschirm, daneben ein Notizbuch und eine Tasse im Morgenlicht

Google ersetzt in der Gemini-App die Gems durch sogenannte Skills. Für private Konten beginnt die Umstellung am 17. November 2026. Wer eigene Gems mit hinterlegten Dateien nutzt, sollte vorher prüfen, was bei der automatischen Übernahme verloren gehen kann.

Google stellt in seiner KI-App Gemini die Gems ein, also selbst angelegte Assistenten mit festen Anweisungen. Ab dem 17. November 2026 lassen sich Gems in privaten Konten nur noch lesen. Am 17. Dezember 2026 entfernt Google sie ganz. An ihre Stelle treten Skills, die Google am 30. September 2026 im Gemini-Chat eingeführt hat.

Kurz gesagt

Google wandelt bestehende Gems automatisch in Skills um. Einige Dateitypen und sehr große Wissenssammlungen werden dabei nicht übernommen. Nutzer sollten ihre Gem-Dateien vor dem 17. Dezember 2026 herunterladen und prüfen, ob die Einstellung Aktivitäten speichern für Skills eingeschaltet sein muss.

Was Google an Gemini ändert

Gems sind laut Google benutzerdefinierte Versionen von Gemini. Nutzer hinterlegen darin Anweisungen und auf Wunsch eigene Dateien als Wissen. Wer mit einem Gem chattet, bekommt Antworten, die an diese Vorgaben angepasst sind. Typische Beispiele sind ein Gem für den eigenen Schreibstil oder für die Vorbereitung von Besprechungen.

Skills erfüllen denselben Zweck auf andere Weise. Ein Skill ist eine gespeicherte Sammlung von Anweisungen, die in jedem Chat zur Verfügung steht. Nutzer rufen ihn mit einem Schrägstrich und dem Namen des Skills auf. Google kündigt an, dass später auch das Zeichen @ dafür funktionieren soll.

Der wichtigste Unterschied liegt in der Bedienung. Ein Gem öffnete einen eigenen Chat in der Seitenleiste. Ein Skill steht im normalen Chat zur Verfügung. Gemini kann einen passenden Skill nach Googles Angaben auch selbst erkennen und automatisch anwenden.

Der Zeitplan der Umstellung

Google staffelt den Abschied von den Gems nach Kontotyp. Für private Konten von Nutzern ab 18 Jahren gilt der November 2026. Firmen und Bildungseinrichtungen haben mehr Zeit. Die folgende Übersicht fasst die Termine aus Googles Hilfeseite zusammen.

Konto oder Dienst Termin laut Google Was passiert
Privates Konto ab 18 Jahren 17. November 2026 Gems werden zu Skills und sind nur noch lesbar
Privates Konto ab 18 Jahren 17. Dezember 2026 Gems werden aus der Gemini-App entfernt
Privates Konto unter 18 Jahren Später, noch ohne Datum Umstellung folgt zu einem späteren Zeitpunkt
Workspace für Unternehmen und Nonprofit März 2027 Ende der Gems
Workspace für Bildungseinrichtungen Juni 2027 Ende der Gems
Opal und Gems von Google Labs November 2026 Experiment wird eingestellt

Zwischen dem 17. November und dem 17. Dezember 2026 bleiben Gems sichtbar. Nutzer können sie in dieser Zeit öffnen, aber nicht mehr verwenden oder bearbeiten. Neue Gems lassen sich dann nicht mehr anlegen. Nach dem 17. Dezember 2026 sind die Gems und ihre Dateien in der App nicht mehr erreichbar.

Was bei der automatischen Übernahme verloren geht

Ein Eingreifen ist grundsätzlich nicht nötig. Google erstellt die Gems beim Abschalten automatisch als Skills neu. Unterstützte Dateien werden dabei mit übertragen. Die Hilfeseite nennt allerdings zwei wichtige Einschränkungen.

Die erste betrifft die Größe. Für einen Skill gilt eine Obergrenze von 100 MB für alle Dateien zusammen. Ist ein Gem größer, entfernt Google bei der Übernahme automatisch zuerst die größten Dateien. Das geschieht so lange, bis die Grenze eingehalten ist.

Die zweite betrifft bestimmte Dateiformate. Nicht übernommen werden Dateien von GitHub, Audio- und Videodateien sowie die älteren Office-Formate DOC, XLS und PPT. Auch Archive wie ZIP, TAR, 7Z, RAR, GZ und TGZ fallen heraus. Wer solche Dateien in einem Gem hinterlegt hat, verliert sie in der neuen Version.

Dateien rechtzeitig sichern

Google rät, betroffene Dateien vor dem 17. Dezember 2026 aus den Gems herunterzuladen. Das geht am Computer unter gemini.google.com. Dort öffnet man in der Seitenleiste den Bereich Gems und wählt beim gewünschten Gem Bearbeiten. Unter Wissen lässt sich jede Datei einzeln öffnen und herunterladen.

Die Hilfeseite beschreibt nur den Download einzelner Dateien. Jede Datei muss also für sich gespeichert werden. Erst beim Hochladen in einen Skill lassen sie sich wieder gemeinsam übertragen. Wer viele Gems angelegt hat, sollte deshalb früh damit beginnen.

Skills selbst anlegen statt warten

Wer nicht bis zur automatischen Umstellung warten will, kann seine Gems schon jetzt als Skills nachbauen. Google beschreibt dafür einen Weg in drei Schritten. Zuerst lädt man die Wissensdateien des Gems herunter und legt sie in einen neuen Ordner. Der Ordnername muss klein geschrieben sein und Wörter mit Bindestrichen trennen.

Im zweiten Schritt öffnet man in einem neuen Browsertab die Seite Skills. Sie liegt in der Seitenleiste unter Anpassen. Über Erstellen und Manuell erstellen entsteht ein leerer Skill. Name, Beschreibung und Anweisungen lassen sich aus dem Gem kopieren und einfügen.

Der dritte Schritt ist nur bei Dateien nötig. Man lädt den neuen Skill als ZIP-Datei herunter und legt die darin enthaltene Datei SKILL.md in den Ordner mit den Gem-Dateien. Danach ersetzt man den Skill durch den Upload dieses Ordners. Ordnername und Skill-Name müssen dabei übereinstimmen.

Gute Skills schreiben

Google gibt für neue Skills drei Empfehlungen. Erstens soll die Beschreibung konkrete Situationen nennen, in denen Gemini den Skill automatisch verwenden soll. Zweitens sollen die Anweisungen kurz bleiben und sich auf die jeweilige Aufgabe beschränken. Drittens helfen konkrete Beispiele für das gewünschte Ergebnis.

Die Zahl der Skills ist nicht begrenzt. Gleichzeitig aktiv sein dürfen aber höchstens 100. Nur aktive Skills kann Gemini automatisch anwenden. Wer verhindern will, dass ein Skill ungefragt in Antworten einfließt, kann ihn auf der Seite Skills deaktivieren.

Löschen lässt sich ein Skill ebenfalls nur auf dieser Seite. Google weist darauf hin, dass sich das Löschen nicht rückgängig machen lässt. Vor dem Aufräumen empfiehlt sich deshalb ein Download des Skills als ZIP-Datei. Dateien aus Google Drive und Notizbücher sind darin allerdings nicht enthalten.

Was Skills noch nicht können

Skills funktionieren nicht mit allen Gemini-Funktionen. Laut Google arbeiten sie mit verbundenen Apps wie den Workspace-Anwendungen zusammen. Mit Canvas und Deep Research lassen sie sich derzeit aber nicht kombinieren. Auch die Werkzeuge Video erstellen, Musik erstellen und Lernhilfe funktionieren mit Skills bisher nicht.

Wer ein Gem vor allem für Deep Research oder Canvas genutzt hat, sollte das vor der Umstellung wissen. Auch das Teilen von Skills mit anderen Personen fehlt noch. Dasselbe gilt für Dateien aus Google Drive und Notizbücher aus Gemini Notebook. Google kündigt diese Funktionen für die kommenden Wochen an.

Eine weitere Änderung betrifft die Übersicht. Für Gems gab es eine eigene Liste der letzten Chats mit diesem Gem. Bei Skills fehlt eine solche Seite. Chats mit einem Skill erscheinen in der normalen Seitenleiste zwischen allen anderen Unterhaltungen.

Aktivitäten speichern als Voraussetzung

Für Skills nennt Google drei Voraussetzungen. Nutzer müssen mindestens 18 Jahre alt sein und in der Gemini-App angemeldet sein. Außerdem muss die Einstellung Aktivitäten speichern eingeschaltet sein. Skills gibt es derzeit in der mobilen App, der Gemini-App für Mac und der Web-App.

Die dritte Bedingung berührt den Datenschutz. Mit eingeschalteter Speicherung bleiben Chats im Konto. Standardmäßig löscht Google sie nach 18 Monaten automatisch. Nutzer können diesen Zeitraum auf 3 Monate oder 36 Monate ändern oder das automatische Löschen abschalten.

Chats können außerdem von Prüfern angesehen werden. Laut Googles Datenschutzhinweisen bewahrt das Unternehmen geprüfte Chats bis zu drei Jahre auf. Sie werden dabei vom Konto getrennt. Ist Aktivitäten speichern ausgeschaltet, speichert Google neue Chats nur für 72 Stunden.

Wer die Speicherung bisher bewusst abgeschaltet hat, muss deshalb abwägen. Ohne Speicherung lassen sich Skills nach Googles Angaben nicht nutzen. Mit Speicherung gelten die längeren Aufbewahrungsfristen. Welche weiteren Schalter es gibt, zeigt unser Überblick, was Nutzer in Europa bei ChatGPT, Gemini und Claude steuern können.

Was Nutzer jetzt prüfen sollten

Für private Konten beginnt die Umstellung in knapp zwei Wochen. Wer Gems regelmäßig nutzt, kann sich mit wenigen Schritten vorbereiten. Die folgende Liste fasst die wichtigsten Punkte zusammen.

  • Gems sichten. Nicht mehr benötigte Gems müssen nicht übernommen werden.
  • Anweisungen kopieren. Die Texte eines wichtigen Gems lassen sich als einfache Textdatei sichern.
  • Wissensdateien herunterladen. Das ist vor allem bei Audio, Video, ZIP-Archiven und alten Office-Formaten wichtig.
  • Größe prüfen. Gems mit mehr als 100 MB an Dateien verlieren bei der Übernahme zuerst die größten Dateien.
  • Einstellung klären. Skills setzen voraus, dass Aktivitäten speichern eingeschaltet ist.
  • Löschfrist wählen. Der Zeitraum für das automatische Löschen lässt sich auf 3 Monate verkürzen.
  • Arbeitsweise anpassen. Skills lassen sich derzeit nicht mit Deep Research oder Canvas kombinieren.

Einordnung

Für die meisten Nutzer ändert sich durch die Umstellung wenig. Einfache Gems mit kurzen Anweisungen übernimmt Google ohne Zutun. Wer umfangreiche Gems mit vielen Dateien angelegt hat, sollte die Fristen im Blick behalten. Ein Download vor dem 17. Dezember 2026 schützt vor Datenverlust.

Vergleichbare Funktionen bieten auch andere Anbieter. Wie sich die großen KI-Dienste bei Sprache und Datenschutz unterscheiden, zeigt unser Vergleich ChatGPT, Gemini oder Claude. Welche Möglichkeiten Gemini-Nutzer in Deutschland insgesamt haben, beschreibt unser Ratgeber zu Gemini 4 in Deutschland.

Wer seine Daten generell nicht für das Training von KI-Modellen freigeben möchte, findet die nötigen Wege in unserem Beitrag KI-Training mit Ihren Daten. Gemini kommt inzwischen auch im Smart Home zum Einsatz. Was dort gilt, erklärt unser Text zu Gemini für Google Home.

Quellen

Für diesen Artikel wurden KI-gestützte Recherche- und Editierwerkzeuge verwendet. Der Inhalt wurde redaktionell geprüft.