
Amazon verkauft neue Echo-Geräte mit Zugang zu Alexa+. Die KI-Version des Sprachassistenten läuft in Deutschland noch im Early Access. Dieser Ratgeber erklärt, wer sie bekommt, was sie später kostet und welche Datenschutz-Einstellungen sich lohnen.
Alexa+ ist die neue Version von Amazons Sprachassistent und beruht auf generativer KI. Seit dem 7. Mai 2026 können Kunden in Deutschland sie im Rahmen eines Early-Access-Programms nutzen. Mit den am 28. Oktober 2026 vorgestellten Echo-Geräten kommt der Assistent in weitere Haushalte. Wer ihn einschaltet, sollte wissen, was er kostet und welche Daten er verarbeitet.
Kurz gesagt
Alexa+ ist während des Early Access kostenlos und bleibt danach für Prime-Mitglieder ohne Aufpreis, alle anderen zahlen 22,99 Euro im Monat. Ein Abo schließt Amazon nach eigenen Angaben nicht automatisch ab und kündigt das Ende der Testphase mindestens 30 Tage vorher an. Vor dem Start lohnt ein Blick in die Alexa-App, wo sich Speicherdauer von Sprachaufnahmen, Stimm-ID und Spracheinkauf regeln lassen.
Was Alexa+ von der bisherigen Alexa unterscheidet
Die bisherige Alexa reagiert auf feste Befehle. Alexa+ soll Gespräche in natürlicher Sprache führen und den Faden über mehrere Fragen behalten. Nach Angaben von Amazon reicht es, das Aktivierungswort einmal zu sagen. Danach lassen sich Rückfragen stellen und Themen wechseln.
Amazon beschreibt Alexa+ als Assistentin, die Aufgaben von Anfang bis Ende erledigt. Sie soll Termine in den Kalender eintragen, über OpenTable einen Tisch reservieren und Routinen per Sprache anlegen. Wer etwas sucht, kann sich Ergebnisse von Amazon.de zeigen lassen und auf Wunsch direkt bestellen.
Neu ist auch, dass Alexa+ sich Vorlieben merkt. Nutzer können über die Alexa-App Dokumente wie Flyer, Dienstpläne oder handschriftliche Notizen hochladen und später dazu Fragen stellen. Das erweitert den Nutzen. Zugleich landen dadurch mehr persönliche Informationen beim Anbieter.
Amazon räumt selbst ein, dass Alexa+ im Early Access nicht immer alles richtig macht. Das Unternehmen bittet deshalb um Rückmeldungen per Sprachbefehl. Über Fehlantworten von Alexa+ hatten wir bereits berichtet. Wie der Dienst in einem anderen Markt gestartet ist, zeigt unser Beitrag zum Start von Alexa+ in Großbritannien.
Wie Sie in Deutschland an Alexa+ kommen
Amazon nennt zwei Wege in den Early Access. Wer ein neues Echo-Gerät kauft, kann sich während oder nach der Einrichtung anmelden. Wer bereits ein kompatibles Gerät besitzt, registriert sich auf der Amazon-Seite zur neuen Alexa und wartet auf eine Einladung.
Die Freischaltung erfolgt schrittweise. Amazon informiert per E-Mail und über eine Benachrichtigung auf dem Gerät, sobald der Zugang bereitsteht. Danach läuft Alexa+ auf allen kompatiblen Echo-Geräten des Kontos, auf passenden Fire-TV-Geräten, auf Alexa Tablets und in der Alexa-App.
Eine Einschränkung betrifft die Sprache. Für Kunden in Deutschland und Österreich ist Alexa+ derzeit nur auf Deutsch verfügbar. Die Gerätesprache muss deshalb auf Deutsch eingestellt sein. Wer Alexa bisher auf Englisch nutzt, muss die Sprache umstellen.
Wer mit Alexa+ nicht zufrieden ist, muss nicht dabei bleiben. Nach Angaben von Amazon bleibt die ursprüngliche Alexa weiterhin auf den Geräten verfügbar. Das gilt auch für ältere Echo-Modelle, auf denen Alexa+ gar nicht läuft.
Was Alexa+ nach dem Early Access kostet
Während des Early Access fallen für Alexa+ keine zusätzlichen Kosten an. Für die Zeit danach hat Amazon zwei Modelle angekündigt. Prime-Mitglieder nutzen Alexa+ ohne Aufpreis als Teil ihrer Mitgliedschaft. Kunden ohne Prime können Alexa+ für 22,99 Euro im Monat abonnieren.
Wichtig für Verbraucher ist der Ablauf beim Übergang. Amazon will Early-Access-Kunden mindestens 30 Tage vor dem Ende informieren. Nach eigenen Angaben bucht das Unternehmen dann nichts ab und schließt das Abo nicht automatisch ab.
Ein Enddatum für den Early Access nennt Amazon bisher nicht. Wer kein Prime-Mitglied ist und Alexa+ nur ausprobieren will, sollte die Ankündigung dennoch im Blick behalten. Ohne Abo bleibt die ursprüngliche Alexa nutzbar.
Zusatzkosten können an anderer Stelle entstehen. Einige Funktionen für Ring-Kameras setzen nach Angaben von Amazon ein Ring-Abonnement voraus. Neue Kinderfunktionen wie Geschichten mit Alexa setzen ein Kids+-Abonnement voraus.
| Ausgangslage | Zugang zu Alexa+ | Nach dem Early Access |
|---|---|---|
| Neues Echo-Gerät mit Alexa+ Early Access | Anmeldung bei oder nach der Einrichtung | Mit Prime ohne Aufpreis, ohne Prime 22,99 Euro im Monat |
| Kompatibles Echo-Gerät im Haushalt | Registrierung und Einladung per E-Mail | Mit Prime ohne Aufpreis, ohne Prime 22,99 Euro im Monat |
| Echo Dot 1. Generation, Echo 1. und 2. Generation, Echo Plus 1. Generation | Nicht verfügbar | Ursprüngliche Alexa bleibt |
| Echo Show 1. und 2. Generation, Echo Spot 1. Generation | Nicht verfügbar | Ursprüngliche Alexa bleibt |
| Kompatible Fire-TV-Geräte und Alexa Tablets | Nach Freischaltung des Kontos | Wie beim Echo-Gerät |
| Fire-Tablets und Geräte anderer Hersteller mit integrierter Alexa | Derzeit nicht unterstützt | Ursprüngliche Alexa bleibt |
Welche Geräte Alexa+ unterstützen
Laut Amazon funktioniert Alexa+ auf den meisten Echo-Geräten. Ausgenommen sind bestimmte Modelle älterer Generationen. Dazu zählen der erste Echo Dot, die ersten beiden Generationen von Echo und Echo Show sowie der erste Echo Plus und der erste Echo Spot.
Fire-Tablets und Geräte anderer Hersteller mit integrierter Alexa werden derzeit nicht unterstützt. Amazon kündigt an, Alexa+ auch im Webbrowser anzubieten. Einen Termin dafür gibt es noch nicht.
Die neuen Geräte vom Oktober sind auf Alexa+ zugeschnitten. Der neue Echo Dot enthält erstmals einen Smart-Home-Hub für Zigbee, Matter und Thread. Ein Sensorsystem soll Raumtemperatur und Anwesenheit erkennen.
Den neuen Echo Studio gibt es zusätzlich mit eingebauter Kamera. Darüber können Nutzer per Live-Bild in den Raum schauen und Alexa Gegenstände zeigen.
Wer keine Kamera im Wohnzimmer möchte, kann weiter das Modell ohne Kamera wählen. Amazon führt es nach eigenen Angaben weiter im Sortiment. Für Alexa+ selbst ist die Kamera nicht nötig.
Welche Datenschutz-Einstellungen Sie prüfen sollten
Ein Echo-Gerät hört dauerhaft auf sein Aktivierungswort. Nach Angaben von Amazon werden ohne dieses Wort oder einen Tastendruck keine Sprachaufzeichnungen gespeichert oder in die Cloud geschickt. Erkennt das Gerät das Wort, beginnt die Übertragung. Sie umfasst auch einen Sekundenbruchteil dessen, was vor dem Wort gesagt wurde.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik weist darauf hin, dass Sprachassistenten Befehle häufig in der Cloud verarbeiten. Dabei entstehen private Informationen, die beim Anbieter gespeichert werden. Das Amt rät, Datenschutzeinstellungen bewusst zu prüfen und gespeicherte Daten regelmäßig anzusehen.
Speicherdauer festlegen
In der Alexa-App finden sich die Einstellungen unter Mehr und Alexa-Datenschutz. Dort lässt sich festlegen, dass Sprachaufzeichnungen nach 3 oder 18 Monaten automatisch gelöscht werden. Alternativ können Nutzer einstellen, dass gar keine Aufzeichnungen gespeichert werden.
Ganz ohne gespeicherte Daten geht es auch dann nicht. Die Texttranskripte der Anfragen bewahrt Amazon nach eigenen Angaben 30 Tage lang auf und löscht sie danach automatisch. Bereits gespeicherte Aufnahmen lassen sich einzeln, nach Datum, nach Gerät oder komplett löschen.
Mitarbeiter und Produktverbesserung
Amazon nutzt Sprachaufzeichnungen auch zur Verbesserung seiner Dienste. Nach Angaben des Unternehmens prüfen dabei teilweise Mitarbeiter einzelne Anfragen. Diese Nutzung lässt sich im selben Menü abschalten. Wie Sie bei anderen KI-Diensten der Verwendung Ihrer Daten widersprechen, zeigt unser Überblick zum Widerspruch gegen KI-Training.
Stimm-ID bewusst nutzen
Mit einer Stimm-ID erkennt Alexa, wer spricht. Amazon erstellt dafür ein akustisches Modell der Stimme und speichert es in der Cloud. Wird die Stimm-ID drei Jahre lang nicht erkannt, löscht Amazon das Modell nach eigenen Angaben automatisch.
Für Nutzer, die wenig speichern wollen, hat die Funktion einen Nachteil. Wer Aufnahmen gar nicht speichern lässt oder sie früh löscht, riskiert laut Amazon, dass die Stimm-ID nicht mehr funktioniert. Das betrifft auch personalisierte Routinen und Einkaufsbeschränkungen, die auf der Stimme beruhen.
Löschen per Sprachbefehl
Aufnahmen lassen sich auch per Sprache löschen. Diese Funktion muss zuerst in der App unter Alexa-Daten verwalten aktiviert werden. Danach genügt etwa der Satz „Lösche, was ich gerade gesagt habe.“ oder „Lösche meinen gesamten Sprachverlauf.“
Einkäufe, Kamera und Kinderprofile absichern
Alexa+ kann auf Wunsch Bestellungen auf Amazon.de aufgeben. Das BSI rät, kritische Befehle und Bestellungen nur nach Eingabe einer PIN oder eines Passworts zuzulassen. In der Alexa-App lässt sich der Spracheinkauf unter Einstellungen und Kontoeinstellungen ganz abschalten. Alternativ dürfen nur Haushaltsmitglieder mit registrierter Stimme bestellen.
Beim Echo Studio mit Kamera schaltet eine eigene Taste Mikrofone und Kamera ab. Eine LED zeigt an, wenn Bilder oder Videos in die Cloud übertragen werden. Die Kamera lässt sich zusätzlich in der App steuern.
Auch der Standort zählt. Das BSI empfiehlt, einen Sprachassistenten nicht dort aufzustellen, wo Unbefugte ihn erreichen. Wer etwa ein smartes Türschloss per Sprache steuert, sollte das Gerät nicht an ein offenes Fenster stellen. Bei Abwesenheit oder in privaten Situationen kann der Assistent ganz abgeschaltet werden.
Für Kinder bietet Amazon ein eigenes Alexa+ Kids-Erlebnis an. Eltern können es auf Geräten der Kids Edition aktivieren oder ein Kinderprofil mit Stimm-ID anlegen. Laut Amazon gelten dann zusätzliche Schutzvorkehrungen für Kinder.
Wie stark Sprachassistenten zu handelnden Agenten werden, beschreibt unser Beitrag über KI-Agenten im Smart Home. Wer seine Daten lieber im eigenen Netz behält, findet eine Alternative bei lokalen Sprachassistenten mit Home Assistant.
Checkliste vor dem Umstieg
- Prüfen, ob die eigenen Echo-Geräte zu den unterstützten Generationen gehören.
- Gerätesprache auf Deutsch stellen, falls Alexa bisher auf Englisch läuft.
- Klären, ob ein Prime-Abo besteht, und die Ankündigung zum Ende des Early Access abwarten.
- In der Alexa-App die Speicherdauer für Sprachaufzeichnungen festlegen.
- Nutzung der Aufzeichnungen zur Produktverbesserung prüfen und bei Bedarf abschalten.
- Entscheiden, ob eine Stimm-ID angelegt wird, und die Folgen für die Löschung beachten.
- Löschen per Sprachbefehl aktivieren, wenn Aufnahmen schnell entfernt werden sollen.
- Spracheinkauf abschalten oder auf registrierte Stimmen beschränken.
- Bei Geräten mit Kamera Taste, LED und Kameraeinstellungen in der App kennen.
- Hochgeladene Dokumente und geteilte Anhänge im Datenschutzbereich regelmäßig prüfen.
Fazit
Alexa+ macht den Sprachassistenten gesprächiger und vielseitiger. Für Prime-Mitglieder ändert sich an den Kosten vorerst nichts. Alle anderen sollten die Ankündigung zum Ende des Early Access abwarten und dann entscheiden.
Mit den neuen Fähigkeiten wächst auch die Datenmenge beim Anbieter. Wer Alexa+ nutzt, sollte deshalb Speicherdauer, Stimm-ID und Spracheinkauf einmal bewusst einstellen. Die nötigen Schalter liegen in der Alexa-App unter Alexa-Datenschutz und den Kontoeinstellungen.
Quellen
- About Amazon Deutschland: Alexa+ startet in Deutschland (07.05.2026)
- About Amazon Deutschland: Funktionen von Alexa+ im Überblick (07.05.2026)
- Amazon.de: Die neue Alexa, Häufig gestellte Fragen zum Alexa+ Early Access
- About Amazon: New Echo Dot and Echo Studio with Home Camera (28.10.2026)
- Amazon-Kundenservice: Häufig gestellte Fragen zu Alexa und Alexa-Geräten
- Amazon-Kundenservice: Alexa-Datenschutzeinstellungen ändern
- Amazon-Kundenservice: Sprachaufnahmen per Sprachbefehl löschen
- Amazon-Kundenservice: Alexa-Spracheinkauf an- und ausschalten
- BSI: Smart Speaker, so nutzen Sie den Sprachassistenten sicher
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