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Bus und Bahn legen zu – doch der Fernverkehr verliert Fahrgäste

5,7 Milliarden Fahrten im Nahverkehr, aber weniger im Fernzug: Die neue Statistik zeigt, warum die Gesamtzahl täuscht – und was sie über das Deutschlandticket offenlässt.

Von Wolfgang

24. Sep. 20263 Min. Lesezeit

Bus und Bahn legen zu – doch der Fernverkehr verliert Fahrgäste

Mehr Fahrten mit Bus und Bahn, weniger im Fernverkehr: Beides ist zur selben Zeit passiert. Im ersten Halbjahr 2026 zählte das Statistische Bundesamt im Nahverkehr 5,7 Milliarden Fahrgastfälle, zwei Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Im Fernverkehr waren es dagegen zwei Prozent weniger. Die neue amtliche Erhebung zeigt damit keine einheitliche Bewegung für „die Bahn“. Sie zeigt zwei unterschiedlich große Verkehrswelten.

Artikelbild: KI-generiertes Symbolbild einer Bus-und-Bahn-Szene; keine Aufnahme eines realen Bahnhofs.

Warum der Gesamtwert steigt

Der Nahverkehr macht laut Destatis 99 Prozent des gezählten Linienverkehrs mit Bussen und Bahnen aus. Sein Plus von zwei Prozent bestimmt deshalb auch die Schlagzeile für den gesamten Linienverkehr. Der Rückgang im Fernverkehr verschwindet in dieser großen Gesamtzahl fast, obwohl er für Fernreisende eine andere Entwicklung beschreibt.

Im Nahverkehr meldet Destatis 1,4 Milliarden Fahrgastfälle in Eisenbahnen und rund zwei Milliarden in Straßenbahnen, jeweils ein Prozent mehr. Bei Bussen sind es 2,7 Milliarden und ein Plus von zwei Prozent. Im Fernverkehr wurden 75 Millionen Fahrgastfälle gezählt: 69 Millionen im Zug, drei Prozent weniger, und rund 5,4 Millionen im Fernbus, zehn Prozent mehr. Auch innerhalb des Fernverkehrs laufen die Richtungen also auseinander.

Eine Fahrt ist noch kein zusätzlicher Mensch

Die Statistik zählt sogenannte Beförderungsfälle. Wer morgens zur Arbeit und abends zurückfährt, taucht mehrfach auf. Die 5,7 Milliarden Fälle bedeuten daher nicht, dass 5,7 Milliarden verschiedene Menschen unterwegs waren. Selbst die Zahlen für Zug, Straßenbahn und Bus lassen sich nicht einfach zur Nahverkehrssumme addieren: Bei einem Umstieg zwischen Verkehrsmitteln desselben Unternehmens wird die Fahrt in der Gesamtzahl nur einmal, bei den einzelnen Verkehrsmitteln aber mehrfach erfasst.

Eine Personensilhouette ist mit mehreren symbolischen Bus- und Bahnfahrten verbunden.
Eine Person kann viele gezählte Fahrten machen. KI-generiertes Symbolbild, keine Darstellung der Destatis-Daten.

Das erklärt auch, was die Erhebung zum Deutschlandticket sagen kann. Seit dessen Einführung steigen die Nahverkehrszahlen weiter; Destatis nennt für die ersten Halbjahre 2024, 2025 und 2026 Zuwächse von sechs, einem und zwei Prozent gegenüber dem jeweiligen Vorjahr. Aus dieser Folge lässt sich jedoch nicht ablesen, wie viele Fahrten das Ticket zusätzlich ausgelöst hat. Dafür müsste man wissen, wie sich der Verkehr ohne das Ticket entwickelt hätte.

Wie belastbar ist der Vergleich?

Für das Minus im Bahnfernverkehr nennt Destatis wetterbedingte Störungen im ersten Quartal als mögliche Ursache. Eine genaue Zerlegung des Rückgangs liefert die Meldung nicht. Zudem wurde der Kreis der erfassten Unternehmen ab Anfang 2026 neu festgelegt; betroffene Vorjahreswerte wurden für die Veränderungsraten bereinigt.

Die Behörde weist selbst auf Messgrenzen hin. Automatische Fahrgastzähler sind noch nicht überall installiert, und das Deutschlandticket macht die Zuordnung von Verkäufen zu einzelnen Verkehrsunternehmen schwieriger. Besonders die Angaben für den Busnahverkehr sind deshalb unsicher. Die Richtung des amtlichen Befunds bleibt klar: Nahverkehr legt zu, Fernzüge verlieren Fahrgastfälle. Warum Menschen ihre Wege ändern, beantwortet diese Zählung allein nicht.

Quellen

Für diesen Artikel wurden KI-gestützte Recherche- und Editierwerkzeuge verwendet. Der Inhalt wurde redaktionell geprüft.