Erneuerbare Energien

USA fördern Reparatur für das Stromnetz

Die USA schreiben bis zu 237 Millionen Dollar für Netzkomponenten aus. Ein Teil soll Aufarbeitung und Wiederverwendung fördern.

Von Wolfgang

31. Okt. 20264 Min. Lesezeit

Illustration eines Transformators in einer Werkstatt

Die USA wollen ausgediente Stromnetztechnik häufiger aufarbeiten und bei neuen Komponenten stärker auf heimische Materialien setzen. Dafür hat das Energieministerium ein Förderprogramm über bis zu 237 Millionen US-Dollar ausgeschrieben. Ein Teil des Geldes soll helfen, Geräte wiederzuverwenden; der größere Teil ist für alternative Materialien und Bauteile vorgesehen.

Die Förderung ist noch keine Liste bewilligter Projekte. Interessenten müssen zunächst Konzepte einreichen. Nach Angaben des US-Energieministeriums vom 30. Oktober sind dafür bis zu 50 Millionen Dollar für Aufarbeitung und Wiederverwendung sowie bis zu 187 Millionen Dollar für alternative, in den USA beschaffte und hergestellte Materialien und Komponenten vorgesehen.

Warum Transformatoren wichtig sind

Ein Transformator verändert die Spannung im Stromnetz. Verteiltransformatoren senken sie von höheren Netzspannungen auf ein Niveau, das für die Versorgung von Haushalten und Betrieben geeignet ist. Sie stehen zum Beispiel auf Strommasten oder in Gehäusen am Boden. Fällt ein solches Gerät aus oder wird ein neuer Anschluss benötigt, muss ein passender Ersatz verfügbar sein.

Genau dort sieht das Ministerium einen Engpass. Für Verteiltransformatoren stiegen die Lieferzeiten laut einem DOE-Bericht von 2024 von drei bis sechs Monaten im Jahr 2019 auf zwölf bis 30 Monate im Jahr 2023. Das sind historische Angaben, keine aktuelle Lieferzeit für jede Bestellung. Als Ursachen nennt das Ministerium unter anderem Materialknappheit, Schwierigkeiten bei Arbeitskräften und eine gestiegene Nachfrage.

Was Aufarbeitung leisten soll

Ein ausgebauter Transformator muss nicht zwangsläufig vollständig wertlos sein. Nach Angaben des Ministeriums können ausgemusterte oder beschädigte Geräte noch funktionsfähige Teile oder nutzbare Materialien enthalten. Werden geeignete Geräte geprüft und aufgearbeitet, könnte ein Teil davon erneut eingesetzt werden. Das soll den Bedarf an neuen Geräten und Materialien verringern.

Schematischer Ablauf von Prüfung, Aufarbeitung und Wiederverwendung eines Transformators
Die Grafik zeigt vereinfacht einen möglichen Weg von der Prüfung bis zur Wiederverwendung. Nicht jedes Gerät eignet sich dafür. (Quelle: KI generiert)

Das setzt verlässliche Prüfungen voraus. In einer Erläuterung zu Netzkomponenten nennt das Ministerium uneinheitliche Aufarbeitungsstandards, unzureichende Prüfmittel und schlecht dokumentierte Abläufe als Gründe, warum Käufer wiederaufbereiteter Geräte zögern können. Die Ausschreibung soll auch helfen, solche Hürden anzugehen. Welche konkreten Projekte gefördert werden, steht noch nicht fest.

Materialien aus anderen Quellen

Der zweite Förderbereich richtet sich auf alternative Materialien und Komponenten aus US-Produktion. Bei Transformatoren spielen unter anderem Elektrostahl für den Kern und Kupfer für Wicklungen eine Rolle. Das Ministerium beschreibt fehlende heimische Produktionskapazitäten für solche Materialien als einen Teil des Lieferkettenproblems.

Ein Ersatzmaterial muss zum jeweiligen Gerät passen und dessen technische Anforderungen erfüllen. Die Ausschreibung legt deshalb zunächst einen Förderrahmen fest; sie bedeutet nicht, dass bereits ein einzelner neuer Werkstoff für sämtliche Transformatoren bereitsteht. Ebenso wenig löst die Ankündigung allein den Mangel an Fertigungskapazitäten.

Wie groß sind die möglichen Einsparungen?

Das Ministerium nennt geschätzte Einsparungen von 125 Millionen Dollar pro Jahr für Versorger. In seiner technischen Erläuterung verbindet es diesen Wert mit einer Bedingung: 30 Prozent der Verteiltransformatoren am Ende ihrer Lebensdauer müssten aufgearbeitet werden. Es handelt sich um eine Szenarioschätzung, nicht um bereits nachgewiesene Einsparungen durch die neue Ausschreibung.

Ob ein aufgearbeitetes Gerät tatsächlich wirtschaftlicher ist, hängt vom Zustand, dem Aufwand der Reparatur und der erforderlichen Prüfung ab. Auch ein geringerer Einkaufspreis würde nicht automatisch zeigen, wie stark eine einzelne Stromrechnung sinkt.

Wie es weitergeht

Das Programm trägt den Namen Grid SCALED und ist laut Ministerium die erste Ausschreibung eines größeren Programms für Netzlieferketten. Bewerber müssen bis zum 20. November 2026 ein Konzeptpapier einreichen; vollständige Anträge sind bis zum 8. Februar 2027 vorgesehen. Weitere Förderbekanntmachungen erwartet das Ministerium für 2027.

Erst die Auswahl und Umsetzung der Projekte werden zeigen, welche Geräte tatsächlich aufgearbeitet und welche Alternativen in der Fertigung eingesetzt werden. Die aktuelle Entscheidung schafft dafür zunächst die Möglichkeit zur Bewerbung.

Quellen

Für diesen Artikel wurden KI-gestützte Recherche- und Editierwerkzeuge verwendet. Der Inhalt wurde redaktionell geprüft.