Multitabs ersetzen Spülmaschinensalz nicht immer. Prüfe zuerst die Wasserhärte bei deinem Wasserversorger und vergleiche sie mit der Anleitung deines Geräts und der Tab-Packung. Ist die Härte höher als dort erlaubt oder verlangt das Gerät Salz, fülle spezielles Regeneriersalz ein und stelle die Enthärtung passend ein.
Eine feste Grenze für alle Maschinen und Tabs gibt es nicht. Die Angaben auf der Verpackung und in der Bedienungsanleitung können sich unterscheiden. Solange unklar ist, ob dein Gerät auf Salz verzichten darf, lass die Enthärtungsanlage entsprechend der Anleitung eingestellt und nutze das dafür vorgesehene Spezialsalz. Die Salzanzeige allein zu ignorieren löst die Frage nicht.
Für die Entscheidung brauchst du weder ein neues Gerät noch besondere Chemiekenntnisse. Wichtig sind drei Angaben: Wie hart ist dein Leitungswasser? Was erlaubt der Hersteller deiner Maschine? Und bis zu welcher Wasserhärte funktioniert der konkrete Tab laut Packung?
1. Wasserhärte herausfinden
Der örtliche Wasserversorger veröffentlicht die Wasserhärte häufig auf seiner Internetseite oder nennt sie auf Anfrage. Manchmal liegt dem Geschirrspüler auch ein Teststreifen bei. Er liefert einen Anhaltspunkt für das Wasser am Gerät. Ziehst du um oder ändert sich die Versorgung, lohnt sich ein neuer Blick auf den Wert.
Oft steht die Härte in Grad deutscher Härte, abgekürzt °dH. Manche Angaben verwenden eine andere Einheit. In der Gerätetabelle stehen häufig mehrere Einheiten nebeneinander. Vergleiche den Wert und die Einheit, statt einfach eine Zahl zu übernehmen.
Hartes Wasser enthält vergleichsweise viel gelöstes Calcium und Magnesium. Beim Spülen können daraus Kalkablagerungen entstehen. Damit das Wasser geeigneter wird, besitzen viele Geschirrspüler eine Enthärtungsanlage. Sie muss wissen, wie hart das einlaufende Wasser ist.
2. Die Maschine auf diesen Wert einstellen
Suche in der Bedienungsanleitung nach „Wasserhärte“, „Enthärtungsanlage“ oder „Spezialsalz“. Dort findest du eine Tabelle, die deinem Härtewert eine Gerätestufe zuordnet. Wähle genau diese Stufe und speichere sie nach Anleitung. Tastenfolge und Anzeige unterscheiden sich je nach Modell.
Ein Beispiel: Nennt dein Versorger einen bestimmten Wert in °dH, suchst du diesen Bereich in der Tabelle deiner Maschine und übernimmst die danebenstehende Stufe. Die Stufennummer ist nicht automatisch identisch mit dem Härtewert. Ohne die passende Tabelle wäre eine pauschale Tastenkombination eher verwirrend als hilfreich.
Die Hinweise von Siemens Hausgeräte beschreiben dieses Vorgehen für ihre Geräte. Für eine andere Marke oder ein anderes Modell gilt die jeweilige Anleitung. Sie erklärt auch, ob bei sehr weichem Wasser die Enthärtung ausgeschaltet werden darf und was dabei mit der Salzanzeige geschieht.
3. Salz richtig einfüllen
Das Salz dient der Regeneration der Enthärtungsanlage. Es gehört in den dafür vorgesehenen Vorratsbehälter, nicht in die Reinigerkammer. Die Verbraucherzentrale empfiehlt spezielles Salz für Geschirrspüler und rät von Speisesalz ab. Maschinenreiniger oder Spülmittel dürfen nicht in den Salzbehälter: Das kann die Enthärtungsanlage beschädigen.

Bei vielen Geräten sitzt der runde Salzbehälter im Boden unter dem unteren Korb. Schraube ihn nach Anleitung auf, fülle das Spezialsalz ein und verschließe ihn sorgfältig. Wasser im Behälter nach früheren Spülgängen ist nicht automatisch ein Fehler. Bei der ersten Inbetriebnahme kann die Anleitung verlangen, vor dem Salz Wasser einzufüllen; beim späteren Nachfüllen gelten die Angaben des Geräts.
Fülle Salz am besten unmittelbar vor einem Spülgang nach. So kann übergelaufene Salzlösung ausgespült werden. Verschüttetes Salz entfernst du nach den Hinweisen des Herstellers. Wenn die Nachfüllanzeige leuchtet, prüfe den Vorrat und die Einstellung; die Anzeige kann je nach Gerät auch bei einer ausgeschalteten Enthärtung anders reagieren.
Reicht ein Multitab?
Multitabs kombinieren Reiniger mit weiteren Funktionen, häufig auch mit Stoffen zur Wasserenthärtung und Klarspülwirkung. Ob diese Kombination für dein Wasser und deine Maschine genügt, steht auf der Packung und in der Geräteanleitung. Prüfe beides, bevor du Salz oder Klarspüler weglässt.
Die Grenzen können auseinandergehen. Siemens nennt für seine beschriebenen Kombireiniger häufig 21 °dH als Grenze und empfiehlt bei härterem Wasser zusätzlich Salz und Klarspüler. Das Umweltbundesamt berichtete bei einem Test von 2015 dagegen über Produkte, deren Packungsangaben ohne zusätzliches Salz nur bis 13 beziehungsweise 15 °dH reichten. Das sind Beispiele aus unterschiedlichen Quellen und keine allgemeine Zusage für heutige Tabs.
Praktisch heißt das: Liegt dein Wasser über der Grenze des Tabs oder fordert die Anleitung des Geräts Regeneriersalz, verwende Salz. Liegt es darunter und erlaubt dein Gerät ausdrücklich den Betrieb ohne separates Salz, kannst du der vorgesehenen Kombination folgen. Schalte eine Enthärtung oder Warnanzeige nur aus, wenn deine konkrete Anleitung das für diese Nutzung vorsieht. Beim Wechsel zurück zu einem Einzelreiniger prüfst du die Einstellungen erneut.
Was macht der Klarspüler?
Klarspüler unterstützt das Ablaufen des Wassers und hilft gegen Tropfen und Wasserflecken beim Trocknen. Er gehört in einen eigenen Behälter, nicht zum Salz. Bei vielen Maschinen lässt sich die Menge einstellen. Die Verbraucherzentrale nennt Wasserflecken als möglichen Hinweis auf zu wenig und schmierige Schlieren als Hinweis auf zu viel Klarspüler.
Verändere die Dosierung deshalb nur schrittweise und beobachte das Ergebnis über mehrere Spülgänge. Prüfe vorher, ob der Behälter gefüllt und die Einstellung nach Anleitung gespeichert ist. Multitabs enthalten oft eine Klarspülkomponente; ob zusätzlicher Klarspüler sinnvoll ist, hängt von Gerät, Wasser und Ergebnis ab. Essig ist laut Verbraucherzentrale kein geeigneter Ersatz.
Wenn Gläser trotzdem milchig bleiben
Beginne mit den einfachen Ursachen: Stimmt der Härtewert am Gerät? Ist bei benötigter Enthärtung Salz im richtigen Behälter und der Deckel fest geschlossen? Ist der Tab für den Härtebereich geeignet? Danach lohnt ein Blick auf die Klarspülerdosierung und darauf, ob sich die Sprüharme frei drehen und ihre Öffnungen sauber sind.
Nicht jeder weiße Belag hat dieselbe Ursache. Verändert sich das Ergebnis trotz korrekter Einstellung und Reinigung nicht, hilft die Fehlerdiagnose in der Anleitung oder der Kundendienst. Dauerhaft beschädigtes Glas lässt sich durch mehr Salz nicht zuverlässig reparieren. Mehr Reiniger ist ebenfalls keine sichere Lösung: Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass Überdosierung unnötig die Umwelt belastet.
Einzelprodukte sind eine brauchbare Alternative zu Multitabs: Reiniger nach Packung dosieren und, soweit Gerät und Wasserhärte es erfordern, Spezialsalz und Klarspüler getrennt verwenden. Wer bei Multitabs bleiben möchte, prüft ihre Grenzen und die Vorgaben der Maschine. In beiden Fällen gilt: Das passende Setup beginnt mit dem Wasserhärtewert und der Anleitung des eigenen Geräts.
Quellen
- Verbraucherzentrale: Reiniger, Wasserenthärtung und Klarspüler
- Siemens Hausgeräte: Wasserhärte, Salz und Klarspüler
- Umweltbundesamt: Geschirrspültabs und Wasserhärte, 2015
- Umweltbundesamt: Regeneriersalz im Geschirrspüler
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