Schnellladen ohne Vertrag: Was die kWh kostet

Schnellladen ohne Vertrag: 74 Cent pro kWh und große Unterschiede

Schnellladen ohne Vertrag kostet laut Ladechef-Index typisch 0,74 Euro pro kWh. Warum Dresden billig und Fürth teuer ist und wann eine Ladekarte hilft.

Von Wolfgang

05. Nov. 20264 Min. Lesezeit

Elektroauto lädt in der Abenddämmerung an einer öffentlichen Schnellladesäule auf einem nassen Parkplatz in einer Stadt
Elektroauto lädt in der Abenddämmerung an einer öffentlichen Schnellladesäule auf einem nassen Parkplatz in einer Stadt

Wer sein E-Auto spontan an einer Schnellladesäule lädt, zahlt in Deutschland typischerweise 74 Cent pro Kilowattstunde. Das zeigt ein neuer monatlicher Preisindex. Die Spanne zwischen den Städten ist groß. Für Vielfahrer lohnt der Blick auf Ladekarten.

Das Vergleichsportal Ladechef veröffentlicht seit Oktober einen monatlichen Ladepreis-Index. Er erfasst, was Laden ohne Vertrag an öffentlichen Säulen kostet. Stand 1. November 2026 liegt der typische Preis am Schnelllader bei 0,74 Euro pro Kilowattstunde. An Normalladern sind es 0,54 Euro. Gegenüber Oktober hat sich bundesweit nichts bewegt. Zwischen den Städten aber liegen bis zu 32 Cent.

Kurz gesagt

Ad-hoc-Schnellladen kostet laut Ladechef-Index im November 2026 typisch 0,74 Euro pro kWh, Normalladen 0,54 Euro. Am günstigsten ist Dresden mit 0,50 Euro, am teuersten sind Fürth und Oldenburg mit 0,82 Euro. Für 50 kWh macht das 16 Euro Unterschied. Wer oft öffentlich lädt, kann mit einer passenden Ladekarte sparen, muss aber Grundgebühren gegenrechnen.

Was der Index misst

Der Index betrachtet nur das sogenannte Ad-hoc-Laden. Das ist Laden ohne Vertrag, etwa per Kartenzahlung oder QR-Code an der Säule. Ladekarten und Abos sind nicht eingerechnet.

Die Preise stammen laut Ladechef aus den Meldungen der Betreiber nach der EU-Verordnung für Ladeinfrastruktur AFIR, abgerufen über die Mobilithek, sowie aus veröffentlichten Preislisten. Die Standorte kommen aus dem Ladesäulenregister der Bundesnetzagentur. Jeder Standort zählt einmal, mit dem niedrigsten Preis des Betreibers. So bestimmen große Ladeparks mit vielen Säulen nicht das Ergebnis.

Gezählt werden nur Preise, bei denen die Mehrwertsteuer belegt ist. Ab-Preise ohne Obergrenze fallen heraus. Im November flossen 9.028 Schnellladestandorte und 18.299 Normalladestandorte ein. Der typische Wert ist der Median. Die Hälfte der Standorte ist also günstiger, die andere Hälfte teurer.

Die Spanne ist größer als der Mittelwert

Die mittleren 80 Prozent der Schnellladestandorte kosten laut Index zwischen 0,49 und 0,84 Euro pro kWh. An Normalladern reicht die Spanne von 0,48 bis 0,67 Euro. Wer also an der falschen Säule lädt, zahlt schnell ein Drittel mehr als nötig.

Dresden vorn, Fürth und Oldenburg hinten

Für den Städtevergleich wertet Ladechef 46 Städte mit mindestens 15 Schnellladestandorten mit gesichertem Preis aus. Am günstigsten ist Dresden mit typisch 0,50 Euro pro kWh. Es folgen Bonn und Wiesbaden mit je 0,56 Euro und Kiel mit 0,58 Euro. Köln, Braunschweig und Heilbronn liegen bei 0,59 Euro.

Am teuersten sind Fürth und Oldenburg mit je 0,82 Euro. Bremerhaven, Chemnitz, Essen, Hamm, Karlsruhe, Mainz, Neuss und Solingen kommen auf 0,79 Euro. Berlin liegt mit 0,69 Euro unter dem Bundeswert, Hamburg mit 0,72 Euro knapp darunter. Frankfurt am Main kommt auf 0,76 Euro, Hannover auf 0,78 Euro.

Was das in Euro bedeutet, zeigt eine einfache Rechnung. 50 kWh kosten zum Bundeswert 37 Euro. In Dresden sind es 25 Euro, in Fürth oder Oldenburg 41 Euro. Das sind Rechenwerte auf Basis der Mediane, keine Preise einzelner Säulen.

Warum die Preise so stark schwanken

Welcher Betreiber in einer Stadt dominiert, bestimmt den Preis stark. Die Betreiberübersicht von Ladechef zeigt das. Dort reichen die Ad-hoc-Preise am Schnelllader je nach Netz von rund 0,30 Euro bei einzelnen Standorten bis über einen Euro pro kWh. Große Netze wie EnBW und Shell Recharge verlangen laut Übersicht ohne Vertrag 0,79 Euro, Fastned 0,69 Euro, EWE Go 0,60 Euro. Die Werte sind Momentaufnahmen mit Stand Anfang November.

Hinzu kommen Gebühren, die im Kilowattstundenpreis nicht auftauchen. Blockiergebühren nach einer bestimmten Standzeit können eine Ladung deutlich verteuern. Worauf man an der Säule achten sollte, erklärt unser Ratgeber zum Laden ohne Abo mit QR-Code und Kartenzahlung.

Ladekarte oder spontan laden

Ladechef weist selbst darauf hin, dass Vielfahrer mit einer Ladekarte oft weniger zahlen. Das gilt vor allem für Fahrer, die regelmäßig im selben Netz laden. Viele Tarife verlangen dafür aber eine monatliche Grundgebühr. Die Rechnung geht nur auf, wenn genug Kilowattstunden zusammenkommen.

Wer selten öffentlich lädt und zu Hause eine Wallbox hat, fährt mit Ad-hoc-Laden oft gut. Entscheidend ist dann, wo man lädt. Warum der Ladeort über die Kosten eines E-Autos entscheidet, zeigt unser Kostenvergleich nach Ladeort.

Was Fahrer jetzt tun können

  • Vor dem Laden den Preis an der Säule oder in der App prüfen. Er kann sich kurzfristig ändern.
  • Auf Strecken mit Wahlfreiheit günstigere Netze ansteuern. Der Unterschied zwischen zwei Säulen kann über 30 Cent pro kWh betragen.
  • Grundgebühren von Ladekarten gegen die eigene Lademenge rechnen.
  • Blockiergebühren und Standzeiten im Blick behalten.

Mehr Preistransparenz ist politisch gewollt. Die EU-Regeln zum Bezahlen und zur Preisangabe an Ladesäulen haben wir hier zusammengefasst. Warum der Preis trotzdem oft schwer zu vergleichen ist, steht in unserem Beitrag zu verständlicheren Ladepreisen. Der Index soll monatlich erscheinen. Laut Ladechef soll die Seite dazu den Vergleich mit dem Vormonat an denselben Standorten zeigen.

Quellen

Für diesen Artikel wurden KI-gestützte Recherche- und Editierwerkzeuge verwendet. Der Inhalt wurde redaktionell geprüft.