
Samsung bringt Smart Home Savings nach Deutschland. Wer vernetzte Samsung-Hausgeräte in SmartThings hat, kann Gerätedaten an die Bayerische freigeben und bekommt dafür Versicherungsangebote. Was der Dienst tut, welche Daten fließen und was Sie vor dem Antippen prüfen sollten.
Samsung hat am 2. November 2026 angekündigt, seinen Dienst Smart Home Savings in Deutschland und Spanien einzuführen. Die Idee stammt aus Pilotprojekten in den USA und Polen. Vernetzte Hausgeräte sollen Versicherern zeigen, dass ein Haushalt Schäden wie kleine Wasserlecks früh erkennen kann, und dafür gibt es Vergünstigungen. Erster Partner in Deutschland ist die Versicherungsgruppe die Bayerische.
Kurz gesagt
Smart Home Savings ist ein kostenloser Bereich in der SmartThings-App, über den Sie Angaben zu Ihren vernetzten Samsung-Geräten an einen Versicherer weitergeben. In Deutschland ist das die Bayerische mit ihrer PrimeHome-Police. Die Vergünstigung gibt es nur mit einem Vertrag dort, die Höhe nennt Samsung nicht und garantiert sie auch nicht.
Was Smart Home Savings ist
Eine eigene Versicherung verkauft Samsung mit Smart Home Savings nicht. Laut Samsung-Pressemitteilung informieren Nutzer über die SmartThings-App teilnehmende Versicherer über die Schutzfunktionen ihrer verbundenen Samsung-Hausgeräte. Der Versicherer entscheidet dann, ob und welche Vergünstigung er anbietet.
Als Begründung führt Samsung die Prävention an. Haushalte mit Geräten, die frühe Anzeichen eines Risikos erkennen, könnten als besonders sicher eingestuft werden. Auf dieser Grundlage könnten Versicherer Beitragsgutschriften gewähren.
In der US-Ankündigung beschreibt Samsung den Kern genauer. Der Versicherer erfährt, dass ein Haushalt vernetzte Geräte besitzt, die Probleme erkennen und die Bewohner benachrichtigen können.
In den USA hat Samsung den Dienst im Januar 2026 mit Hartford Steam Boiler vorgestellt, einer Tochter von Munich Re. Laut Samsung lief 2025 ein Pilot in Florida mit mehreren Hausversicherern. In Spanien startet der Dienst mit DKV Seguros, in Deutschland mit der Bayerischen.
Für die Teilnahme selbst verlangt Samsung kein Geld. Wer ein Angebot annimmt, zahlt aber den Beitrag des Versicherers und unterliegt dessen Bedingungen. Tarife und Konditionen legt laut Samsung allein der jeweilige Versicherer fest.
Welche Geräte teilnehmen können
Teilnehmen können nur Samsung-Hausgeräte, die mit SmartThings verbunden sind. Samsung nennt in der Pressemitteilung ausgewählte WLAN-fähige Geräte, die ab 2020 auf den Markt kamen. Dazu zählen Kühlschränke, Waschmaschinen, Trockner, Geschirrspüler, Kochfelder, Backöfen, Klimageräte und Dunstabzugshauben.
Etwas enger fasst es die deutsche Produktseite. Dort nennt Samsung bestimmte Kühlschränke, Waschmaschinen, Trockner, Geschirrspüler, Backöfen, Kochfelder und Mikrowellen mit Dunstabzugshaube, die ab 2020 hergestellt wurden. Ob ein Gerät tatsächlich berechtigt ist, zeigt nur die App.
Auch bei den App-Voraussetzungen weichen die Angaben ab. Die Pressemitteilung nennt Android 9, die aktuelle Produktseite Android 10. Maßgeblich dürfte die Produktseite sein, weil sie laut Samsung mit App-Updates angepasst wird.
Die Geräte müssen auf der SmartThings-Plattform registriert sein und eine aktive Internetverbindung haben. Für die App nennt die Produktseite Android 10 mit mindestens 3 GB RAM oder iOS 15. Samsung nennt für den Dienst ausschließlich eigene SmartThings-kompatible Hausgeräte, Sensoren anderer Hersteller kommen in den Angaben nicht vor.
So prüfen Sie die Teilnahme in der App
Geprüft wird komplett in SmartThings. Samsung beschreibt den Weg über den unteren Reiter „Leben“, dann „Haushaltspflege“ und schließlich „Smart Home Savings“. Dort zeigt die App an, welche Ihrer verbundenen Geräte teilnahmeberechtigt sind.
Wichtig ist, dass Sie an dieser Stelle noch nichts freigeben müssen. Laut Samsung stehen alle Details zu den übertragenen Daten im Teilnahmeprozess. Lesen Sie diese Hinweise, bevor Sie einer Weitergabe zustimmen.
Der Dienst läuft nicht automatisch. Laut Samsung informieren Kunden die Versicherer erst, wenn sie Smart Home Savings in der App aktivieren. Ohne diesen Schritt bleiben Ihre Gerätedaten in SmartThings.
Fehlen geeignete Geräte, ist eine Teilnahme laut Samsung nicht möglich. Mindestens ein teilnahmeberechtigtes Gerät ist Voraussetzung. Ein neues Hausgerät nur wegen einer möglichen Vergünstigung zu kaufen, lohnt sich deshalb kaum, zumal Samsung keine Höhe nennt.
Welche Daten an den Versicherer gehen
Samsung listet in den FAQ der deutschen Produktseite auf, welche Daten geteilt werden. Sie sollen der Identifizierung teilnahmeberechtigter Produkte dienen. Hinzu kommen Angaben zu Ihrem Konto und Ihrem Wohnort.
| Datenart | Was Samsung nennt |
|---|---|
| Geräteangaben | Modellnummer, Seriennummer, Preis, Produktionsdatum |
| Gerätestatus | Verbindungsstatus |
| Konto | SmartThings-Kontonummer, verschlüsselt |
| Ort | Ländervorwahl und die von Ihnen eingegebene Postleitzahl |
Bemerkenswert ist, dass auch der Preis der Geräte auf der Liste steht. Zusammen mit Modell und Produktionsdatum ergibt sich daraus ein recht genaues Bild der Ausstattung eines Haushalts.
Auffällig ist eine Formulierung in den FAQ. Durch die Weitergabe sollen Versicherer laut Samsung Einblicke in die Art der Produkte und in den Betriebszustand des Haushalts gewinnen. Wie weit dieser Betriebszustand reicht und wie oft er übermittelt wird, steht auf der Produktseite nicht.
Eine Dauerüberwachung beschreibt Samsung nicht. Aus der Liste geht aber hervor, dass der Versicherer erfährt, welche Geräte in welchem Postleitzahlgebiet stehen und ob sie verbunden sind. Wer das nicht möchte, sollte den Dienst nicht aktivieren.
Die Postleitzahl geben Sie laut Samsung selbst ein. Damit weiß der Versicherer, in welcher Region die Geräte stehen. Wer umzieht, sollte die Angabe in der App und beim Versicherer aktualisieren.
Datenschutz und Widerruf
Die allgemeine Datenschutzerklärung von Samsung Deutschland sieht vor, dass personenbezogene Daten an vertrauenswürdige Partner wie Versicherungsunternehmen weitergegeben werden, wenn diese gewünschte Produkte und Dienste bereitstellen. Für Werbung durch solche Partner verlangt Samsung eine gesonderte Einwilligung. Für Smart Home Savings verweist Samsung zusätzlich auf die Hinweise im Teilnahmeprozess der App.
Eine erteilte Einwilligung können Sie laut Datenschutzerklärung jederzeit widerrufen. Was vor dem Widerruf verarbeitet wurde, bleibt allerdings rechtmäßig.
Offen lassen die Samsung-Seiten, was ein Widerruf für eine bereits gewährte Vergünstigung bedeutet. Ebenso fehlt eine Angabe, ob der Versicherer die Daten erneut abruft oder nur einmal beim Abschluss erhält. Beides sollten Sie vor der Zustimmung mit der Bayerischen klären.
Was die Bayerische anbietet
Die Bayerische ist eine Versicherungsgruppe, die laut Pressemitteilung 1858 gegründet wurde und rund 1,1 Millionen Kunden hat. Vorstand Martin Gräfer beschreibt PrimeHome dort als Verbindung von Versicherung, Prävention und Vorsorge. Samsung liefere dazu die Smart-Home-Technik.
Ohne Vertrag gibt es keine Vergünstigung. Laut Samsung-Produktseite gibt es die besonderen Angebote beim Abschluss einer PrimeHome-Versicherung bei der Bayerischen und bei Freigabe der SmartThings-Daten. Höhe und Verfügbarkeit seien nicht garantiert und hingen von Versicherungsart, Versicherer, Wohnsitz und weiteren Faktoren ab.
PrimeHome ist laut der Bayerischen ein Komplettpaket für Hausrat, Wohngebäude und weitere Bausteine in einem Vertrag. Für Hausrat und Wohngebäude gibt es darin ein Vorsorgebudget. Beim Hausrat sind es alle drei Jahre 50 Euro im Tarif Prestige und 100 Euro im Tarif Prestige Plus, beim Wohngebäude alle drei Jahre 300 Euro.
Das Budget gilt für Präventions- und Wartungsmaßnahmen. Die Bayerische nennt unter anderem mobile Wassersensoren, Spannungsschutz-Steckdosen, Alarmanlagen, Rückstauklappen und Wasserstopp-Systeme. Auch die Wartung von Haushaltsgeräten wie Waschmaschine, Trockner oder Kühlschrank zählt dazu.
Im Hausratbaustein lässt sich das Budget laut der Bayerischen auch für eine Beratung durch einen zertifizierten PrimeHome-Berater bei einer Hausbesichtigung nutzen. Konkrete Prozentwerte für die Vergünstigung durch Smart Home Savings nennen weder Samsung noch die Bayerische auf den abgerufenen Seiten. Ein seriöser Vergleich ist deshalb erst mit einem konkreten Angebot möglich.
Checkliste vor der Aktivierung
Vor der Freigabe hilft ein kurzer Abgleich. Die folgenden Punkte ergeben sich aus den Angaben von Samsung und der Bayerischen.
- Teilnahmeberechtigung in der App prüfen, ohne gleich zuzustimmen
- Datenliste im Teilnahmeprozess lesen, besonders zum Betriebszustand
- Klären, ob und wie Sie die Freigabe später widerrufen können
- Prüfen, ob Sie für die Vergünstigung den Versicherer wechseln müssten
- Gesamtbeitrag mit Ihrem bisherigen Vertrag vergleichen, nicht nur den Rabatt
- Fragen, was passiert, wenn ein Gerät offline geht oder ersetzt wird
- Kündigungsfristen des bisherigen Vertrags beachten
Für Fragen zum Angebot, zu Bedingungen und zum Schutz ist laut Samsung der Versicherer zuständig. Fragen zu Geräten und zur App beantwortet der Samsung-Kundendienst. Zu einer bestehenden Police sollten Sie sich an Ihren aktuellen Versicherer wenden.
Einordnung
Im Kern ist Smart Home Savings ein Vertriebsweg. Samsung verschafft vernetzten Hausgeräten einen zusätzlichen Nutzen und die Bayerische erreicht Haushalte, die bereits Präventionstechnik besitzen. Für Kunden kann das günstig sein, wenn ein Wechsel zur PrimeHome-Police ohnehin in Frage kommt.
Samsung selbst spricht von einer Entwicklung weg von klassischen Versicherungsmodellen hin zu proaktivem Risikomanagement. Ob weitere Versicherer in Deutschland folgen, sagt die Mitteilung nicht. Bis dahin bleibt der Dienst ein Angebot für Kunden, die zur Bayerischen wechseln wollen oder dort schon versichert sind.
Wer mit seiner Hausrat- oder Gebäudeversicherung zufrieden ist, gewinnt durch den Dienst allein nichts. Ein Wassersensor schützt auch ohne Datenfreigabe vor Schäden. Wer ohnehin PrimeHome-Kunde ist, kann solche Sensoren laut der Bayerischen sogar über das Vorsorgebudget finanzieren. Wie Sie SmartThings nach dem jüngsten Update sinnvoll einstellen, zeigt unser Beitrag zum SmartThings-Update.
Welche Rolle Versicherer bei Smart-Home-Technik schon heute spielen, zeigt auch unser Ratgeber Smart Lock nachrüsten. Wer Wasserschäden vorbeugen will, findet in unserem Ratgeber zu Wassermeldern im Smart Home weitere Hinweise.
Quellen
- Samsung Newsroom Deutschland, Samsung Smart Home Savings Service kommt nach Deutschland, 2. November 2026
- Samsung Deutschland, SmartThings Vorteilsprogramme mit FAQ
- Die Bayerische, Vorsorgebudget in der PrimeHome-Police
- Samsung Deutschland, Datenschutzerklärung
- Samsung Global Newsroom, Smart Home Savings mit HSB, 6. Januar 2026
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