Vor Norwegens Küste sollen vier große Windräder auf schwimmenden Fundamenten entstehen. Die staatliche Förderagentur Enova hat dafür zwei Projekten zusammen 3,94 Milliarden norwegische Kronen zugesagt. Erprobt werden sollen unter anderem die Fundamente, ihre Verankerung und der Betrieb auf See.
Die Anlagen sind für das Demonstrationsgebiet des METCentre vor Karmøy im Südwesten Norwegens geplant. Je zwei Turbinen entfallen auf Fortius Offshore Wind und Fram Wind Solutions. Beide Projekte wollen sie innerhalb der nächsten fünf Jahre installieren, teilte Enova am 30. Oktober mit. Das Geld wird nach Angaben der Agentur ausgezahlt, wenn die Vorhaben umgesetzt werden.
Warum die Windräder schwimmen
Bei einer bodenfesten Offshore-Anlage steht das Fundament direkt auf dem Meeresgrund. Mit zunehmender Wassertiefe wird eine solche Konstruktion aufwendiger. Ein schwimmendes Fundament trägt den Turm dagegen an der Oberfläche. Anker und Leinen verbinden die Plattform mit dem Meeresboden und halten sie in ihrem vorgesehenen Bereich.
Das Prinzip ähnelt einem verankerten Schiff, doch eine Windturbine stellt besondere Anforderungen: Rotor und Turm ragen hoch über das Wasser, während Wind und Wellen auf die Konstruktion wirken. Fundament, Verankerung und Turbine müssen zusammen so ausgelegt sein, dass die Anlage unter diesen Bedingungen arbeiten kann. Welche konkrete Fundamentform die beiden norwegischen Projekte wählen, nennt die Fördermeldung nicht.

Das US-Energieministerium beschreibt solche Verankerungssysteme als Zusammenspiel aus Leinen, Ankern und weiteren Komponenten. Deren Gestaltung beeinflusst die Zuverlässigkeit und die Kosten einer schwimmenden Anlage.
74 Megawatt geplant
Jede der vier geplanten Turbinen soll eine Nennleistung von 18,5 Megawatt haben. Zusammen wären das 74 Megawatt. Die Nennleistung beschreibt die Leistung unter vorgesehenen Betriebsbedingungen; sie bedeutet nicht, dass die Anlagen zu jeder Stunde mit diesem Wert Strom erzeugen.
Enova schätzt die gemeinsame Jahresproduktion auf 300 Millionen Kilowattstunden und vergleicht sie mit dem Jahresverbrauch von rund 15.000 Haushalten. Das ist eine Erwartung für die geplanten Anlagen, kein bereits gemessener Ertrag. Wie viel Strom später tatsächlich ins Netz gelangt, hängt vom Betrieb und den Bedingungen vor Ort ab.
Wofür das Fördergeld gedacht ist
Fortius soll zwei Milliarden Kronen erhalten, Fram 1,94 Milliarden. Nach Enovas Angaben wurden die Projekte unter anderem danach ausgewählt, wie viel Energie sie je Förderkrone erwarten lassen, wie sich ihre Technik übertragen ließe und welche künftigen Kosten sie verspricht. Auch Klimafußabdruck und Auswirkungen auf die biologische Vielfalt flossen in die Auswahl ein.
Das Ziel ist eine günstigere Stromproduktion aus schwimmender Offshore-Windkraft. Dafür wollen die Unternehmen laut Enova verschiedene technische Lösungen für die großen Fundamente, ihre Befestigung sowie Bau und Betrieb demonstrieren. Eine Förderzusage allein belegt allerdings noch nicht, dass die erprobten Lösungen später günstiger sind. Das lässt sich erst anhand der Umsetzung und der Betriebserfahrungen beurteilen.
Norwegen sieht in seiner maritimen Industrie und seinen windreichen Seegebieten eine Grundlage für diese Technik. Der nächste konkrete Schritt liegt bei den Projektgesellschaften: Sie müssen die geplanten Anlagen umsetzen. Erst dann wird aus der Förderentscheidung ein praktischer Versuch mit den vier großen Turbinen.
Quellen
- Enova: 3,9 milliarder til to flytende havvindanlegg, 30. Oktober 2026.
- US Department of Energy: Floating Offshore Wind Energy Mooring and Anchoring, 18. Oktober 2022.
Für diesen Artikel wurden KI-gestützte Recherche- und Editierwerkzeuge verwendet. Der Inhalt wurde redaktionell geprüft.