Technik

Laser lesen Körpergeruch – eine Diagnose ist das noch nicht

Eine kleine Laborstudie zeigt, wie Lasertechnik Krankheitsspuren in Geruchsproben untersuchen kann. Entscheidend ist der Abstand zwischen einem erkennbaren Muster und einem verlässlichen Test.

Von Wolfgang

30. Sep. 20263 Min. Lesezeit

Redaktionelle Illustration: Laser lesen Körpergeruch – eine Diagnose ist das noch nicht

Ein Körperabstrich statt einer Blutprobe: Die Idee klingt angenehm einfach. In einer neuen Laborarbeit steckt die eigentliche Neuerung jedoch im Messgerät. Laser sollen flüchtige Stoffe aus Körpergeruchsproben so erfassen, dass sich ihre Muster vergleichen lassen. Ob daraus einmal ein verlässlicher Krankheitstest wird, ist eine andere Frage.

Fraunhofer IIS berichtet am 29. September über einen Versuch mit der TU Dresden: Untersucht wurden Abstriche von 24 Personen, je sechs gesunde Menschen, Menschen mit Parkinson, mit COVID-19 und mit anderen Erkrankungen. Die Forschenden nutzen laserbasierte photoakustische Spektroskopie. Stoffe absorbieren Laserlicht; daraus entstehen akustische Signale, die sich messen lassen. Besonders Proben aus dem Nasenbereich erschienen in diesem Versuch vielversprechend.

Eine Signatur ist noch keine Diagnose

Geruch wird damit zu einem Muster aus Messdaten. Das ist auch die Grundrichtung des europäischen Projekts SMELLODI: Gerüche sollen elektronisch erfasst und digital darstellbar werden. Der Projektansatz verbindet Sensorik mit dem Verständnis menschlicher Geruchswahrnehmung. Sein Forschungsziel darf dabei nicht mit einem bereits fertigen medizinischen Verfahren verwechselt werden.

Körperabstrich, laserbasierte photoakustische Messung und Vergleich der Signaturen; klinische Diagnose ist noch nicht nachgewiesen.
Drei Schritte, zwei verschiedene Fragen: Ein Signal lässt sich messen; ob es eine Erkrankung zuverlässig erkennt, muss gesondert geprüft werden. Grafik: TechZeitGeist; Grundlage: Fraunhofer IIS.

Ein kleines Labor kann zunächst zeigen, dass ein Verfahren interessante Unterschiede sichtbar macht. Ein Test im Alltag muss dagegen bei einem einzelnen Menschen funktionieren, dessen Gesundheitszustand noch nicht bekannt ist. Die schwierige Frage lautet dann: Stammt ein Unterschied tatsächlich von der gesuchten Erkrankung, oder lässt er sich auch anders erklären?

Dafür reicht die Aufteilung in vier kleine Gruppen nicht aus. Fraunhofer bezeichnet die Arbeit als Machbarkeitsstudie und nennt größere, vielfältigere Untersuchungen als nächsten nötigen Schritt. Aus dem Bericht lässt sich weder eine verlässliche Trefferquote noch ein Nutzen für die Versorgung ableiten.

Warum der Versuch trotzdem interessant ist

Die Arbeit verschiebt die Diskussion von „Kann man Krankheit riechen?“ zu einer prüfbaren technischen Frage: Welche Bestandteile einer Probe lassen sich wie erfassen? Das ist ein sinnvoller Anfang. Wer ein späteres Diagnosegerät beurteilen möchte, sollte jedoch auf Belege aus der Anwendung schauen – auf richtige und falsche Ergebnisse bei neuen Patienten, nicht allein auf unterscheidbare Muster im Labor.

Bis dahin bleibt die Lasermessung ein Forschungsansatz. Beschwerden medizinisch abklären zu lassen und auf eine Geruchsanalyse als zukünftige Möglichkeit zu hoffen, sind zwei unterschiedliche Dinge.

Quellen

Für diesen Artikel wurden KI-gestützte Recherche- und Editierwerkzeuge verwendet. Der Inhalt wurde redaktionell geprüft.