Automobil

Daimler plant Buslader in Hamburg – für die Pause im Fahrplan

Am Hamburger ZOB sollen 2027 zunächst vier Schnelllader für Elektrobusse starten. Der Ansatz bringt das Laden an einen ohnehin angefahrenen Ort; noch steht die Anlage in der Planung.

Von Wolfgang

30. Sep. 20262 Min. Lesezeit

Redaktionelle Illustration: Daimler plant Buslader in Hamburg – für die Pause im Fahrplan

Ein Reisebus fährt den Busbahnhof ohnehin an. Kann er dort auch laden, muss die Ladestation nicht zwangsläufig ein zusätzlicher Ort auf seiner Route werden. Diesen Ansatz verfolgt Daimler Buses jetzt am Zentralen Omnibusbahnhof in Hamburg: Für 2027 sind zunächst vier Schnelllader vorgesehen.

Laut Mitteilung vom 30. September ist der Pachtvertrag mit der ZOB Hamburg GmbH unterzeichnet, der Bauantrag wurde eingereicht. Eine spätere Erweiterung auf acht Ladepunkte soll möglich sein. Eine laufende Anlage meldet das Unternehmen damit noch nicht.

Das Laden rückt an den Halt

Die Idee verbindet Infrastruktur mit einem vorhandenen Ablauf: Ein Bus kommt an, Fahrgäste steigen ein oder aus, die nächste Fahrt wird vorbereitet. Eine Ladestation an diesem Ort kann die Planung vereinfachen. Ob die ohnehin verfügbare Pause für den benötigten Strom reicht, ist damit aber noch nicht beantwortet. Ein günstiger Standort und ein passender Zeitplan müssen zusammenkommen.

Unterzeichneter Pachtvertrag und eingereichter Bauantrag, vier geplante Schnelllader und geplante Inbetriebnahme 2027; kein Nachweis fertiger Ladeanlage.
Der Hamburger Projektstand trennt Vereinbarung, Ausbauplanung und tatsächliche Verfügbarkeit. Grafik: TechZeitGeist; Grundlage: Daimler Truck.

Daimler Buses Solutions soll die Anlage finanzieren, aufbauen und betreiben; die Investition soll über den Stromverkauf refinanziert werden. Damit übernimmt der Busbahnhof nach dem beschriebenen Modell nicht selbst den Aufbau und technischen Betrieb. Für Hamburg nennt Daimler eine geplante Ladeleistung von bis zu 600 Kilowatt. Das ist eine Maximalangabe für die angekündigten Ladesäulen, kein Nachweis bereits verfügbarer Ladeleistung.

Eine Ankündigung ist noch kein Ladenetz

Im Februar hatte Daimler auch Ladepunkte am Münchner ZOB angekündigt. Das zeigt, dass Hamburg zu einem wiederholten Standortansatz gehört. Die damalige Planung ist allerdings kein Beleg dafür, dass die Münchner Anlage heute schon vollständig genutzt werden kann. Ebenso wenig lässt sich eine dort genannte Leistungsangabe ohne Weiteres auf Hamburg übertragen.

Für Busunternehmen zählt am Ende die verfügbare Infrastruktur auf ihrer tatsächlichen Strecke. Ein angekündigter Halt ist erst dann eine belastbare Ladeoption, wenn er in Betrieb ist und zu Fahrzeug, Zeitfenster und Fahrplan passt. Dass der Bauantrag eingereicht ist, markiert einen Schritt dahin; es ersetzt weder Genehmigung noch Fertigstellung.

Der Hamburger Plan ist deshalb vor allem als Infrastrukturidee interessant: Ladeorte dort schaffen, wo Busse bereits halten. Der angekündigte Start 2027 wird zeigen müssen, wie daraus ein nutzbarer Baustein für längere elektrische Busfahrten wird.

Quellen

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