Das Firmenpostfach kann funktionieren, während Apple Mail keine neuen Nachrichten mehr abholt. Ab heute wird diese Unterscheidung für manche Microsoft-365-Organisationen wichtig: Microsoft beginnt am 1. Oktober 2026 damit, den älteren Zugang Exchange Web Services, kurz EWS, in Exchange Online schrittweise zu sperren. Betroffen sind Anwendungen, die diesen Weg noch nutzen. Wer Firmenmail und Termine auf dem Mac verwaltet, sollte deshalb den Zugriff mit seiner IT klären.
Die Umstellung erfolgt laut Microsofts aktuellem Abschaltungsplan pro Organisation. Der heutige Start bedeutet also keinen gleichzeitigen Ausfall aller Konten. Ab dem 1. April 2027 soll EWS in Exchange Online vollständig abgeschaltet sein.
Warum der Mac eine besondere Rolle spielt
Eine Mail-App braucht eine Verbindung zum Postfach, um Nachrichten, Kontakte und Kalendereinträge abzugleichen. EWS ist eine solche Schnittstelle. Apple dokumentiert diesen Zugang für den Mac; iPhone und iPad nutzen für ihre Exchange-Anbindung dagegen Exchange ActiveSync, abgekürzt EAS. Dass Mail auf dem iPhone weiterläuft, sagt deshalb wenig über dieselbe Verbindung am Mac aus.
Apple arbeitet nach eigener Angabe mit Microsoft daran, Mail, Kalender, Kontakte, Notizen und Erinnerungen auf Microsoft Graph umzustellen. Die Dokumentation nennt dafür ein künftiges Update von macOS 27. Sie belegt keinen bereits abgeschlossenen Wechsel aller Mac-Installationen. Entscheidend sind die konkrete App-Version und die Freigaben der Organisation.

Eine Freigabe verschafft Zeit
Bei Organisationen, die EWS nicht ausdrücklich konfiguriert haben, stellt Microsoft den bisherigen Standard im Rollout auf gesperrt um. Die IT kann EWS vorübergehend aktiviert lassen und zugelassene Anwendungen über eine Liste ihrer App-IDs festlegen. Diese Liste bestimmt, welche Programme den alten Zugang weiter verwenden dürfen. Eine leere Liste bietet dabei keine Freigabe.
Die Übergangslösung gewinnt Zeit für die Migration. Sie ersetzt den Wechsel vor dem endgültigen Abschaltungstermin nicht. Microsoft empfiehlt dafür Nutzungsberichte zu EWS, ein Inventar der abhängigen Anwendungen und die Zusammenarbeit mit deren Anbietern. Das betrifft auch eigene Firmenprogramme, die im Hintergrund auf Postfachdaten zugreifen.
Was Nutzer jetzt sinnvoll prüfen können
Die hilfreiche Frage an den IT-Support lautet: Nutzt meine Anwendung noch EWS, und ist dieser Zugriff für unser Konto freigegeben? Falls der Abgleich stockt, helfen der Name und die Version der App, der betroffene Dienst und der Zeitpunkt des letzten erfolgreichen Abrufs. Aus einem leeren oder unveränderten Posteingang lässt sich allein nicht ableiten, dass Nachrichten gelöscht wurden.
Die Abschaltung gilt für Microsoft 365 und Exchange Online. EWS auf einem lokal betriebenen Exchange Server wird nach Microsofts Plan nicht eingestellt. Auch beim Wechsel auf Graph sollte die IT den benötigten Funktionsumfang prüfen: Microsoft führt weiterhin offene und nicht vorgesehene Entsprechungen auf. Ein neuer Zugang ist erst dann ein brauchbarer Ersatz, wenn Mail, Kalender und die tatsächlich benötigten Arbeitsabläufe darüber funktionieren.
Quellen
- Microsoft Exchange Team: Exchange Online EWS, Your Time is Almost Up, 5. Februar 2026, aktualisiert am 9. September 2026.
- Microsoft Learn: Deprecation of Exchange Web Services in Exchange Online, aktualisiert am 4. September 2026.
- Apple: Integrate Apple devices with Microsoft Exchange, veröffentlicht am 14. April 2026; abgerufen am 1. Oktober 2026.
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