
Mit der Heizsaison laufen Gasthermen, Kaminöfen und Heizkessel wieder täglich. Defekte oder verstopfte Abgaswege können dabei Kohlenmonoxid in die Wohnung bringen. Das Gas lässt sich weder sehen noch riechen. Dieser Ratgeber zeigt, wo ein CO-Melder hingehört, wann er auslöst und was vernetzte Modelle zusätzlich leisten.
Am 25. Oktober wurden die Uhren auf Winterzeit umgestellt. Die Initiative „CO macht K.O.“ hat den Termin am 23. Oktober 2026 als idealen Zeitpunkt für einen Sicherheitscheck zu Hause bezeichnet. Zu der Initiative gehören unter anderem der Deutsche Feuerwehrverband und der Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks. Sie rät, CO-Melder zu installieren und vorhandene Geräte zu kontrollieren.
Kurz gesagt
Ein Kohlenmonoxid-Melder gehört in jeden Raum mit Feuerstätte und zusätzlich in Schlafräume. Im Raum mit Gastherme oder Ofen hängt er an der Decke oder hoch an der Wand, 1 bis 3 Meter von der Quelle entfernt. Vernetzte Modelle melden Alarm auch auf dem Smartphone, ersetzen die laute Sirene vor Ort aber nicht.
Warum Kohlenmonoxid im Winter zum Thema wird
Kohlenmonoxid entsteht, wenn Gas, Öl, Holz oder Kohle unvollständig verbrennen. Das Umweltbundesamt beschreibt CO als farb-, geruch- und geschmackloses Gas, das in höheren Konzentrationen als starkes Atemgift wirkt. Im Blut verdrängt es den Sauerstoff. Die Folge ist ein Sauerstoffmangel in lebenswichtigen Organen.
Nach Angaben der Bundesärztekammer müssen in Deutschland jedes Jahr mehr als 3.000 Menschen wegen einer Kohlenmonoxid-Vergiftung im Krankenhaus behandelt werden. Ungefähr 500 Menschen sterben pro Jahr an den Folgen. Als typische Quellen nennt die Patienteninformation defekte Heizungsanlagen, Kamine und Öfen, schlecht belüftete Garagen und Grills.
Das Risiko steigt, sobald die Heizung täglich läuft. Die Feuerwehr Bonn nennt technische Defekte und den falschen Gebrauch von Heizgeräten als häufige Ursachen. Der Feuerwehrverband weist zudem darauf hin, dass CO durch Wände und Decken dringen kann. Die Quelle muss also nicht in der eigenen Wohnung liegen.
Symptome, die leicht verwechselt werden
Eine Vergiftung beginnt oft unauffällig. Die Bundesärztekammer nennt als erste Anzeichen Kopfschmerzen, Schwindel, Schwächegefühl und Übelkeit. Der Feuerwehrverband warnt, dass diese Beschwerden im Herbst und Winter leicht mit einer Erkältung oder Grippe verwechselt werden.
Die Anleitung von Ei Electronics nennt ein weiteres Indiz. CO kann demnach die Ursache sein, wenn sich Familienmitglieder zu Hause krank fühlen und es ihnen nach längerer Abwesenheit besser geht. Auch Ruß oder Verfärbungen an Geräten, eine häufig erlöschende Zündflamme und eine gelbe oder orange statt blaue Gasflamme gelten dort als Warnzeichen.
Ohne Messgerät bemerken Menschen das Gas nicht. Der Feuerwehrverband bezeichnet CO-Melder deshalb als die einzige Möglichkeit, zu Hause rechtzeitig gewarnt zu werden.
Ein Rauchmelder ersetzt ihn nicht. Umgekehrt warnt ein CO-Melder laut Bundesärztekammer nicht vor Rauch im Brandfall. Beide Geräte ergänzen sich, wie unser Beitrag zum piependen Rauchmelder zeigt.
Wo der CO-Melder hingehört
Die Anleitung des Ei208 verweist auf die Norm EN 50292 aus dem Jahr 2023. Danach sollte in jedem Raum mit einer Verbrennungseinrichtung ein Kohlenmonoxid-Melder hängen. Dazu kommen Schlafzimmer und Räume, in denen sich die Bewohner länger aufhalten. Netatmo empfiehlt in seiner Anleitung außerdem einen Melder pro Etage und in jedem Raum, durch den ein Heizungsrohr führt.
Im Raum mit Feuerstätte zählt der Abstand. Ei Electronics nennt einen horizontalen Abstand von 1 bis 3 Metern zur möglichen Quelle. An der Decke soll der Melder mindestens 30 Zentimeter von Wänden entfernt sein. An der Wand hängt er oberhalb von Türen und Fenstern, aber mindestens 15 und höchstens 30 Zentimeter unter der Decke.
In Räumen ohne Feuerstätte sitzt der Melder tiefer. Ei Electronics empfiehlt dort die Atemhöhe der Personen im Raum. Im Schlafzimmer ist das die Höhe des Kopfes beim Liegen. Zu Wänden und Möbeln sollen mindestens 30 Zentimeter Abstand bleiben.
Die Herstellerangaben unterscheiden sich im Detail. Netatmo rät etwa von einer Montage weniger als 30 Zentimeter unter der Decke und weniger als 1 Meter neben Türen, Fenstern und Wärmequellen ab. Maßgeblich ist deshalb immer die Anleitung des jeweiligen Geräts.
| Raum | Empfohlene Position | Quelle |
|---|---|---|
| Raum mit Gastherme, Ofen oder Kamin | Decke mit mindestens 30 cm Wandabstand oder Wand 15 bis 30 cm unter der Decke, 1 bis 3 m von der Quelle | Ei Electronics |
| Schlafzimmer ohne Feuerstätte | Atemhöhe beim Liegen, mindestens 30 cm zu Wänden und Möbeln | Ei Electronics |
| Wohnschlafraum oder Einzimmerwohnung | möglichst weit von der Kochstelle, nahe am Schlafplatz | Ei Electronics |
| Heizungsraum, selten genutzt | Melder vernetzen, Signal auch in bewohnten Räumen und am Zugang | Ei Electronics |
| Bad mit Gastherme | nicht direkt über Dusche, Wanne oder Waschbecken, monatlich testen | Ei Electronics |
Von einigen Orten raten die Hersteller ab. Dazu zählen die direkte Nähe von Kochgeräten mit weniger als 1 Meter Abstand, Plätze über Heizkörpern und Dunstabzügen sowie zugige Stellen an Türen und Fenstern. Ungeeignet sind auch Plätze hinter Vorhängen, in Schränken und in der Nähe von Lösungsmitteln oder Lufterfrischern.
Im Winter spielt zusätzlich die Temperatur eine Rolle. Ei208 und Netatmo-Melder sind für -10 bis 40 Grad Celsius ausgelegt. In einer unbeheizten Garage oder einem kalten Schuppen kann es in Frostnächten kälter werden. Ähnliche Grenzen gelten bei Akkugeräten, wie unser Beitrag zur Akku-Türklingel im Winter zeigt.
Wann der Melder Alarm gibt
CO-Melder lösen nicht beim ersten Messwert aus. Entscheidend sind Konzentration und Dauer.
Netatmo nennt für seinen Melder drei Stufen. Bei 50 ppm ertönt der Alarm nach 60 bis 90 Minuten, bei 100 ppm nach 10 bis 40 Minuten. Bei 300 ppm schlägt er in weniger als 3 Minuten an.
Ei Electronics arbeitet beim Ei208 mit eigenen Schwellenwerten. Ab mehr als 43 ppm blinkt eine rote LED als Voralarm.
Der Ton folgt zwischen 43 und 80 ppm nach 60 bis 90 Minuten, üblich sind 72 Minuten. Zwischen 80 und 150 ppm dauert es 10 bis 40 Minuten. Oberhalb von 150 ppm gibt der Melder innerhalb von 2 Minuten Alarm, üblich sind 40 Sekunden.
Beide Geräte sind nach EN 50291-1 zertifiziert. Der Voralarm hat einen praktischen Nutzen. Er zeigt ein Leck früh an, bevor der Ton einsetzt.
Laut Ei Electronics kann er aber auch durch Gasherde, Automotoren oder einen Grill in der Nähe ausgelöst werden. Ein Grund zur Sorge besteht nach Herstellerangabe dann, wenn der Voralarm bis zum Alarm anhält und die Quelle unklar ist.
Nach einer Abwesenheit ist der Alarmspeicher nützlich. Das Ei208 zeigt nach einem Alarm 24 Stunden lang per LED an, dass CO gemessen wurde. Modelle mit Display zeigen den Spitzenwert. Die Netatmo-App führt einen Verlauf aller Ereignisse.
Was vernetzte Melder leisten
Im Smart Home gibt es zwei Arten der Vernetzung. Die erste verbindet Melder per Funk untereinander. Bei der Ei208-Serie sind die Modelle Ei208iW und Ei208iDW funkvernetzungsfähig.
Das Ei208iRF bringt das Funkmodul bereits mit. Schlägt ein Melder im Heizungskeller an, ertönen dann auch die Geräte in den Wohnräumen. Nach der Anleitung sollen vernetzte Geräte bei CO ein anderes Tonmuster nutzen als bei Rauch.
Die zweite Art verbindet den Melder über WLAN mit dem Smartphone. Der Netatmo-Melder meldet Alarm, schwache Batterie und Störungen per App.
Ein Selbsttest prüft Batterie, Sensor und WLAN-Verbindung. Laut Anleitung erkennt der Melder CO und gibt Alarm, auch wenn kein WLAN eingerichtet ist. Netatmo nennt außerdem eine Anbindung an Apple HomeKit.
Die Unterlagen nennen auch Grenzen. Netatmo kann nach eigener Angabe die Verzögerung der Benachrichtigungen nicht garantieren.
Die Push-Meldung ist deshalb eine Ergänzung für Abwesende. Im Haus warnt in erster Linie die Sirene mit 85 Dezibel. Ei Electronics schreibt vor, dass ein Alarm per Fernbedienung nur in Sichtweite des Melders stummgeschaltet werden darf.
Für die Planung lohnt ein Blick auf die vorhandene Zentrale. Unser Vergleich zu Home Assistant, Homey und ioBroker zeigt, welche Systeme welche Geräte einbinden. Allgemeine Hinweise zu Standorten und Fehlalarmen bietet unser Ratgeber zu Smart-Home-Sensoren.
Was im Alarmfall zu tun ist
Die Anleitungen beider Hersteller und die Empfehlungen der Feuerwehr stimmen weitgehend überein. Ein Alarm ist immer ernst zu nehmen. Netatmo nennt den Verdacht auf einen Fehlalarm ausdrücklich gefährlich. Empfohlen wird eine feste Reihenfolge.
- Türen und Fenster öffnen.
- Feuerstätten und Brennstoffgeräte ausschalten, wenn das gefahrlos möglich ist.
- Die Wohnung verlassen und die Nachbarn informieren.
- Draußen den Notruf 112 wählen, vor allem bei Kopfschmerzen, Übelkeit oder Schwindel.
- Den Gasversorger oder Brennstofflieferanten über dessen Notrufnummer verständigen.
- Erst zurückkehren, wenn der Melder verstummt ist.
- Die Geräte erst wieder nutzen, wenn ein Fachbetrieb sie geprüft hat.
Die Stummschaltung ist begrenzt. Beim Ei208 schaltet sich der Ton nach etwa 4 Minuten wieder ein, wenn noch CO vorhanden ist. Oberhalb von 150 ppm lässt er sich gar nicht stummschalten. Nach einer Stummschaltung soll man laut Hersteller mindestens 5 Minuten warten, bevor man die Wohnung wieder betritt.
Wartung, Test und Lebensdauer
Ein Melder ersetzt keine Wartung der Heizung. Die Stadt Bonn verweist auf die Überprüfung durch den Schornsteinfeger.
Sie ist je nach Anlage alle ein bis drei Jahre vorgeschrieben. Die Intervalle stehen im Feuerstättenbescheid. Bei Etagenheizungen müssen Lüftungsschlitze in Türen zu Räumen mit Gasthermen frei bleiben.
Der Melder selbst braucht wenig Wartung. Ei Electronics empfiehlt einen monatlichen Test mit der Testtaste, die mindestens 5 Sekunden gedrückt werden soll. Ein Test mit echtem Gas ist nicht vorgesehen. Gereinigt wird nur mit einem feuchten Tuch, Sprays und Reinigungsmittel schaden dem Sensor.
Die Lebensdauer der Geräte ist begrenzt. Beide Hersteller verbauen eine fest eingebaute Batterie für 10 Jahre. Netatmo schreibt, dass der Melder nicht länger als 10 Jahre nach der Einrichtung genutzt werden darf. Das Ei208 trägt ein Datum „Ersetzen bis“ auf dem Gehäuse.
Die Zeitumstellung eignet sich als fester Prüftermin. Dabei lassen sich auch die Uhren anderer Geräte kontrollieren, wie unser Beitrag zur Zeitumstellung beschreibt.
Checkliste für den Heizwinter
- Prüfen, in welchen Räumen eine Gastherme, ein Ofen, ein Kamin oder ein Heizkessel steht.
- In jedem dieser Räume und in jedem Schlafzimmer einen Melder nach EN 50291-1 vorsehen.
- Im Raum mit Feuerstätte 1 bis 3 Meter Abstand zur Quelle einhalten.
- Keine Montage über Heizkörpern, Herd, Spüle oder neben Fenstern und Türen.
- Melder im selten genutzten Heizungsraum mit den Wohnräumen vernetzen.
- Bei WLAN-Meldern die App-Benachrichtigung einrichten und den Empfang am Montageort prüfen.
- Monatlich die Testtaste drücken und das Datum „Ersetzen bis“ notieren.
- Den Termin für Wartung und Schornsteinfeger im Feuerstättenbescheid nachsehen.
Fazit
Für CO-Melder gelten klare Regeln. Er gehört in Räume mit Feuerstätte und in Schlafzimmer.
Der Abstand zur Quelle und die Höhe entscheiden über seine Wirkung. Vernetzte Modelle melden Alarm auch unterwegs und verbinden Keller und Wohnräume. Die wichtigsten Schutzmaßnahmen bleiben trotzdem die Sirene vor Ort und die regelmäßige Wartung der Heizung.
Quellen
- Deutscher Feuerwehrverband: Zeitumstellung, Heizung an. CO-Melder auch? (23.10.2026)
- Umweltbundesamt: Kohlenmonoxid
- Bundesärztekammer/KBV: Patienteninformation Kohlenmonoxid-Vergiftung (PDF)
- Bundesstadt Bonn: Gefahr durch Kohlenmonoxid, Sicherheitstipps zum Start der Heizperiode
- Ei Electronics: Kohlenmonoxidmelder Ei208, Technische Daten
- Ei Electronics: Bedienungsanleitung Ei208 Serie (PDF)
- Netatmo: Smarter Kohlenmonoxidmelder
- Netatmo: Bedienungsanleitung Smarter Kohlenmonoxidmelder (PDF)
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