
Seit Version 2026.10 lässt sich Home Assistant mit einem Klick als MCP-Server einschalten. Damit können ChatGPT, Claude und andere KI-Apps Geräte im Haus steuern und deren Zustand abfragen. Wir zeigen, wie die Verbindung funktioniert und welche Freigaben sinnvoll sind.
Home Assistant 2026.10 ist am 7. Oktober 2026 erschienen. Unter „Settings > System > AI“ gibt es nun eine eigene Karte für das Model Context Protocol, kurz MCP. Dort lässt sich der Server mit einem Klick einschalten und die Adresse kopieren. Neue Installationen geben dabei standardmäßig alle Schnittstellen frei und lassen nur Administratorkonten zu.
Kurz gesagt
Die Verbindung von Home Assistant zu ChatGPT oder Claude ist mit Version 2026.10 schnell eingerichtet. Wer der KI nur Geräte anvertrauen will, schaltet in der Integration „Expose all LLM APIs“ aus und wählt nur die Gerätesteuerung Assist. Welche Geräte die KI dann sieht, legen Sie in der Liste der für Assist freigegebenen Entitäten fest.
Was Home Assistant 2026.10 neu macht
Home Assistant kann schon länger als MCP-Server arbeiten. Der Weg dorthin war bisher umständlich. Man musste die Integration hinzufügen, die freigegebenen Bereiche wählen und die richtige Adresse selbst herausfinden. So beschreiben es die Release Notes zu Version 2026.10.
Die frühere Seite für KI-Aufgaben unter „Settings > System“ heißt jetzt „AI“. Sie enthält eine neue Karte für das Model Context Protocol. Dort schalten Sie den Server ein und kopieren die Adressen für Ihre KI-App über eine Schaltfläche.
Neue Installationen geben alles frei, was Home Assistant anbietet. Das schließt Erweiterungen ein, die später hinzukommen. Verbinden dürfen sich zunächst nur Administratorkonten. Beides lässt sich laut Release Notes jederzeit ändern, ohne die Integration neu einzurichten.
Es geht auch in die andere Richtung. Bringt eine App einen eigenen MCP-Server mit, erkennt die Integration „Model Context Protocol“ sie automatisch. Die Verbindung braucht dann nur noch eine Bestätigung. Am 16. Oktober folgte mit 2026.10.2 ein Update mit Fehlerbehebungen.
Was MCP im Smart Home bedeutet
Das Model Context Protocol ist ein offener Standard. Anthropic hat ihn entwickelt, damit sich KI-Anwendungen mit Werkzeugen und Daten verbinden können. Wie MCP grundsätzlich funktioniert und welche Sicherheitsfragen es aufwirft, erklärt unser Überblick zum Model Context Protocol.
Im Smart Home kann der Chatbot so etwa Licht schalten oder Sensoren abfragen. Laut Home-Assistant-Doku sieht die KI dabei den aktuellen Zustand des Hauses. Die Steuerung ähnelt der über den eingebauten Sprachassistenten Assist.
Home Assistant stellt dafür Werkzeuge und passende Prompts bereit. Bei der Gerätesteuerung kommt eine Momentaufnahme des Hauszustands hinzu, die nur gelesen werden kann. Benachrichtigungen und das sogenannte Sampling unterstützt die Integration laut Doku noch nicht.
Wer Assist bereits nutzt, kennt das Prinzip. Wie sich langsame oder falsch verstandene Befehle dort eingrenzen lassen, zeigt unser Ratgeber zu fehlerhaften Assist-Befehlen.
Die Zugänge im Überblick
Hinter der MCP-Adresse stehen zwei eingebaute LLM-Schnittstellen. Weitere Integrationen können eigene Werkzeuge beisteuern. In Version 2026.10 kam etwa KNX hinzu. Die Tabelle fasst die Angaben aus Entwicklerdoku und Release Notes zusammen.
| Schnittstelle | Was sie kann | Grenze | Wer sie nutzen darf |
|---|---|---|---|
| Assist (in der Oberfläche „Device control“) | Geräte und Entitäten steuern und ihren Zustand lesen | Nur Entitäten, die für Assist freigegeben sind, keine Verwaltungsaufgaben | Jedes Konto, das sich am MCP-Server anmelden darf |
| Home Assistant | Das System selbst verwalten, etwa Register, Systemprotokolle, Automationen und Integrationen | Nicht auf freigegebene Entitäten begrenzt | Nur Administratoren |
| Werkzeuge aus Integrationen, etwa KNX | Bei KNX Gruppenadressen und Telegramm-Verlauf abfragen sowie Werte am Bus lesen und schreiben | Abhängig von der Integration | Über den MCP-Server, wenn die Schnittstelle freigegeben ist |
Entscheidend ist die dritte Spalte. Die Gerätesteuerung bleibt bei den Entitäten, die Sie für Assist freigegeben haben. Die Schnittstelle „Home Assistant“ reicht deutlich weiter. Laut Entwicklerdoku kann sie auch Automationen und Integrationen verwalten.
Mit der Voreinstellung „Expose all LLM APIs“ erhalten MCP-Clients alle Schnittstellen. Das gilt auch für spätere Erweiterungen. Die Doku empfiehlt auf der Karte den Eintrag „My MCP“, weil die KI damit alles steuern kann, worauf Home Assistant Zugriff hat. Für die meisten Alltagsaufgaben reicht die Gerätesteuerung.
Checkliste für die Freigabe
Die folgenden Schritte begrenzen, was eine KI im Haus tun kann. Alle Pfade stammen aus der Home-Assistant-Doku und beziehen sich auf die englische Oberfläche.
- Schnittstellen einschränken. Unter „Settings > Devices & services“ wählen Sie „Model Context Protocol Server“ und dann „Configure“. Schalten Sie „Expose all LLM APIs“ aus.
- Nur die Gerätesteuerung wählen. Im Feld „Control Home Assistant“ wählen Sie nur Assist. Die Verwaltungsschnittstelle bleibt dann außen vor.
- Freigegebene Entitäten prüfen. Unter „Settings > Voice assistants“ legen Sie im Reiter „Expose“ fest, welche Entitäten Assist erreicht. Die Doku nennt Schlösser und Garagentore als Beispiele für sensible Geräte.
- Eigenes Konto erwägen. Eine Möglichkeit ist ein eigenes Konto ohne Administratorrechte nur für die KI. Dafür müssen Sie „Require an administrator account“ ausschalten. Die Verwaltungsschnittstelle bleibt solchen Konten laut Entwicklerdoku verschlossen.
- Konto absichern. Die Sicherheits-Checkliste von Home Assistant empfiehlt ein starkes, einmaliges Passwort und die Mehr-Faktor-Authentifizierung. Administratorrechte sollen nur Konten erhalten, die sie brauchen.
- Anmeldungen kontrollieren. Unter „User profile > Security“ sehen Sie die Refresh-Token Ihres Kontos. Wer einen Token löscht, meldet das zugehörige Gerät ab.
- Rückfragen ernst nehmen. Claude fragt laut Home-Assistant-Doku vor jedem Werkzeugaufruf um Erlaubnis. ChatGPT bittet je nach Aktion und Berechtigung um Bestätigung.
- Aktuell bleiben. Home Assistant erscheint monatlich in einer neuen Version. Die Sicherheits-Checkliste rät, jede dieser Versionen einzuspielen.
So verbinden Sie Claude
Claude verbindet sich laut Anthropic aus der eigenen Cloud mit dem MCP-Server. Das gilt auch für die Desktop-App und die Mobil-Apps. Home Assistant muss deshalb aus dem Internet erreichbar sein.
Eigene Konnektoren gibt es in den Tarifen Free, Pro, Max, Team und Enterprise. Im kostenlosen Tarif ist genau ein eigener Konnektor möglich. Bei Pro und Max führt der Weg über „Customize > Connectors“, dann „+ Add“ und „Add custom connector“. In Team- und Enterprise-Organisationen richten Owner den Konnektor zentral ein.
Als Name genügt „Home Assistant“. Dazu kommt die kopierte Server-Adresse. Bei der Anmeldung wählen Sie laut Home-Assistant-Doku „Sign in now“ und als OAuth-Client „Use Claude’s published identity“. Anschließend melden Sie sich mit Ihrem Home-Assistant-Konto an.
Für einzelne Chats schalten Sie den Konnektor über die Schaltfläche „+“ unten links und „Connectors“ ein oder aus. Entfernen lässt er sich wieder unter „Customize > Connectors“. Wer ihn ändern will, muss ihn laut Anthropic entfernen und neu anlegen.
Welche Daten Claude und ChatGPT speichern und wie die Anbieter mit der DSGVO umgehen, vergleicht unser Überblick zu ChatGPT, Gemini und Claude. Bei Daten aus dem eigenen Zuhause ist diese Frage besonders wichtig.
So verbinden Sie ChatGPT
Bei ChatGPT laufen eigene MCP-Verbindungen inzwischen als Plugins. Auf chatgpt.com öffnen Sie die Plugins, wählen das Plus-Zeichen und „Add custom MCP server“. Den Entwicklermodus müssen Sie laut OpenAI dafür nicht mehr einschalten.
Als Verbindung tragen Sie die kopierte Adresse ein, als Authentifizierung „OAuth“. Danach bestätigen Sie den Risikohinweis mit „I understand and want to continue“ und wählen „Create as a plugin“. ChatGPT leitet dann zur Anmeldung bei Home Assistant weiter.
Der Tarif setzt dabei klare Grenzen. Volle MCP-Unterstützung mit schreibenden Aktionen gibt es laut OpenAI-Hilfe derzeit nur in ChatGPT Business, Enterprise und Edu. Pro-Nutzer dürfen eigene Server nur mit Lese- und Abrufrechten verbinden.
Eigene MCP-Server lassen sich nur im Web verbinden. In Business-Workspaces dürfen nur Admins und Owner solche Plugins anlegen. Vor schreibenden Aktionen fragt ChatGPT je nach Berechtigung und Zusammenhang nach. Besonders riskante Aktionen kann es auch blockieren.
OpenAI rät, nur vertrauenswürdige Server zu verbinden. Als Risiko nennt das Unternehmen ausdrücklich Prompt Injection, also versteckte Anweisungen in Inhalten. Für das eigene Zuhause spricht das für knappe Freigaben.
Ohne Fernzugriff keine Verbindung
ChatGPT und Claude arbeiten in der Cloud. Ein Home Assistant, der nur im Heimnetz erreichbar ist, genügt deshalb nicht. Als einfachsten und sichersten Weg für die meisten Nutzer nennt die Doku Home Assistant Cloud. Dafür müssen keine Ports am Router geöffnet werden.
Der Dienst bekommt bald einen neuen Namen. Der Betreiber Nabu Casa will Home Assistant Cloud in Home Assistant Link umbenennen. Laut Release Notes ist die Änderung für die Version im Dezember geplant. Der Dienst selbst bleibt gleich.
Ein VPN reicht hier in der Regel nicht. Laut Anthropic scheitern Server hinter einem VPN oder einer Firewall. Das gilt auch dann, wenn sie vom eigenen Rechner aus erreichbar sind. ChatGPT bietet für private Netze einen eigenen Tunnel an, den Secure MCP Tunnel.
Bei Tunneln, Reverse Proxys und eigenen Domains beschreibt die Home-Assistant-Doku typische Anmeldefehler. Dann muss die externe Adresse unter „Settings > System > Network“ genau zu der Adresse passen, die die KI-App verwendet. Home Assistant Cloud umgeht diese Fallstricke laut Doku. Der Dienst regelt Hostnamen und Verschlüsselung selbst.
Wer sein Smart Home bewusst lokal betreibt, sollte diese Abhängigkeit kennen. Warum Cloud-Dienste für vernetzte Geräte zum Risiko werden können, zeigt unser Beitrag zum Smart Home nach dem Cloud-Aus. Was Home Assistant im Vergleich zu Homey und ioBroker kostet, steht in unserem Vergleich der Smart-Home-Zentralen.
Fazit
Mit Version 2026.10 ist die Verbindung zwischen Home Assistant und KI-Apps deutlich einfacher geworden. Die Voreinstellungen sind jedoch großzügig. Neue Installationen geben alle Schnittstellen frei, auch die Verwaltung des Systems.
Für den Alltag reicht meist die Gerätesteuerung über Assist mit einer überschaubaren Liste freigegebener Geräte. Schlösser und Garagentore gehören nur nach sorgfältiger Abwägung dazu. Bei ChatGPT entscheidet zudem der Tarif, ob die KI überhaupt schalten darf.
Quellen
- Home Assistant: 2026.10 Release Notes (07.10.2026)
- Home Assistant Doku: Model Context Protocol Server
- Home Assistant Doku: Model Context Protocol (Client)
- Home Assistant Contributors: LLM API
- Home Assistant Doku: Exposing entities to Assist
- Home Assistant Doku: Remote access
- Home Assistant Doku: Securing your Home Assistant
- Home Assistant Doku: Authentication
- Home Assistant Blog: Big Tech ruined the cloud, so we’re renaming ours (02.10.2026)
- Claude Help Center: Get started with custom connectors using remote MCP
- Claude Help Center: Use connectors to extend Claude’s capabilities
- OpenAI Help Center: Connecting custom MCP servers in ChatGPT
- OpenAI Developers: Add custom MCP server
Für diesen Artikel wurden KI-gestützte Recherche- und Editierwerkzeuge verwendet. Der Inhalt wurde redaktionell geprüft.