Eine Wärmepumpe aufzustellen ist nur ein Teil des Heizungstauschs. Wie der Umbau geplant, vorbereitet und mit Material versorgt wird, kann ebenso entscheidend sein. Fraunhofer beschreibt in einer neuen Ergebnisdarstellung zum Projekt WESPE, wie digitale Werkzeuge und vorbereitete Bauteile den Einbau erleichtern sollen. Die interessante Idee: Zeit lässt sich schon sparen, bevor jemand im Keller die erste Rohrverbindung montiert.
Der Einbau beginnt im Büro
Ein bestehendes Haus ist kein leerer Baukasten. Die vorhandene Heizung muss erfasst werden, neue Komponenten brauchen Platz und Material muss passend bestellt sein. WESPE betrachtet deshalb laut Fraunhofer IBP den ganzen Umrüstprozess: von Kundenberatung und Bestellung bis zu Montage und Kundendienst. Die Schnittstellen zwischen diesen Schritten gehören zur Aufgabe.
Das macht einen oft unsichtbaren Teil des Heizungstauschs verständlich. Ein Plan ist erst dann hilfreich, wenn sich mit ihm auch bestellen und bauen lässt. Wenn dieselben Raum- und Gerätedaten von der Planung bis zur Materialliste weiterverwendet werden, verbindet das Büroarbeit und Baustelle. Darin liegt der technische Reiz dieses Ansatzes.
Den Heizungsraum erst digital umbauen
Das ISE hat dafür den herstellerneutralen Prototyp „Heat Pump PlanAR“ entwickelt. Ein Tablet erfasst den Heizungsraum als 3D-Scan. Nach Auswahl eines Anlagenschemas ordnet die Software Hauptkomponenten im Raum an und berechnet eine kostenoptimierte Verrohrung. Über Augmented Reality lässt sich der Vorschlag vor dem echten Kellerhintergrund betrachten und manuell verändern.
Die App gibt eine Materialliste und eine prognostizierte Installationszeit aus. Der Plan wird damit zur Arbeitsvorbereitung; eine Prognose bleibt eine Prognose.

Auch Bauteile können Arbeit vorwegnehmen
Parallel untersuchte das Fraunhofer IBP im Versuchslabor und in nachgebildeten Kellerräumen unter anderem vorgefertigte Fundamente, Hauseinführungen und vormontierte Baugruppen. Die neue Mitteilung nennt darin Potenzial, den Aufwand auf der Baustelle zu verringern. Handwerksbetriebe begleiteten die Erprobung; Arbeitsabläufe wurden auch auf 30 Baustellen erfasst.
Der Gedanke dahinter ist einfach: Eine Verbindung, die vorbereitet geliefert wird, muss vor Ort nicht mehr vollständig aus Einzelteilen entstehen. Digitale Planung und Vorfertigung greifen an unterschiedlichen Stellen desselben Umbaus an.
Was aus den Ergebnissen jetzt folgt
Bis zu 40 Prozent weniger Installationszeit waren laut Projektbeschreibung ein Ziel. Die Ergebnisdarstellung belegt diese Zahl nicht als erreichte Verkürzung des gesamten Einbaus. Für einen einzelnen Heizungstausch lässt sich daraus deshalb kein fester Zeitgewinn ableiten.
PlanAR soll mit Softwareanbietern weiterentwickelt und kommerzialisiert werden. Eine Wissensplattform für Handwerksbetriebe ist laut ISE ab 5. Oktober 2026 angekündigt. Der Nutzen des Ansatzes liegt schon in seiner Blickrichtung: Beim Umbau zählt neben dem passenden Gerät auch, wie gut Planung, Material und Montage zusammenpassen.
Quellen
- Fraunhofer-Gesellschaft: Einbau von Wärmepumpen beschleunigen, 1. Oktober 2026.
- Fraunhofer ISE: Fraunhofer ISE entwickelt Softwaretool für beschleunigten Wärmepumpeneinbau, 22. September 2026.
- Fraunhofer IBP: Projekt WESPE: Wärmepumpen – Einbau schneller, produktiver und effizienter, abgerufen am 2. Oktober 2026.
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