Erneuerbare Energien

SMA zertifiziert: Batteriespeicher können das Stromnetz sofort stützen

SMA meldet ein neues Zertifikat für netzbildende Wechselrichter. Es zeigt, warum bei Batteriespeichern neben gespeicherter Energie auch die schnelle Reaktion zählt.

Von Wolfgang

01. Okt. 20263 Min. Lesezeit

Illustration eines industriellen Batteriecontainers mit Leistungselektronik neben einem Umspannwerk und vollständiger Artikelüberschrift.

Ein Batteriespeicher kann Strom für später aufheben. Er kann aber auch in dem Moment helfen, in dem das Stromnetz aus dem Takt gerät. Für diese zweite Aufgabe hat SMA am 28. September eine neue Zertifizierung gemeldet: Sie betrifft die Batterie-Wechselrichterplattform Sunny Central Storage UP-S und die Anforderungen des VDE FNN an netzbildende Eigenschaften einschließlich Momentanreserve.

Die Nachricht zeigt, worauf es bei großen Speichern zusätzlich ankommt. Viel gespeicherte Energie hilft wenig gegen eine schnelle Frequenzänderung, wenn die Anlage ihre Leistung nicht rechtzeitig anpassen kann. Dafür braucht sie eine passende Regelung und die Möglichkeit, sofort zu reagieren.

Wenn sich der Takt plötzlich ändert

Momentanreserve bremst die Geschwindigkeit, mit der sich die Netzfrequenz nach einem Leistungsungleichgewicht verändert. Die Übertragungsnetzbetreiber erklären das als unmittelbare Reaktion: Rotierende Synchronmaschinen stellen sie mit ihrer Schwungmasse bereit; netzbildende Umrichter können eine entsprechende Wirkung elektronisch erzeugen.

Der wichtige Gedanke steckt im Wort „unmittelbar“. Es geht um die erste Reaktion auf eine Störung. Ein Speicher muss dafür nicht erst einen Auftrag aus einer Leitstelle abwarten. Seine netzbildende Regelung ist darauf ausgelegt, dem veränderten elektrischen Zustand direkt entgegenzuwirken.

Der Wechselrichter macht den Unterschied

Zwischen Batterie und Wechselstromnetz sitzt der Wechselrichter. Seine Regelung bestimmt mit, wie sich der Speicher elektrisch verhält. Netzbildende Eigenschaften machen ihn zu einem Baustein der Stabilisierung. Laut den technischen Fragen und Antworten der Netzbetreiber passen solche Einheiten ihre Wirkleistung innerhalb weniger Millisekunden an, um Frequenzänderungen entgegenzuwirken.

Zwei Aufgaben eines Batteriespeichers: Energie zeitlich verschieben und Frequenzänderungen durch sofortige Leistungsanpassung bremsen; die zugesagte Reaktionsleistung muss verfügbar bleiben.
Ein Speicher braucht für die schnelle Netzstützung auch verfügbare Leistung. Schematische Darstellung. Grafik: TechZeitGeist; Grundlage: Netztransparenz, FAQ vom 27. April 2026.

Die von SMA gemeldete Zertifizierung bezieht sich auf Version 2.1 des FNN-Hinweises. VDE FNN nennt dessen Veröffentlichung im Januar 2026. Für die neue Meldung zählt damit ein standardisierter Nachweis definierter Eigenschaften. SMA bezeichnet seine Zertifizierung als die erste nach diesem Rahmen.

Bereitschaft ist eine eigene Leistung

Die deutschen Übertragungsnetzbetreiber beschaffen Momentanreserve seit dem 22. Januar 2026 am Markt. Vergütet wird ihre Vorhaltung. Region, Produkt und Verfügbarkeit beeinflussen die Zahlung. Speicherbetreiber können damit neben dem zeitlichen Verschieben von Strom eine weitere Aufgabe anbieten.

Diese Bereitschaft muss technisch vorhanden sein: Die zugesagte Reaktionsleistung muss abrufbar bleiben. Das Zertifikat oder ein entsprechendes Gutachten muss spätestens zur Angebotsabgabe vorliegen. Ein Geräte-Nachweis ersetzt also nicht die Betriebsbedingungen des gesamten Speicherprojekts.

Damit bekommt die bekannte Frage „Wie lange reicht der Akku?“ einen Begleiter: „Wie schnell kann die Anlage ihre Leistung ändern?“ Für ein stabiles Stromnetz sind beide Fähigkeiten wertvoll – sie lösen unterschiedliche Aufgaben.

Quellen

Für diesen Artikel wurden KI-gestützte Recherche- und Editierwerkzeuge verwendet. Der Inhalt wurde redaktionell geprüft.