Samsung SDI soll Batteriespeicher mit einem Energieinhalt von insgesamt einer Gigawattstunde für Projekte in den USA liefern. Den Vertrag mit dem Speicherentwickler Alpha Omega Power gab der Hersteller am 26. Oktober bekannt. Die Zellen und Module sollen in Indiana gefertigt und bis Ende 2026 geliefert werden. Die zugehörigen Stromnetzprojekte sollen im kommenden Jahr in Bau gehen.
Die Größenordnung klingt nach einem einzelnen riesigen Akku. Die Angabe beschreibt aber zunächst den Umfang der vereinbarten Lieferung über mehrere Projekte. Wie viel Leistung die einzelnen Anlagen später gleichzeitig ins Netz abgeben können, geht aus der Mitteilung nicht hervor. Für den Betrieb sind beide Größen wichtig: der gespeicherte Energieinhalt und die Geschwindigkeit, mit der Strom hinein- oder herausfließt.
Eine Gigawattstunde ist keine Gigawattleistung
Eine Gigawattstunde entspricht 1.000 Megawattstunden. Sie bezeichnet eine Energiemenge. Megawatt hingegen beschreiben eine Leistung, also wie schnell Energie fließt. Ein anschauliches Gedankenbeispiel: Ein vollständig geladener Speicher mit 1.000 Megawattstunden könnte bei einer konstanten Abgabe von 250 Megawatt rechnerisch vier Stunden liefern. Das setzt voraus, dass seine Technik diese Leistung tatsächlich zulässt; Verluste sind im Beispiel nicht berücksichtigt.
Das US-Energieministerium erklärt diesen Zusammenhang anhand vergleichbarer Speichergrößen: Für eine bestimmte Energiemenge ergibt sich die mögliche Betriebsdauer erst zusammen mit der Abgabeleistung. Aus der vereinbarten Gigawattstunde allein lässt sich deshalb nicht ablesen, wie viele Haushalte die konkreten Anlagen wie lange versorgen werden.

Was der Vertrag umfasst
Nach Angaben von Samsung SDI handelt es sich um den zweiten Liefervertrag mit Alpha Omega Power. Der frühere Auftrag und die neue Vereinbarung kommen zusammen auf 1,5 Gigawattstunden. Die neue Bestellung umfasst Speichercontainer des Typs Samsung Battery Box 1.7. Darin stecken Lithium-Ionen-Zellen mit einer nickelreichen Kathode aus Nickel, Kobalt und Aluminium.
Alpha Omega Power entwickelt große Batteriespeicher in westlichen US-Strommärkten und in Texas. Solche Anlagen können Energie zu einem Zeitpunkt aufnehmen und später wieder abgeben. Wann sich das technisch und wirtschaftlich lohnt, hängt unter anderem von Netzanschluss, Betriebsweise und Marktbedingungen des jeweiligen Standorts ab.
Die Zellen und Module sollen im Werk von StarPlus Energy in Kokomo im US-Bundesstaat Indiana entstehen. Samsung nennt die Lieferung bis Jahresende 2026 als Plan. Für die Projekte des Kunden wird der Baubeginn im Jahr 2027 erwartet. Zwischen einem Liefervertrag, der Anlieferung und einem fertigen Netzanschluss liegen damit mehrere unterschiedliche Schritte.
Mehr Energie im gleichen Gehäuse
Samsung zufolge erreicht die neue Speicherbox bei gleicher Grundfläche eines 20-Fuß-Containers eine um 17 Prozent höhere Energiedichte als das Vorgängermodell. Der Vergleich stammt vom Hersteller; seine Mitteilung nennt keine unabhängige Messreihe für die bestellten Projekte. Ein dichter gepackter Speicher kann auf einer Fläche mehr Energie unterbringen. Er muss zugleich überwacht und bei Störungen beherrscht werden.
Als eine Schutzfunktion nennt Samsung ein Verfahren, das Löschmittel direkt in einzelne Batteriemodule einbringen soll. Der Hersteller verweist außerdem auf einschlägige Prüfungen und Standards. Ein solcher Nachweis betrifft die jeweils geprüfte Ausführung und ersetzt nicht die Planung und Genehmigung der konkreten Anlage vor Ort.
Für den Netzbetreiber oder Entwickler ist am Ende entscheidend, wann die Geräte geliefert, installiert und angeschlossen werden und welche Leistung das jeweilige Projekt bereitstellen kann. Der angekündigte Vertrag legt den Lieferumfang fest; die Einsatzdaten der einzelnen Standorte sind noch offen.
Quellen
- Samsung SDI: Liefervereinbarung mit Alpha Omega Power, 26. Oktober 2026
- US Department of Energy: Solar-Plus-Storage 101
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