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OpenAI zieht in Googles Modellkatalog ein

Google Cloud startet eine private Vorschau mit OpenAI-Modellen. Für Firmen verbindet der neue Zugang die Modellwahl mit Cloudbudget und zentralen Zugriffsregeln.

Von Wolfgang

22. Okt. 20264 Min. Lesezeit

Laptop mit schematischem Modellkatalog vor einer Serverarchitektur.

OpenAI-Modelle sollen dort verfügbar werden, wo viele Unternehmen ihre Anwendungen ohnehin betreiben: bei Google Cloud. Die am 21. Oktober angekündigte Partnerschaft bringt sie in Googles Modellkatalog Model Garden. Für Firmen geht es damit um eine praktische Frage: Können sie neue KI-Funktionen über ihre vorhandene Cloudumgebung einkaufen und verwalten?

Der Zugang öffnet sich schrittweise. Google meldet eine private Vorschau für ausgewählte Unternehmenskunden. OpenAI nennt für die allgemeine Verfügbarkeit die kommenden Wochen. Wer die Meldung liest, sollte deshalb zwischen einem bereits begonnenen begrenzten Start und dem breiten Angebot unterscheiden.

Ein Katalog für verschiedene KI-Motoren

Model Garden bündelt Modelle von Google, Partnerunternehmen und Anbietern offener Modelle. Ein Modell ist dabei der Rechenkern, der etwa Texte verarbeitet oder Programmcode erzeugt. Die Anwendung drumherum legt fest, welche Aufgabe es bekommt und wie das Ergebnis verwendet wird. Dieser Unterschied erklärt, weshalb derselbe Modellkatalog für sehr verschiedene Firmenprogramme interessant sein kann.

Man kann sich den Katalog wie ein Regal mit unterschiedlichen Motoren vorstellen. Ein Unternehmen baut seine Anwendung und wählt einen passenden Antrieb dafür. Welche Auswahl sinnvoll ist, hängt von der Aufgabe ab: Ein kurzer Standardtext stellt andere Anforderungen als eine umfangreiche Programmieraufgabe. Der gemeinsame Katalog macht solche Alternativen an einem Ort auffindbar.

Mit der neuen Vereinbarung kommen OpenAI-Modelle und Codex-Arbeitsabläufe für die Softwareentwicklung hinzu. Für OpenAI entsteht ein weiterer Zugangsweg zu Unternehmen, die bereits bei Google Cloud arbeiten. Microsoft bleibt laut OpenAI der wichtigste Cloudpartner.

Eine Anwendung erreicht über einen gemeinsamen Modellkatalog OpenAI und weitere schematisch dargestellte Rechenmodelle.
Schematischer Modellzugang: Eine Anwendung wählt über den Katalog einen Rechenkern. Die Darstellung zeigt keine konkrete Benutzeroberfläche und keinen Datenstandort. (Quelle: KI generiert)

Der Einkauf läuft über das Cloudbudget

Die Beschaffung ist ein zentraler Teil der Ankündigung. Nach Angaben von Google Cloud wird die OpenAI-Nutzung über den Cloud Marketplace abgerechnet und erscheint auf der Google-Cloud-Rechnung. Sie kann auf bestehende vertragliche Cloudabnahmeverpflichtungen angerechnet werden. OpenAI bestätigt diesen Beschaffungsweg ebenfalls.

Anschaulich wird das bei einer Firma, die bereits Ausgaben für Google Cloud zugesagt hat. Bezieht sie geeignete OpenAI-Leistungen über diesen Weg, können diese auf die zugesagte Summe einzahlen. Das verändert die Budgetzuordnung. Für einen Kostenvergleich braucht die Firma weiterhin den konkreten Preis und ihren tatsächlichen Verbrauch. Eine gemeinsam ausgestellte Rechnung allein sagt noch wenig darüber, welche Aufgabe wie teuer wird.

Die Modellauswahl braucht eigene Regeln

Ein größerer Katalog wirft innerhalb einer Firma eine zweite Frage auf: Welche Modelle dürfen ihre Anwendungen überhaupt aufrufen? Googles Dokumentation zur Zugriffskontrolle beschreibt dafür zentrale Richtlinien. Administratoren können einzelne Modelle zulassen oder sperren und die Regeln auf Organisationen, Ordner oder Projekte anwenden.

Auch die erlaubte Aktion lässt sich unterscheiden: Ein Modell für Antworten zu verwenden ist eine andere Berechtigung, als eines bereitzustellen oder anzupassen. Werden Richtlinien zusammengeführt, haben ausdrückliche Sperren Vorrang vor Erlaubnissen. Ein Unternehmen könnte so etwa eine Auswahl freigegebener Modelle vorsehen, während andere Angebote für seine Projekte gesperrt bleiben.

Solche Regeln machen aus einer individuellen Modellwahl eine verwaltbare Unternehmensentscheidung. Am Beispiel einer internen Textanwendung wird der Unterschied greifbar: Die Fachabteilung möchte eine hilfreiche Antwort, die IT muss zugleich festlegen, welcher Rechenkern dafür aufgerufen werden darf. Beides gehört zum Betrieb derselben Anwendung.

Google stellt für das neue Angebot außerdem zentrale Identitäten und Protokollierung heraus. Optionen ohne Datenspeicherung, als Zero Data Retention bezeichnet, und vertrauliche Rechenumgebungen kündigt der Konzern als kommende Funktionen an. Für den Einstieg zählt daher der konkrete Freischaltungs- und Funktionsstand. Zunächst können ausgewählte Firmen testen; der allgemeine Zugang soll nach OpenAIs Zeitplan folgen.

Quellen

Für diesen Artikel wurden KI-gestützte Recherche- und Editierwerkzeuge verwendet. Der Inhalt wurde redaktionell geprüft.