Erneuerbare Energien

Nordex erhält 29,5 Prozent mehr Windkraft-Aufträge.

Nordex erhält im dritten Quartal Aufträge über 2.810 Megawatt. Die Zahlen zeigen eine wachsende Pipeline; wie daraus später Strom wird, erklärt die Projektkette.

Von Wolfgang

14. Okt. 20263 Min. Lesezeit

Magazinmotiv mit Windpark und vollständigem Artikeltitel

Nordex hat im dritten Quartal 2026 Windkraft-Aufträge über 2.810 Megawatt erhalten. Das sind nach Unternehmensangaben 29,5 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Bestellt wurden 427 Anlagen für Projekte in zehn Ländern. Zu den stärksten Märkten gehörten die Türkei, Deutschland und die USA.

Die Zahlen zeigen, wie sich die Projektpipeline des Herstellers entwickelt. Für den Stromausbau ist dabei eine Unterscheidung entscheidend: Bestellte Leistung wird erst dann zu tatsächlicher Stromerzeugung, wenn die Anlagen gebaut, angeschlossen und in Betrieb genommen sind. Der Auftragseingang beschreibt einen Schritt auf diesem Weg.

Mehr Leistung in der Bestellliste

Die Mitteilung vom 12. Oktober betrifft das Segment Projects und enthält das Servicegeschäft nicht. Im Vergleichsquartal 2025 hatte Nordex Aufträge über 2.170 Megawatt verbucht. Über die ersten neun Monate 2026 summieren sich die Bestellungen auf 7.733 Megawatt; ein Jahr zuvor waren es 6.661 Megawatt.

Eine eigene Rechnung aus Anlagenzahl und Leistung ergibt für das jüngste Quartal durchschnittlich rund 6,6 Megawatt je bestellter Anlage. Das ist ein Mittelwert der Aufträge. Er bezeichnet weder ein einzelnes Turbinenmodell noch den Ertrag eines bestimmten Windparks. In derselben Bestellung können unterschiedliche technische Ausführungen und Standorte zusammenkommen.

Megawatt messen Leistung. Anschaulich gesprochen ist das die Geschwindigkeit, mit der Energie bereitgestellt werden kann. Megawattstunden messen dagegen eine Energiemenge über eine Zeitspanne. Würde eine Anlage im gedachten Beispiel eine Stunde lang sechs Megawatt liefern, wären das sechs Megawattstunden. Über ein Jahr lässt sich der tatsächliche Ertrag aus der Nennleistung allein nicht bestimmen.

Schematischer Weg vom Windkraft-Auftrag über Bau und Netzanschluss zur Stromerzeugung
Bestellte Leistung und erzeugte Energie liegen an unterschiedlichen Stellen der Projektkette. Schematische Darstellung. (Quelle: KI generiert)

Der Windpark beginnt hinter der Bestellung

Wie eine Windanlage Strom erzeugt, erläutert das US-Energieministerium: Der Wind bewegt die Rotorblätter, die Drehbewegung treibt einen Generator an. Die Windverhältnisse unterscheiden sich nach Gelände, Umgebung und Standort. Deshalb können zwei Anlagen mit derselben Nennleistung über das Jahr unterschiedliche Energiemengen erzeugen.

Für einen Projektvergleich gehören somit mehrere Fragen zusammen. Welche Leistung wird bestellt? Wie viel Wind steht am vorgesehenen Standort zur Verfügung? Und wie gelangt der erzeugte Strom ins Netz? Die erste Frage beantwortet eine Hersteller-Bestellstatistik. Die weiteren Fragen betreffen den konkreten Windpark und seine Einbindung.

Auch die Zeitachse verändert die Bedeutung einer Zahl. Eine Bestellung kann dem Bau vorausgehen, während eine bereits laufende Anlage heute Strom liefert. Wer beide Größen in einer Ausbauübersicht nebeneinanderlegt, sollte sie deshalb getrennt benennen. Sonst wirkt eine wachsende Pipeline wie ein schon fertiger Zubau.

Warum der Durchschnittspreis vorsichtig gelesen werden muss

Nordex nennt für das Quartal einen durchschnittlichen Verkaufspreis von 0,90 Millionen Euro je Megawatt, nach 0,93 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das Unternehmen führt die Entwicklung vor allem auf Projektumfang und regionale Zusammensetzung zurück und beschreibt das Preisumfeld als stabil.

Ein solcher Durchschnitt bündelt viele Verträge. Er kann sich verändern, wenn sich der Anteil verschiedener Märkte oder der vereinbarte Leistungsumfang verschiebt. Der Wert ist daher keine Preisliste für einen identischen Windpark. Für einen konkreten Käufer wären zusätzlich die tatsächlich eingeschlossenen Leistungen und Vertragsbedingungen maßgeblich.

Der neue Auftragseingang ist ein deutliches Signal für Nordex’ künftige Arbeit. Seine Bedeutung für das Stromsystem entsteht entlang der anschließenden Projektkette: aus Bestellungen werden Anlagen, aus Anlagen wird verfügbare Leistung, und aus Wind über die Zeit wird Strom. Diese Schritte getrennt zu lesen macht die große Gigawattzahl erst verständlich.

Quellen

Für diesen Artikel wurden KI-gestützte Recherche- und Editierwerkzeuge verwendet. Der Inhalt wurde redaktionell geprüft.