Lichterketten: Was LED spart und was sicher ist

Lichterketten im Advent: Was sie kosten und woran Sie sichere erkennen

LED-Lichterketten brauchen etwa ein Zehntel des Stroms alter Ketten. Was die Adventszeit kostet und woran Sie sichere Ketten für innen und außen erkennen.

Von Wolfgang

31. Okt. 20268 Min. Lesezeit

Warmweiße LED-Lichterkette auf einer Fensterbank und an einem Tannenzweig, das Kabel führt zu einer Steckdose mit Zeitschaltuhr
Warmweiße LED-Lichterkette auf einer Fensterbank und an einem Tannenzweig, das Kabel führt zu einer Steckdose mit Zeitschaltuhr

Ab dem ersten Advent hängen in vielen Haushalten wieder Lichterketten. Eine LED-Kette kostet über die Adventszeit nur wenige Cent Strom. Teurer werden alte Glühlampen-Ketten, Batterie-Kerzen und Ketten im Dauerbetrieb. Dieser Ratgeber zeigt die Rechnung und die wichtigsten Sicherheitszeichen.

Lichterketten gehören für viele Menschen fest zur Adventszeit. Wie viel Strom sie verbrauchen, hängt vor allem von der Technik und der Brenndauer ab. Die Verbraucherzentrale hat eine einfache Beispielrechnung veröffentlicht. Wir rechnen sie hier mit dem aktuellen Durchschnittspreis des BDEW nach und ergänzen Hinweise zur Sicherheit.

Kurz gesagt

Eine LED-Lichterkette mit 5 Watt kostet bei acht Stunden am Tag über vier Wochen rund 42 Cent Strom. Eine alte Kette mit Glühlämpchen kommt auf etwa das Zehnfache. Beim Kauf zählen ein unabhängiges Prüfzeichen wie GS oder VDE und für draußen mindestens die Schutzart IP44.

Was eine Lichterkette im Advent an Strom braucht

Entscheidend ist die Leistungsaufnahme in Watt. Sie steht auf der Verpackung oder auf dem Netzteil. Die Verbraucherzentrale rechnet für eine LED-Lichterkette mit 24 Lämpchen mit 5 Watt. Eine vergleichbare Kette mit Glüh- oder Halogenlämpchen kommt auf ungefähr 50 Watt.

Nach Angaben der Verbraucherzentrale brauchen LED-Lichterketten nur etwa ein Zehntel des Stroms herkömmlicher Ketten. Sie halten zudem rund 100-mal länger. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale nennt bei gleicher Helligkeit einen 5 bis 10 Mal niedrigeren Verbrauch. Der VDE spricht von bis zu fünfmal weniger Strom.

Die Angaben weichen voneinander ab, weil die Vergleiche verschieden angelegt sind. Die Tendenz ist in allen Quellen gleich. Neue Lichterketten im Handel nutzen nach Angaben der Verbraucherzentrale fast ausschließlich LED-Technik. Die Frage betrifft daher vor allem ältere Ketten, die seit Jahren im Keller liegen.

Wer den tatsächlichen Verbrauch eines Geräts kennen will, kann ihn mit einem Strommessgerät für die Steckdose prüfen. Wie das bei einem Kühlschrank funktioniert, zeigt unser Ratgeber Kühlschrank-Stromverbrauch messen. Bei Lichterketten genügt meist die Angabe auf dem Netzteil.

Die Rechnung mit dem aktuellen Strompreis

Die Verbraucherzentrale geht von 28 Tagen mit je 8 Stunden aus. Das ergibt 224 Stunden Leuchtdauer. Bei einem Strompreis von 35 Cent pro Kilowattstunde kostet die LED-Kette in dieser Zeit etwa 40 Cent. Für die Glühlampen-Kette nennt sie rund 4 Euro.

Der BDEW beziffert den durchschnittlichen Strompreis für Haushalte in seiner Strompreisanalyse vom Oktober 2026 auf 37,3 Cent je Kilowattstunde. Grundlage ist ein Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden. Mit diesem Wert haben wir die Beispielrechnung wiederholt. Zusätzlich zeigt die Tabelle den Fall, dass die Kette rund um die Uhr leuchtet.

Lichterkette Betrieb über 28 Tage Verbrauch Kosten bei 37,3 Cent
LED, 5 Watt 8 Stunden täglich, 224 Stunden 1,12 Kilowattstunden rund 42 Cent
Glüh- oder Halogenlämpchen, 50 Watt 8 Stunden täglich, 224 Stunden 11,2 Kilowattstunden rund 4,18 Euro
LED, 5 Watt 24 Stunden täglich, 672 Stunden 3,36 Kilowattstunden rund 1,25 Euro
Glüh- oder Halogenlämpchen, 50 Watt 24 Stunden täglich, 672 Stunden 33,6 Kilowattstunden rund 12,53 Euro

Die Tabelle zeigt zwei Hebel. Der Wechsel von Glühlämpchen auf LED senkt die Kosten auf etwa ein Zehntel. Der Dauerbetrieb verdreifacht den Verbrauch gegenüber acht Stunden am Tag. Bei mehreren Ketten, Schwibbögen und Außenbeleuchtung addieren sich die Beträge.

Sie können die Rechnung für Ihre eigene Beleuchtung leicht nachvollziehen. Multiplizieren Sie die Wattzahl mit den Betriebsstunden und teilen Sie das Ergebnis durch 1.000. So erhalten Sie die Kilowattstunden. Diese Zahl multiplizieren Sie mit dem Arbeitspreis aus Ihrem Stromvertrag.

Die Energieberatung der Verbraucherzentrale schätzt die Ersparnis bei großflächiger Beleuchtung. Wer Lichterketten, Baumbeleuchtung oder Schwibbögen mit LED statt Glühlämpchen nutzt, spart bei ein bis zweimonatigem Einsatz schnell 10 bis 20 Euro. Dazu kommen über 20 Kilogramm weniger CO2.

Deutlich teurer sind kabellose LED-Baumkerzen mit Batterien. Die Verbraucherzentrale rät davon ab, weil Batteriestrom 300-mal teurer ist als Strom aus der Steckdose. In ihrer Beispielrechnung leuchten 24 Kerzen an 21 Tagen je 8 Stunden. Bei 50 Stunden Brenndauer je Batterie sind 96 Batterien zu je 25 Cent nötig, zusammen etwa 25 Euro.

Zeitschaltuhr und smarte Steckdose

Eine Lichterkette muss nur leuchten, wenn jemand sie sieht. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, die Beleuchtung nachts und bei Abwesenheit auszuschalten. Viele Ketten haben dafür einen eingebauten Timer. Fehlt er, rät die Energieberatung zu einer handelsüblichen Zeitschaltuhr.

Eine Alternative ist ein smarter Zwischenstecker mit Zeitplan in der App. Er lässt sich mit dem Smart Home verbinden und etwa an den Sonnenuntergang koppeln. Für eine einzelne LED-Kette rechnet sich die Anschaffung allein über die Stromkosten kaum. Sinnvoll ist sie vor allem, wenn bereits ein Smart-Home-System im Haushalt läuft.

Für Außenbereiche müssen auch Zeitschaltuhr und Zwischenstecker für den Einsatz im Freien geeignet sein. Achten Sie dabei auf dieselbe Schutzart wie bei der Lichterkette. Ein Gerät für innen gehört nicht an die Hauswand.

Der VDE weist zudem auf den Kompensationseffekt hin. Wer mit LED Strom spart, hängt leicht mehr Ketten auf als zuvor. Überlegen Sie deshalb vorher, wie viele Lichterketten Sie tatsächlich nutzen wollen.

Woran Sie eine sichere Lichterkette erkennen

Nach Angaben der Verbraucherzentrale gelangt immer wieder Weihnachtsschmuck mit erheblichen Sicherheitsmängeln in den Handel. Einen Hinweis auf ein zuverlässiges Produkt gibt das GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit. Auch ein VDE-Prüfzeichen oder ein TÜV-Siegel sind gute Kriterien.

Das CE-Zeichen reicht dagegen nicht als Beleg. Damit bestätigt der Hersteller nur selbst, dass er die geltenden EU-Richtlinien einhalten will. Der VDE weist darauf hin, dass das Zeichen missbräuchlich verwendet werden kann.

Auf der Verpackung sollten Angaben zur Elektronik und Sicherheitshinweise stehen. Eine deutsche Bedienungsanleitung und der Name des Herstellers gehören ebenfalls dazu. Fehlt ein verantwortlicher Ansprechpartner in der EU, ist das laut Verbraucherzentrale ein Warnsignal.

Alte Ketten verdienen einen genauen Blick. Der VDE warnt vor dünner oder gebrochener Isolierung, weil sie am Baum zum Brandherd werden kann. Bei alten Glühlampen-Ketten überhitzen sich nach dem Ausfall einzelner Lämpchen die übrigen stark. LEDs werden dagegen kaum warm.

Im Kinderzimmer empfiehlt der VDE nur Lichterketten mit Sicherheitskleinspannung bis 24 Volt oder mit Batterie. Lassen Sie eine Kette außerdem nicht unbeobachtet am Netz. Auch Lichterketten ohne LED erzeugen Wärme und können einen trockenen Baum entzünden. Ähnliche Grundregeln gelten für andere Geräte, die im Winter an der Steckdose hängen, etwa für Heizlüfter.

Draußen gelten strengere Regeln

Im Freien müssen Trafo und Kabel gegen Spritzwasser geschützt sein. Sonst droht bei Regen ein Kurzschluss. Geeignete Lichterketten tragen die Schutzart IP44, IP54 oder IP64. Alternativ zeigt ein Symbol mit einem Tropfen im Dreieck die Eignung an.

Die erste Ziffer der Schutzart beschreibt den Schutz gegen Fremdkörper und Staub. Die zweite Ziffer steht für den Schutz gegen Wasser. IP44 bedeutet Schutz vor Fremdkörpern über 1 Millimeter und vor Spritzwasser. IP54 ist staubgeschützt, IP64 vollständig staubdicht.

Lichterketten für den Wohnraum gehören nicht ins Freie. Der VDE nennt dafür das Haus-Symbol auf der Verpackung. Für draußen braucht es zudem eine geeignete Außensteckdose und spezielle Verlängerungskabel. Herkömmliche Kabel sind dafür nicht ausgelegt.

Bei Kälte arbeiten LEDs nach Angaben der Verbraucherzentrale besonders gut. Sie eignen sich deshalb für Garten, Balkon und Fassade. Für die Farbwirkung zählt die Farbtemperatur in Kelvin. Unter 3.000 Kelvin wirkt das Licht warmweiß, über 5.000 Kelvin bläulich kalt.

Was Sie bei einem unsicheren Produkt tun

Wird ein Kabel heiß oder riecht ein Netzteil verschmort, benutzen Sie die Kette nicht weiter. Die Verbraucherzentrale rät, das Produkt nicht sofort wegzuwerfen. Fotos, Verpackung und Kaufbeleg helfen bei der Prüfung.

Melden können Sie ein unsicheres Produkt beim Händler, beim Hersteller und bei der zuständigen Marktüberwachungsbehörde. In Deutschland ist die Marktüberwachung Sache der Bundesländer. Die zuständige Stelle lässt sich über das EU-System ICSMS anhand der Postleitzahl finden.

Zusätzlich gibt es das Consumer Safety Gateway der EU für gefährliche Non-Food-Produkte. Für eine Meldung ist ein kostenloses EU-Login nötig. Im Safety Gate können Sie vorab prüfen, ob es zu einem Produkt bereits eine Warnung gibt. Bei Käufen auf Online-Marktplätzen sollten Sie das Angebot auch dort melden.

Wer neue Elektrogeräte vergleicht, findet Verbrauchsdaten für viele Produktgruppen in der EU-Datenbank EPREL. Wie das funktioniert, erklärt unser Beitrag zum EPREL-Vergleich. Warum alte Glühbirnen trotz ihres Verbrauchs gerade als Deko gefragt sind, zeigt unser Beitrag über das Comeback der Glühbirne.

Checkliste für die Adventszeit

  • Leistung in Watt auf Verpackung oder Netzteil prüfen.
  • Alte Ketten mit Glühlämpchen durch LED ersetzen.
  • Kabel und Isolierung vor dem Aufhängen auf Schäden prüfen.
  • Auf GS-Zeichen, VDE-Prüfzeichen oder TÜV-Siegel achten. CE allein genügt nicht.
  • Für draußen mindestens IP44 oder das Tropfen-Symbol wählen.
  • Außensteckdose und Verlängerungskabel für den Außenbereich nutzen.
  • Eingebauten Timer, Zeitschaltuhr oder smarten Zwischenstecker einstellen.
  • Batterie-Baumkerzen meiden oder Akkus nutzen.
  • Kinderzimmer nur mit Kleinspannung bis 24 Volt oder Batterie.
  • Defekte Ketten nicht weiter nutzen und unsichere Produkte melden.

Fazit

Mit LED-Lichterketten bleibt die Adventsbeleuchtung ein kleiner Posten auf der Stromrechnung, solange sie nicht rund um die Uhr läuft. Spürbar wird es bei alten Glühlampen-Ketten, vielen Ketten im Dauerbetrieb und Batterie-Kerzen. Eine Zeitschaltuhr senkt den Verbrauch ohne Aufwand.

Wichtiger als der Strompreis ist die Sicherheit. Ein unabhängiges Prüfzeichen, die richtige Schutzart für draußen und intakte Kabel verringern das Risiko von Kurzschluss und Brand. Wer unsichere Ware entdeckt, sollte sie melden.

Quellen

Für diesen Artikel wurden KI-gestützte Recherche- und Editierwerkzeuge verwendet. Der Inhalt wurde redaktionell geprüft.