Automobil

Kufstein lädt Pkw und Lkw – die Leistung wird geteilt

OMV setzt erstmals kommerziell Siemens SICHARGE FLEX ein. Hinter mehreren Ladepunkten steckt eine gemeinsame Leistungsversorgung; der geplante Megawatt-Ausbau ist davon zu unterscheiden.

Von Wolfgang

30. Sep. 20262 Min. Lesezeit

Redaktionelle Illustration: Kufstein lädt Pkw und Lkw – die Leistung wird geteilt

Wer an einer Ladestation mehrere Säulen sieht, sieht noch nicht, wie viel Strom dahinter für alle zusammen verfügbar ist. Ein neuer OMV-Standort in Kufstein macht diesen Unterschied anschaulich: Pkw und Lkw laden an getrennten Punkten, während das System die verfügbare Leistung nach Bedarf verteilt.

Der Standort wurde nach einer am 30. September verbreiteten Siemens-Mitteilung am Vortag eröffnet. Es handelt sich um den ersten kommerziellen Einsatz von SICHARGE FLEX. Genannt werden vier Ladepunkte für Pkw und zwei für Lkw mit jeweils bis zu 400 Kilowatt. Die Meldung bei MarketScreener gibt dabei Unternehmensinhalt wieder; sie ist kein unabhängiger Leistungstest.

Sechs Anschlüsse ergeben noch keine Rechnung

Die Angabe „bis zu 400 Kilowatt“ gehört zum einzelnen Ladepunkt. Daraus sechs Mal 400 Kilowatt als jederzeit verfügbare Standortleistung zu errechnen, wäre nicht gedeckt. Die konkrete Gesamtleistung des eröffneten Standorts nennt die Mitteilung nicht. Außerdem beschreibt ein Höchstwert noch nicht, was ein angeschlossenes Fahrzeug während einer ganzen Ladepause tatsächlich aufnehmen wird.

Bis zu 400 Kilowatt pro eröffnetem Ladepunkt, dynamische Verteilung ohne genannte Standort-Gesamtleistung und geplanter MCS-Ausbau mit 600 bis 1200 Kilowatt.
Die Zahl an einem Ladepunkt ist kein Versprechen für alle Fahrzeuge zugleich. Der MCS-Ausbau gehört zur Planung. Grafik: TechZeitGeist; Grundlage: Siemens.

Siemens hatte das Prinzip der Produktfamilie bereits 2025 vorgestellt: Eine zentrale Versorgung kann mehrere Ladepunkte dynamisch bedienen. Das trennt die Stelle, an der ein Fahrzeug angeschlossen wird, von der Bereitstellung und Verteilung der Leistung. Die Familie bietet unterschiedliche Ausstattungen; deren höchste Produktwerte sind keine Messwerte aus Kufstein.

Der Megawatt-Ausbau kommt erst danach

Als nächste Stufe sind vier zusätzliche Lkw-Ladepunkte mit Megawatt Charging System, kurz MCS, und Leistungen zwischen 600 und 1.200 Kilowatt angekündigt. Diese Planung gehört nicht zum bereits eröffneten Angebot. Wer eine Fahrt plant, sollte deshalb das heute verfügbare Laden und den späteren Ausbau auseinanderhalten.

Der Standort zeigt eine praktische Richtung: Pkw und schwere Nutzfahrzeuge können Teil derselben Ladeanlage sein, ohne dass jeder Anschluss eine vollständig eigene Leistungsversorgung braucht. Wie gut die Verteilung bei hoher Auslastung funktioniert, lässt sich aus der Eröffnungsmeldung noch nicht beurteilen.

Für Nutzer bleibt eine einfache Nachfrage: Ist die beworbene Zahl die Leistung eines Anschlusses, die Leistung der gesamten Anlage oder ein zukünftiger Ausbauwert? In Kufstein werden alle drei Ebenen relevant – aber nur zwei davon sind beziffert.

Quellen

Für diesen Artikel wurden KI-gestützte Recherche- und Editierwerkzeuge verwendet. Der Inhalt wurde redaktionell geprüft.