Home Assistant, Homey, ioBroker im Vergleich

Home Assistant, Homey oder ioBroker: Welche Zentrale passt 2026?

Home Assistant, Homey oder ioBroker? Der Vergleich zeigt Listenpreise, Funkstandards, Abokosten und Umzugsaufwand der drei Smart-Home-Zentralen.

Von Wolfgang

18. Okt. 202611 Min. Lesezeit

Kleine weiße Smart-Home-Zentrale ohne Logo auf einem Holzregal im Wohnzimmer, daneben Tür- und Temperatursensor, Zwischenstecker und eine leuchtende Tischlampe
Kleine weiße Smart-Home-Zentrale ohne Logo auf einem Holzregal im Wohnzimmer, daneben Tür- und Temperatursensor, Zwischenstecker und eine leuchtende Tischlampe

Home Assistant, Homey und ioBroker steuern das Smart Home ohne Bindung an einen Hersteller. Die drei Zentralen unterscheiden sich bei Einstieg, Hardware, Funk und laufenden Kosten.

Wer Lampen, Sensoren und Heizung unabhängig von einzelnen Herstellern steuern will, braucht eine eigene Zentrale. Drei Namen fallen dabei besonders oft. Home Assistant, Homey und ioBroker steuern Geräte lokal im eigenen Netz, verlangen aber unterschiedlich viel Technikwissen und Geld. Dieser Vergleich nutzt nur Angaben und Listenpreise der Anbieter mit Stand 18. Oktober 2026.

Kurz gesagt

Home Assistant ist die offenste Lösung. Das fertige Gerät Home Assistant Green kostet laut Hersteller 179 Euro, ein Zigbee-Stick 45 Euro. Homey Pro kostet einmalig 449 Euro und bringt alle gängigen Funkstandards mit. Der kleinere Homey Pro mini kostet 279 Euro.

ioBroker ist kostenlose Open-Source-Software für eigene Hardware und verlangt das meiste Technikwissen. Alle drei laufen ohne Abo. Bezahldienste gibt es für Fernzugriff und Sprachassistenten. Ein späterer Wechsel kostet vor allem Zeit, weil Automationen neu entstehen.

Home Assistant: offen und lokal

Home Assistant ist eine Open-Source-Plattform für Hardware im eigenen Zuhause. Laut Projekt läuft das Smart Home damit auch bei einem Internetausfall weiter. Die Daten bleiben im Haus. Hinter dem Projekt steht die Open Home Foundation.

Die offizielle Hardware entwickelt die Firma Nabu Casa. Sie gibt den Großteil ihrer Gewinne an die Stiftung weiter. Der einfachste Einstieg ist Home Assistant Green. Das Gerät kommt mit vorinstalliertem System.

Nutzer schließen Strom und Netzwerkkabel an und richten den Rest per App oder Browser ein. Für die Ersteinrichtung ist eine Internetverbindung nötig. Nabu Casa nennt eine unverbindliche Preisempfehlung von 179 Euro inklusive Steuern. Händlerpreise können abweichen.

Green hat 4 GB Arbeitsspeicher und 32 GB Speicher. Im Leerlauf nimmt es laut Datenblatt etwa 1,7 Watt auf, unter Last etwa 3 Watt. Eigene Funkchips für Zigbee oder Thread hat es nicht.

Dafür gibt es den USB-Stick Connect ZBT-2 für 45 Euro. Thread mit dem Green ist laut Hersteller noch in Entwicklung. Für Z-Wave bietet Nabu Casa den Stick Connect ZWA-2 für 59 Euro an.

Matter-Geräte im WLAN oder am Netzwerkkabel bindet Home Assistant über die Matter-Integration ein. Für Matter über Thread braucht es zusätzlich einen Thread-Border-Router. Den haben manche Haushalte schon in Geräten von Apple, Google oder Amazon. Laut Projekt bringt die Plattform mehr als 1.000 eingebaute Integrationen mit.

Wer selbst baut, installiert Home Assistant auf einem Raspberry Pi 4 oder 5 mit mindestens 2 GB Arbeitsspeicher. Auch ein vorhandener PC oder eine virtuelle Maschine kommen infrage. Die Variante Home Assistant Container für Docker enthält keine Zusatz-Apps. Das Modell Home Assistant Yellow gibt es nur noch als Bausatz, in den Käufer ein eigenes Rechenmodul einsetzen.

Für den Betrieb ist kein Abo nötig. Nabu Casa bietet optional Home Assistant Cloud an. Der Dienst soll im Dezember Home Assistant Link heißen und kostet 7,50 Euro im Monat oder 75 Euro im Jahr, jeweils zuzüglich Steuern. Er bringt Fernzugriff, Backups außer Haus und eine einfache Anbindung an Alexa und Google Home.

Nach einer Kündigung läuft das Smart Home laut Anbieter weiter. Warum lokale Steuerung an Bedeutung gewinnt, beschreibt unser Beitrag zu Home Assistant und lokaler Smart-Home-Steuerung.

Homey: Pro, Pro mini und Cloud

Homey stellt die einfache Bedienung in den Vordergrund. Geräte sucht man in der App nach Marke und verbindet sie mit ein oder zwei Tippern. Automationen heißen bei Homey Flows. Sie entstehen aus Karten nach dem Muster Wenn, Und, Dann.

Homey Pro ist das Spitzenmodell. Im offiziellen deutschen Shop kostet es einmalig 449 Euro. Der Hersteller wirbt mit dem Satz „Alles lokal. Keine Abonnements.“

An Bord sind WLAN, Bluetooth Low Energy, Zigbee, Z-Wave, Thread als Border Router und Matter. Dazu kommen Sender für 433 MHz und Infrarot. Die 433-MHz-Technik nutzen laut Homey vor allem ältere Geräte.

Fernzugriff, App Store und die Anbindung an Sprachassistenten sind laut Hersteller im Preis enthalten. Einen Ethernet-Adapter bietet Homey für 29 Euro an.

Homey Pro mini kostet 279 Euro. Er beherrscht Zigbee, Thread und Matter und hat einen Ethernet-Anschluss. Für Z-Wave, Bluetooth, 433 MHz und Infrarot braucht er die Homey Bridge für 69 Euro. Der mini hat 1 GB Arbeitsspeicher, das Pro-Modell 4 GB.

Der dritte Weg ist Homey Cloud. Hier läuft die Zentrale beim Anbieter. Bis zu 5 Geräte sind kostenlos, danach kostet Homey Premium 2,99 Euro im Monat.

Für Zigbee und Z-Wave braucht auch diese Variante die Homey Bridge. Sie verbindet sich über das WLAN mit der Cloud. Beim Kauf der Bridge sind 3 Monate Premium enthalten.

Für die Pro-Modelle bietet Homey Cloud-Backups für 10 Euro im Jahr an. Lokale Backups auf einen Mac oder PC sind ebenfalls möglich.

ioBroker: freie Software auf eigener Hardware

ioBroker ist kostenlose Open-Source-Software. Laut Projekt bleiben Plattform und Grundfunktionen dauerhaft gratis. Geräte und Dienste kommen über sogenannte Adapter ins System. Die Website nennt mehr als 800 Integrationen.

ioBroker führt sehr unterschiedliche Technik zusammen. Als Beispiele nennt das Projekt Zigbee-Lampen, Hersteller-Clouds und Solaranlagen.

Die Hardware wählen Nutzer selbst. Die Dokumentation nennt Raspberry Pi, Mini-PC, NAS mit Docker und Windows. Empfohlen ist ein Linux-System auf Basis von Debian oder Ubuntu in der Serverversion ohne Desktop.

Die Installation erfolgt mit einem einzigen Befehl in der Konsole. Danach öffnet man die Oberfläche im Browser. Laut Dokumentation wird das System über die Konsole verwaltet.

Als Minimum nennt die Dokumentation 2 GB Arbeitsspeicher und 32 GB Speicher. Empfohlen sind mindestens 4 GB und 64 GB. Die Werte stammen aus einer typischen Installation mit rund 40 aktiven Adaptern.

Für Funk braucht ioBroker passende Adapter und eigene Funkhardware. Im offiziellen Verzeichnis stehen unter anderem Adapter für Zigbee, Z-Wave und Matter. Automationen entstehen als Regeln zum Anklicken, mit der Blocksprache Blockly oder in JavaScript und TypeScript.

Geld kosten bei ioBroker die Zusatzdienste. Der Fernzugriff über iobroker.pro kostet 53,99 Euro im Jahr inklusive Mehrwertsteuer. Er enthält auch die Sprachsteuerung über Alexa und Google Home. Eine reine Assistenten-Lizenz kostet 28,99 Euro im Jahr.

Kostenlose Varianten gibt es mit Einschränkungen, etwa 50 Sprachbefehle pro Tag. Die Fernzugriffslizenz verlängert sich nicht automatisch.

Läuft sie aus, endet laut Anbieter nur der Fernzugriff. Die lokalen Automationen laufen weiter. Wie Sprachsteuerung ohne Cloud funktionieren kann, erklärt unser Beitrag zu lokalen Sprachassistenten im Smart Home.

Die drei Systeme im Vergleich

Die Tabelle fasst die Herstellerangaben zusammen. Alle Preise sind Listenpreise mit Stand 18. Oktober 2026.

Kriterium Home Assistant Homey ioBroker
Bedienung und Einstieg Green vorinstalliert, Einrichtung per App oder Browser App mit Gerätesuche nach Marke, Flows aus Karten Installation per Konsole, Oberfläche im Browser
Lokale Steuerung Ja, läuft auch ohne Internet Pro und Pro mini lokal, Homey Cloud beim Anbieter Ja, Betrieb auf eigener Hardware
Hardware und Preise Green 179 Euro, ZBT-2 45 Euro, ZWA-2 59 Euro, alternativ eigene Hardware Pro 449 Euro, Pro mini 279 Euro, Bridge 69 Euro Software kostenlos, Hardware nach Wahl ab 2 GB Arbeitsspeicher
Funkstandards Zigbee und Thread per ZBT-2, Z-Wave per ZWA-2, Matter per Integration Pro mit Zigbee, Z-Wave, Thread, Matter, 433 MHz und Infrarot, Pro mini mit Zigbee, Thread und Matter Über Adapter und eigene Funksticks, Matter-Adapter kostenlos
Abo und Cloud Optional 7,50 Euro im Monat oder 75 Euro im Jahr zuzüglich Steuern Pro ohne Abo, Homey Cloud über 5 Geräte 2,99 Euro im Monat Basis kostenlos, Fernzugriff 53,99 Euro im Jahr, Assistent 28,99 Euro im Jahr
Community und Erweiterbarkeit Mehr als 1.000 Integrationen, große Open-Source-Community Offizielle und Community-Apps, HomeyScript auf den Pro-Modellen Mehr als 800 Integrationen, Skripte in JavaScript und TypeScript
Datenschutz Daten lokal, Bezahldienst laut Anbieter verschlüsselt Pro-Modelle verarbeiten lokal, Cloud-Variante beim Anbieter Daten lokal, Fernzugriff ohne Portfreigabe

Beim Datenschutz liegen die lokalen Varianten nah beieinander. Nabu Casa verschlüsselt laut eigener Angabe die Daten im Bezahldienst. Den Schlüssel hat nur der Nutzer.

Bei ioBroker baut die Anlage die Verbindung für den Fernzugriff selbst nach außen auf. Eine Portfreigabe im Router ist deshalb nicht nötig. Die kostenlose Lizenz der Visualisierung vis-2 prüft bei jedem Neustart online, ob sie gültig ist.

Bei Homey Cloud liegt die Steuerung beim Anbieter. Was passiert, wenn ein Anbieter seine Cloud abschaltet, zeigt unser Beitrag Smart Home nach dem Cloud-Aus.

Was der Einstieg kostet

Die Rechnung nutzt nur Listenpreise der Hersteller. Hardware für den Eigenbau wie ein Raspberry Pi fehlt, weil dafür kein einheitlicher Listenpreis vorliegt. Sensoren, Lampen und Steckdosen kommen bei allen Systemen hinzu.

  • Home Assistant Green mit Zigbee-Stick ZBT-2 kostet zusammen 224 Euro. Mit dem Z-Wave-Stick ZWA-2 sind es 283 Euro.
  • Homey Pro mini kostet 279 Euro. Mit der Homey Bridge für Z-Wave und Infrarot sind es 348 Euro.
  • Homey Pro kostet 449 Euro und hat alle Funkstandards an Bord.
  • Homey Cloud startet mit der Bridge für 69 Euro. Bei mehr als 5 Geräten kommen nach 3 Gratismonaten 9 Monate Premium für 26,91 Euro dazu. Das ergibt 95,91 Euro im ersten Jahr.
  • ioBroker kostet als Software nichts. Der optionale Fernzugriff kostet 53,99 Euro im Jahr.

Über mehrere Jahre ändert sich die Reihenfolge. Unter den fertigen Paketen ist Homey Cloud im ersten Jahr am günstigsten. Ab dem zweiten Jahr kostet Premium aber 35,88 Euro jährlich. Nach 36 Monaten summiert sich diese Variante auf 167,67 Euro.

Home Assistant Green mit Zigbee-Stick bleibt ohne Abo bei 224 Euro. Wer den Cloud-Dienst von Nabu Casa bucht, zahlt 75 Euro im Jahr zuzüglich Steuern dazu. Bei viel Technik mit Z-Wave, 433 MHz oder Infrarot steckt bei Homey Pro alles in einem Gerät.

Was ein späterer Umzug bedeutet

Die Zentrale lässt sich später wechseln. Das kostet aber Zeit. Jedes System baut Automationen mit eigenen Werkzeugen. Homey nutzt Flows, ioBroker Regeln, Blockly und Skripte, Home Assistant eigene Automationen.

Einen direkten Übertragungsweg zwischen den Systemen beschreiben die Anbieter nicht. Rechnen Sie deshalb damit, Automationen neu aufzubauen.

Zigbee-Geräte hängen am Funkkoordinator der jeweiligen Zentrale. Wer das System wechselt, muss sie in der Regel neu anlernen. Bei vielen Sensoren und Lampen dauert das. Innerhalb von Home Assistant beschreibt die Dokumentation einen Weg auf einen neuen Zigbee-Stick.

Matter erleichtert den Umzug. Ein Matter-Gerät kann laut Home-Assistant-Dokumentation mit mehreren Zentralen gleichzeitig verbunden sein. Der Standard sieht mindestens 5 solcher Verbindungen vor. So lässt sich eine neue Zentrale parallel testen.

Home Assistant arbeitet außerdem mit Apple Home, Google Home, Alexa und SmartThings zusammen. Das erlaubt einen schrittweisen Umstieg. Für Alexa und Google Home empfiehlt Nabu Casa dafür den Bezahldienst.

Innerhalb eines Systems ist der Umzug einfacher. ioBroker zieht laut Dokumentation per Backup auf neue Hardware um. Homey sichert die Pro-Modelle lokal oder in der Cloud.

Wer wenig umziehen will, wählt früh Geräte mit Matter oder Zigbee. Welcher Standard wofür passt, erklärt unser Ratgeber Zigbee oder Matter 2026.

Für wen passt was

  • Home Assistant passt zu Einsteigern, die eine offene und lokale Lösung wollen und sich einarbeiten möchten. Green senkt die Einstiegshürde. Wer später tiefer einsteigt, findet mehr als 1.000 Integrationen.
  • Homey Pro passt zu Haushalten, die schnell starten und wenig konfigurieren wollen. Das gilt besonders bei gemischter Technik mit Z-Wave, 433 MHz oder Infrarot. Dafür ist der Einstiegspreis am höchsten.
  • Homey Pro mini passt zu Haushalten mit Zigbee- und Matter-Geräten, die Homeys Bedienung wollen und weniger ausgeben möchten.
  • Homey Cloud passt zu kleinen Installationen mit wenigen Geräten. Wer Wert auf lokale Steuerung legt, ist mit den Pro-Modellen besser bedient.
  • ioBroker passt zu technisch versierten Nutzern, die schon einen Server oder Raspberry Pi betreiben. Wer Solaranlage, Heizung und Hersteller-Clouds in einer Oberfläche bündeln will, findet viele Adapter. Ohne Linux-Kenntnisse ist es der anspruchsvollste Weg.

Für alle drei Systeme ist ein stabiles Heimnetz die Basis. Home Assistant Green und Homey Pro mini werden per Netzwerkkabel angeschlossen. Tipps für ein zuverlässiges Netz gibt unser Ratgeber WLAN für zuhause.

Fazit

Für die meisten Einsteiger ist Home Assistant Green mit Zigbee-Stick ein solider Start. Nach Listenpreisen kostet das 224 Euro, ein Abo ist nicht nötig. Homey Pro bündelt alle Funkstandards in einem Gerät und kostet einmalig 449 Euro. ioBroker ist kostenlos, setzt aber eigene Hardware und Technikwissen voraus.

Entscheidend ist der eigene Gerätebestand. Prüfen Sie vor dem Kauf, welche Funkstandards Ihre Geräte nutzen. Planen Sie den Umzug bestehender Automationen ein. Wer neu kauft, setzt auf Matter oder Zigbee und hält sich den Wechsel offen.

Quellen

  • Home Assistant: Home Assistant Green, Installation, Home Assistant Yellow, Connect ZBT-2, Connect ZWA-2, Matter- und ZHA-Integration (home-assistant.io), abgerufen 18.10.2026
  • Nabu Casa: Home Assistant Link, Pricing (nabucasa.com) und Blogbeitrag zur Umbenennung vom 02.10.2026 (home-assistant.io), abgerufen 18.10.2026
  • Homey: Homey, Homey Pro, Homey Pro mini, Homey Bridge und Homey Premium im offiziellen Shop Deutschland (homey.app/de-de), abgerufen 18.10.2026
  • ioBroker: Startseite (iobroker.net), Lizenzübersicht (iobroker.com/productoverview), Dokumentation Installation Linux und Anforderungen, Adapterverzeichnis stable (GitHub ioBroker), abgerufen 18.10.2026

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