Automobil

E.ON und Essent übernehmen 370 Schnellladepunkte in den Niederlanden

79 frühere BP-Pulse-Standorte wechseln zu E.ON Drive Infrastructure und erhalten die Marke Essent. Einige Ladepunkte puffern Energie in Batterien.

Von Wolfgang

10. Okt. 20264 Min. Lesezeit

Konzeptionelle Illustration zum Thema E.ON und Essent übernehmen 370 Schnellladepunkte in den Niederlanden

E.ON Drive Infrastructure übernimmt 79 frühere BP-Pulse-Standorte mit zusammen 370 Schnellladepunkten in den Niederlanden. Sie sollen unter der Marke Essent auftreten. Essent hat den Schritt am 8. Oktober mitgeteilt; die Nachricht wurde am 9. Oktober erneut aufgegriffen. Betrieb und Wartung liegen bei E.ON Drive Infrastructure, während Essent die Marke und den Kontakt zu den Kunden übernimmt. Essent

Die Mitteilung nennt Alpitronic-Lader mit Leistungen von bis zu 300 Kilowatt. Einige Standorte nutzen einen Batteriespeicher als Puffer. Genau dieses Detail ist technisch interessant: Ein Speicher kann dem Ladepunkt vorübergehend mehr Energie bereitstellen, als der Netzanschluss in demselben Moment liefert.

Ein kurzer Ladestopp und ein längerer Nachladezeitraum

Das Prinzip lässt sich an einem Bahnhof verdeutlichen. Viele Reisende kommen innerhalb kurzer Zeit an, während der Nachschub über einen längeren Zeitraum eintreffen kann. Beim Ladepark ist der Batteriespeicher der Zwischenraum: Er nimmt elektrische Energie auf und gibt sie später während eines Ladestopps wieder ab.

Wenn gerade wenig Ladebedarf besteht, kann der Speicher Energie aus dem Netz aufnehmen. Steht anschließend ein Fahrzeug an der Säule, liefern Netzanschluss und Speicher gemeinsam. Für diese Phase steht dadurch eine höhere Leistung zur Verfügung. Danach muss die gespeicherte Energie wieder aufgefüllt werden.

Das verändert die Verteilung über die Zeit. Der Netzanschluss muss weiterhin die insgesamt benötigte Energie liefern. Kommen viele Fahrzeuge unmittelbar hintereinander, hängt die verfügbare Unterstützung vom Ladezustand des Speichers ab. Für den Betreiber ist deshalb wichtig, wie häufig starke Nachfrage entsteht und welche Pausen dazwischen liegen.

Die höchste Säulenleistung ist nur ein Teil des Ladevorgangs

Auch ein Fahrzeug bestimmt mit, wie schnell der Ladestopp verläuft. Seine Batterie nimmt abhängig vom Ladezustand und den Betriebsbedingungen eine bestimmte Leistung auf. Säule und Auto stimmen den Vorgang miteinander ab. Die maximale Leistung des Ladegeräts beschreibt daher eine technische Fähigkeit der Infrastruktur.

Für Fahrer ist der praktische Vergleich konkreter: Wie gut passt der Standort zur Strecke, welche Anschlüsse stehen bereit und wie entwickelt sich der Ladevorgang mit dem eigenen Fahrzeug? Eine hohe Leistungsangabe kann nützlich sein. Ebenso wichtig ist, dass der Ladepunkt erreichbar und betriebsbereit ist.

Batteriepuffer zwischen Netzanschluss und Schnelllader
Prinzip eines gepufferten Ladepunkts: Zwischen Stopps wird Energie nachgeladen. (Quelle: KI generiert)

Essent nennt Kartenzahlung sowie gängige Ladekarten und Apps als Zugangswege. Solche Möglichkeiten betreffen den anderen Teil des Stopps: Ein Fahrzeug muss den Ladevorgang starten können, bevor es von der technischen Leistung profitiert. Für Menschen auf einer längeren Fahrt zählt die gesamte Folge vom Ankommen bis zur Weiterfahrt. Zugang und Ladeinfrastruktur

Was sich am Netz der Standorte ändert

Neben den übernommenen Anlagen sollen 46 bereits vorhandene E.ON-Ladepunkte die Marke Essent erhalten. Außerdem nennt das Unternehmen 45 gesicherte Entwicklungsstandorte. Diese befinden sich in der Planung und ergänzen die Perspektive für einen späteren Ausbau. Standortangaben

Standorte und Ladepunkte beschreiben verschiedene Größen. Ein Standort kann mehrere Fahrzeuge parallel bedienen. Seine praktische Kapazität hängt von Zahl und Verfügbarkeit der Anschlüsse sowie von der dort bereitgestellten Leistung ab. Deshalb ist es hilfreich, bei einer Ausbauankündigung beide Zahlen getrennt zu betrachten.

Die Aufgaben zwischen Marke und Betreiber sind ebenfalls unterschiedlich. Der technische Betrieb umfasst die Anlage und ihre Wartung. Die Marke ist für Fahrer beim Auffinden und Verwenden des Angebots sichtbar. Eine Übernahme verändert diese Zuständigkeiten, während die einzelnen Standorte weiterhin in eine lokale Stromversorgung eingebunden bleiben.

Für die Planung eines gepufferten Ladepunkts reicht somit eine Momentaufnahme der Spitzenleistung kaum aus. Ein einzelner schneller Ladestopp und eine Folge dicht aufeinanderfolgender Stopps verlangen unterschiedliche Energiemengen aus dem Speicher. Der Betreiber muss diesen Verlauf mit dem Nachladen verbinden. Fahrer bemerken davon vor allem das Ergebnis: wie zuverlässig sich ihr Auto während der tatsächlich benötigten Pause laden lässt.

Der Batteriespeicher macht die Nachricht über den Betreiberwechsel hinaus interessant. Er zeigt, wie sich ein Ladepark an einen begrenzten Netzanschluss anpassen kann: Hoher Leistungsbedarf wird über kurze Zeiträume bedient, Energie über längere Zeiträume nachgeliefert. Ob dieses Prinzip zu einem Standort passt, hängt vom dortigen Verlauf der Ladestopps ab.

Quellen

Für diesen Artikel wurden KI-gestützte Recherche- und Editierwerkzeuge verwendet. Der Inhalt wurde redaktionell geprüft.