Automobil

DeepDrive plant Serienstart 2028 für seinen Doppelrotor-Antrieb

DeepDrive meldet eine Seriennominierung durch einen internationalen Autohersteller. Der Name des Kunden und belastbare Verbrauchswerte bleiben offen.

Von Wolfgang

09. Okt. 20264 Min. Lesezeit

Konzeptionelle Illustration zum Thema DeepDrive plant Serienstart 2028 für seinen Doppelrotor-Antrieb mit vollständiger Überschrift und TechZeitGeist-Schriftzug

DeepDrive meldet den nächsten Schritt seines Doppelrotor-Elektromotors in Richtung Großserie. Ein führender internationaler Autohersteller habe das Münchner Unternehmen als Lieferanten für ein Serienprogramm ausgewählt. Der geplante Produktionsstart liegt 2028. Die Mitteilung vom 8. Oktober nennt den Kunden allerdings nicht. Auch konkrete Stückzahlen und öffentlich nachprüfbare Verbrauchswerte des späteren Serienfahrzeugs fehlen.

Für die europäische Antriebsindustrie ist die Nachricht dennoch interessant. Bei einem Elektromotor entscheidet sich der Weg vom attraktiven Aufbau zur serienfähigen Lösung nicht allein auf dem Prüfstand. Das Aggregat muss zu Fahrzeug, Fertigung und Lieferkette passen. Eine Seriennominierung beschreibt einen wichtigen Projektmeilenstein. Bis tatsächlich Kundenfahrzeuge ausgeliefert werden, bleiben weitere Entwicklungs- und Produktionsschritte nötig.

Ein Stator, zwei Rotoren

Das technische Merkmal von DeepDrive ist ein Doppelrotor-Aufbau. Der Stator, also der feststehende Teil des Motors, wirkt auf einen innenliegenden und einen außenliegenden Rotor. Diese beweglichen Teile stehen dem Stator auf zwei Seiten gegenüber. Das unterscheidet die Anordnung von einem Aufbau, bei dem ein einzelner Rotor entweder innerhalb oder außerhalb des Stators sitzt.

Die BMW Group beschrieb dieses Prinzip bereits im Juli 2024. Damals kündigte ihre Startup Garage Straßentests nach einem Prüfstandsprojekt an. BMW nannte sowohl einen möglichen Einsatz in Radnaben als auch als Zentralantrieb. Diese frühere Zusammenarbeit bestätigt den damaligen Erprobungsschritt. Sie beweist nicht, dass BMW der jetzt ungenannte Serienkunde ist.

Prinzipdarstellung eines Stators zwischen innerem und äußerem Rotor
Der feststehende Stator liegt zwischen zwei Rotoren. Die Grafik erklärt das Prinzip und zeigt keine maßstäbliche Herstellerkonstruktion. (Quelle: KI generiert)

Der Einbauort verändert die Aufgabe

Ein kompakter Motor eröffnet verschiedene Möglichkeiten im Fahrzeug. Beim Zentralantrieb gelangt die Kraft über die weitere Antriebskette zu den Rädern. Bei einem Radnabenantrieb sitzt das Aggregat unmittelbar am Rad. Beides sind unterschiedliche Fahrzeugarchitekturen, auch wenn sie ein ähnliches Motorprinzip verwenden. Die spätere Integration bestimmt mit, welche Eigenschaften eines Motors für das Fahrzeug besonders wertvoll sind.

Ein Radnabenmotor muss beispielsweise zusammen mit dem Rad untergebracht werden. Ein Zentralmotor wird dagegen in die dafür vorgesehene Antriebseinheit integriert. Aus einer Motorankündigung allein lässt sich daher weder die endgültige Fahrzeugarchitektur noch ein bestimmter Reichweitengewinn ableiten. Dazu wären Angaben zur konkreten Anwendung und Messungen am vollständigen Fahrzeug nötig.

Shanghai wird Teil der Expansion

In seiner aktuellen Pressemitteilung verbindet DeepDrive die Seriennominierung mit einer Expansion nach China. Das Unternehmen nennt einen Standort in Shanghai und ein lokales Team. Die Aussage stammt von DeepDrive selbst. Sie beschreibt den Ausbau der Präsenz, sagt aber noch nichts darüber aus, wo sämtliche Motoren des neuen Serienprogramms gefertigt werden oder welche Stückzahlen einzelne Standorte übernehmen.

Die Kombination aus europäischer Entwicklung und internationaler Präsenz zeigt eine praktische Aufgabe wachsender Zulieferer: Sie müssen Kunden nicht nur mit einer Konstruktion überzeugen, sondern auch die Zusammenarbeit über Entwicklungs- und Produktionsphasen organisieren. Gerade die Abstimmung mit einem Fahrzeughersteller setzt mehr voraus als einen guten einzelnen Prototyp.

Welche Daten jetzt zählen

Für eine belastbare technische Bewertung werden später Messwerte aus definierten Bedingungen wichtig. Ein Motor kann in unterschiedlichen Lastpunkten verschieden effizient arbeiten. Reichweite hängt zusätzlich von Batterie, Fahrzeuggewicht, Fahrwiderständen und Nutzung ab. Eine günstige Eigenschaft des Motors lässt sich deshalb nicht unmittelbar in eine universelle Kilometerzahl übersetzen.

Auch der für 2028 geplante Start bleibt ein Zieltermin des Unternehmens. Die nächste öffentlich nachvollziehbare Stufe wäre eine benannte Anwendung mit konkreten technischen Daten und bestätigtem Produktionsstand. Bis dahin ist die Nachricht vor allem ein Hinweis auf die industrielle Umsetzung eines bereits länger erprobten Motoraufbaus. Für Leser ist diese Einordnung nützlicher als eine vorschnelle Rangliste, welcher Antrieb pauschal der effizienteste sein soll.

Ein anschauliches Beispiel ist die Fahrt auf der Autobahn gegenüber häufigem Anfahren im Stadtverkehr. Der Motor arbeitet dabei nicht ständig am selben Betriebspunkt. Ein Vergleich sollte deshalb offenlegen, ob ein einzelner günstiger Messpunkt oder ein vollständiges Fahrprofil bewertet wird. Für Fahrzeugkäufer zählt am Ende der Energiebedarf des gesamten Autos unter nachvollziehbaren Bedingungen. Für Entwickler ist dagegen zusätzlich wichtig, wie sich die Konstruktion über verschiedene Drehzahlen und Lasten verhält.

Quellen

Für diesen Artikel wurden KI-gestützte Recherche- und Editierwerkzeuge verwendet. Der Inhalt wurde redaktionell geprüft.