Technik

Cornwall: Heißes Tiefenwasser soll ab 2029 Lithium liefern

Eine neue Förderankündigung unterstützt Cornwalls geplante Lithiumproduktion. Wie Geothermie und Rohstoffgewinnung denselben Wasserstrom nutzen sollen.

Von Wolfgang

28. Sep. 20263 Min. Lesezeit

Magazincollage zu heißem Tiefenwasser mit der vollständigen Artikelüberschrift.

Heißes Wasser aus der Tiefe kann mehr mitbringen als Wärme. In Cornwall soll es künftig auch Lithium für die Batterieindustrie liefern. Die britische Regierung hat am 27. September 2026 eine Förderung für Geothermal Engineering Limited (GEL) angekündigt: knapp zehn Millionen Pfund für eine geplante Anlage, deren kommerzielle Produktion 2029 beginnen soll. Der technische Gedanke dahinter ist die doppelte Nutzung eines Wasserstroms – zunächst zur Stromerzeugung, anschließend zur Rohstoffgewinnung.

Ein Rohstoff, der im Wasser steckt

Lithium muss nicht als Stück Gestein an die Oberfläche kommen. Es kann auch in salzhaltigem Wasser gelöst sein, einer sogenannten Sole. Der British Geological Survey beschreibt lithiumreiche Solen und lithiumhaltige Gesteine als zwei wichtige geologische Quellen des Rohstoffs. Bei der Gewinnung aus Tiefenwasser geht es darum, die gelösten Bestandteile voneinander zu trennen.

Am Standort United Downs stehen Geothermie und Lithiumgewinnung nebeneinander. Nach der Projektbeschreibung von GEL wird die heiße Sole zunächst für die Stromerzeugung genutzt. Danach folgt die Lithiumgewinnung; die verbleibende Sole wird wieder in den Untergrund gepumpt. Die Wärme und der Rohstoff stammen damit aus derselben unterirdischen Ressource.

Vereinfachtes Schema: heiße Sole fördern, Wärme für Strom nutzen, Lithium abtrennen und Sole zurückführen.
Vereinfachter Ablauf nach der GEL-Projektbeschreibung; keine maßstabsgetreue Anlagenzeichnung (Quelle: KI generiert)

Entscheidend ist die zusätzliche Verarbeitungsstufe nach der Energienutzung. Ein Geothermiekraftwerk liefert nicht automatisch Lithium: Dafür braucht es einen Prozess, der den Rohstoff aus der Sole gewinnt und in ein verwertbares Produkt überführt. GEL berichtet, seit dem Start seiner Demonstrationsanlage im Februar 2026 das Verfahren weiterzuentwickeln und die Produktqualität zu prüfen.

Was die neue Zusage ermöglichen soll

GEL plant nach Regierungsangaben Investitionen von rund 43 Millionen Pfund. Für die geplante kommerzielle Anlage werden etwa 1.500 Tonnen Lithiumcarbonat in technischer Qualität pro Jahr genannt. Das ist ein Produktionsziel; die Meldung dokumentiert keine bereits laufende Serienlieferung an Batteriehersteller.

Auch die staatliche Unterstützung ist noch an Bedingungen geknüpft. Das Angebot im DRIVE35-Programm steht unter dem Vorbehalt weiterer Prüfungen und endgültiger Genehmigungen. Die Ankündigung bringt das Vorhaben finanziell voran, ersetzt diese Schritte aber nicht.

Der Kreislauf muss sich im Betrieb bewähren

Eine gemeinsam genutzte Ressource macht das Verfahren interessant: Derselbe geförderte Wasserstrom bekommt zwei Aufgaben. Ob daraus eine wirtschaftliche Rohstoffquelle wird, entscheidet sich auch an Kosten und verlässlichem Betrieb. Die unabhängige Technologiebewertung des US-Rechnungshofs GAO von 2024 nennt hohe Fixkosten und schwankende Rohstoffpreise als wichtige Herausforderungen bei der Gewinnung aus unkonventionellen Quellen. Sie bewertet den Bereich insgesamt und ist kein Test der Anlage in Cornwall.

GEL beschreibt seinen Ansatz als besonders kohlenstoffarm. Die Projektseite liefert dafür jedoch keine vollständige, unabhängig geprüfte Umweltbilanz der geplanten kommerziellen Produktion. Die Rückführung der Sole ist ein konkreter Prozessschritt; daraus allein lässt sich weder ein emissionsfreier Gesamtbetrieb noch ein günstigerer Akku ableiten.

Für die Batterieversorgung ist deshalb der nächste Schritt entscheidend: Aus der Demonstration müssen dauerhaft lieferbare Mengen in der benötigten Qualität werden. Cornwall zeigt, wie Energiegewinnung und Rohstoffversorgung technisch zusammenwachsen können. Ob die Verbindung industriell trägt, wird sich erst an der Anlage zeigen, die GEL für 2029 plant.

Quellen

Für diesen Artikel wurden KI-gestützte Recherche- und Editierwerkzeuge verwendet. Der Inhalt wurde redaktionell geprüft.