Wenn am Dortmunder Signal Iduna Park die Sonne scheint, liefern Solarmodule auf dem Stadiondach Strom. Ein neuer Batteriespeicher soll einen Teil davon für später aufheben. Borussia Dortmund und RWE haben die Anlage am 26. Oktober in Betrieb genommen. Sie kann nach Angaben der Partner 3,7 Megawatt Leistung über gut eine Stunde bereitstellen.
Der Speicher ergänzt die bereits bestehende Photovoltaikanlage. Sein Nutzen liegt vor allem im Zeitpunkt: Solarstrom entsteht, wenn Licht auf die Module fällt. Das Stadion benötigt Strom aber auch abends und zu anderen Zeiten, in denen die Sonne wenig oder gar nicht scheint. Eine Batterie kann Erzeugung und Verbrauch zeitlich näher zusammenbringen.
Vom Stadiondach in die Batterie
Die Dachanlage umfasst laut Borussia Dortmund 11.132 Module und hat eine Spitzenleistung von mehr als fünf Megawatt. Sie ging bereits im Dezember 2025 in Betrieb. Mit der Anlage kann der Verein nach eigener Angabe bis zu 45 Prozent des Strombedarfs des Signal Iduna Parks decken. Die Mitteilung nennt für diese Obergrenze keinen Bezugszeitraum und keine Berechnungsmethode.
Die Batterie erzeugt keinen zusätzlichen Solarstrom. Wenn Strom aus der Anlage verfügbar ist, kann sie Energie aufnehmen und später wieder abgeben. Dabei geht ein Teil der Energie beim Laden und Entladen verloren. Welche Mengen das Stadion tatsächlich selbst nutzt, hängt unter anderem vom Wetter, vom Verbrauch und vom Ladezustand des Speichers ab.

Ein einfaches Beispiel: Produzieren die Module an einem sonnigen Nachmittag mehr Strom, als gerade vor Ort gebraucht wird, kann ein Speicher einen Teil davon aufnehmen. Wird später Strom benötigt, kann er diesen wieder abgeben. Wie oft das in Dortmund tatsächlich geschieht, haben die Partner in ihrer Mitteilung nicht beziffert.
Was 3,7 Megawatt aussagen
Die genannte Leistung beschreibt, wie schnell der Speicher Strom abgeben kann. Energie und Leistung sind verschiedene Größen: Megawatt beschreiben die Leistung zu einem Zeitpunkt, Megawattstunden eine Energiemenge über eine Zeitspanne.
RWE und BVB geben an, die Batterie könne ihre Leistung von 3,7 Megawatt gut eine Stunde lang bereitstellen. Eine genaue Speicherkapazität in Megawattstunden nennen sie in der Mitteilung nicht. Die Angabe allein zeigt deshalb nicht, wie lange die Anlage bei jedem denkbaren Stadionverbrauch ausreicht: Die Dauer hängt davon ab, wie viel Leistung innerhalb der Betriebsgrenzen abgerufen wird.
Auch die fünf Megawatt der Solaranlage sind ein Leistungswert. Das Kürzel MWp steht für die Spitzenleistung unter festgelegten Testbedingungen. Im Alltag schwankt die tatsächliche Produktion mit Sonneneinstrahlung, Jahreszeit und Wetter. Die Leistung des Speichers und die Spitzenleistung der Solarmodule lassen sich deshalb nicht einfach zu einer dauerhaften Stromversorgung addieren.
Ein Baustein der Energieversorgung
Die Partner verbinden den Speicher mit dem bestehenden Solarsystem. RWE beschreibt Batteriespeicher allgemein als Mittel, Strom aufzunehmen und zeitversetzt bereitzustellen. Für das Dortmunder Projekt nennen BVB und RWE vor allem die flexiblere Nutzung des vor Ort erzeugten Sonnenstroms.
Wie stark die Anlage Strombezug, Kosten oder Emissionen im laufenden Betrieb verändert, lässt sich aus der Inbetriebnahmemeldung nicht beziffern. Dafür wären unter anderem Daten zum Verbrauchsprofil, zur tatsächlichen Solarproduktion und zum Einsatz des Speichers nötig. Klar ist der technische Zweck: Energie vom Dach muss nicht ausschließlich in dem Moment verbraucht werden, in dem sie entsteht.
Quellen
- Borussia Dortmund: BVB und RWE nehmen Batteriespeicher am SIGNAL IDUNA PARK in Betrieb, 26. Oktober 2026.
- RWE: Batteriespeicher, Projekt- und Techniküberblick, abgerufen am 27. Oktober 2026.
- Petra Hannen, pv magazine: RWE und Borussia Dortmund nehmen Batteriespeicher in Betrieb, 26. Oktober 2026.
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