Automobil

Bpost elektrifiziert die Zustellung: Die Ladepunkte müssen mitwachsen

Bpost will Ende Oktober 4.165 elektrische Transporter einsetzen. Zum Umbau gehören Tausende Ladepunkte und die Steuerung der Energieflüsse an den Depots.

Von Wolfgang

22. Okt. 20264 Min. Lesezeit

Rote elektrische Lieferwagen mit Artikelüberschrift zur wachsenden Ladeinfrastruktur

Ein elektrischer Lieferwagen braucht morgens eine geladene Batterie. Für einen Paketdienst mit Tausenden Fahrzeugen wird daraus eine Aufgabe für das ganze Depot: Strom muss dort ankommen, wo die nächste Tour beginnt. Die belgische Post Bpost baut deshalb Fahrzeuge und Ladeinfrastruktur gemeinsam aus. Bis Ende Oktober sollen 4.165 elektrische Transporter unterwegs sein, entsprechend 42 Prozent ihrer Transporterflotte.

Das teilte Bpost am 21. Oktober mit. Von den 1.100 in diesem Jahr bestellten E-Transportern seien fast 900 bereits im Einsatz. Die übrigen sollen in den kommenden Wochen hinzukommen. Der angekündigte Monatsendbestand und die bereits fahrenden Neuzugänge beschreiben also unterschiedliche Zeitpunkte.

Aus dem Pilotprojekt wird ein Arbeitsgerät

Wie weit der Umbau gekommen ist, zeigt der Blick zurück. Im Juni 2023 meldete Bpost seinen tausendsten elektrischen Transporter. Das Fahrzeug ging an das Zustellzentrum Namur. Die damalige Mitteilung beschrieb den Einsatz in Mons im Juni 2018 noch als Ausgangspunkt eines Pilotprojekts, das anschließend zum Standard wurde. Zwischen einer Erprobung und einer großen Flotte liegen damit mehrere Jahre praktischer Einführung.

Ein Jahr später war die Zahl erneut deutlich gewachsen. Im Juni 2024 standen 2.000 E-Transporter insgesamt 10.754 Transportern gegenüber. Fahrräder führte das Unternehmen separat auf. Diese Unterscheidung ist wichtig: Eine Quote über sämtliche Fahrräder und Fahrzeuge würde eine andere Frage beantworten als der elektrische Anteil der Lieferwagen.

Auch die Meldung von Juli 2025 verband bereits eine Fahrzeugbestellung mit dem Jahresendgeschäft. Damals sollten 500 zusätzliche E-Transporter den Bestand im Herbst auf 3.146 bringen. Außerdem beschrieb Bpost einen zweiten elektrischen Lastwagen für Verbindungen zwischen den Sortierzentren Antwerpen, Lüttich und Charleroi. Elektrifizierung betrifft somit verschiedene Strecken und Fahrzeugklassen.

Der Engpass kann am Stromanschluss liegen

Aktuell nennt Bpost 3.300 Ladepunkte an seinen belgischen Standorten. Das Unternehmen verweist dabei ausdrücklich auf den Ausbau der Ladeinfrastruktur und die nötigen Genehmigungen. Für die Zustellung ist ein Ladepunkt Teil der Arbeitsvorbereitung: Ein abgestellter Wagen kann Energie für die nächste Fahrt aufnehmen. Bei vielen Fahrzeugen muss diese Vorbereitung zusammenpassen.

Warum dafür Steuerung nötig werden kann, lässt sich an einem einfachen Gedankenexperiment verstehen. Kehren mehrere Lieferwagen gleichzeitig zurück und beginnen gleichzeitig zu laden, summiert sich ihre angeforderte elektrische Leistung. Die verfügbare Anschlussleistung des Gebäudes bleibt jedoch begrenzt. Eine Steuerung kann Ladeleistung innerhalb dieser Grenze verteilen; dabei muss sie berücksichtigen, wann welche Fahrzeuge wieder gebraucht werden. Das ist eine Erklärung des Prinzips, keine Beschreibung eines bereits bestätigten Bpost-Ladeplans.

Schematischer Energiefluss vom Netzanschluss über gesteuerte Ladepunkte zu Lieferwagen
Schematische Darstellung: Ladepunkte verbinden die Fahrzeuge mit dem Stromnetz, eine Steuerung kann die Leistungsaufnahme koordinieren. Die Grafik zeigt das Prinzip, keine dokumentierte Bpost-Anlage. (Quelle: KI generiert)

Genau solche Zusammenhänge finden sich in einer am 16. September veröffentlichten Ausschreibung. Bpost sucht darin eine Lösung zum Überwachen, Verwalten und intelligenten Steuern von Energieflüssen an ungefähr 100 belgischen Standorten. Gebäude, Betriebsflächen und Logistikinfrastruktur sollen gemeinsam betrachtet werden.

Die gewünschte Lösung soll technische Grenzen der Anlagen, verfügbare Kapazitäten, Leistungstarife und betriebliche Anforderungen einhalten. Als wachsende Bereiche nennt die Ausschreibung Elektrofahrzeuge, Ladeinfrastruktur, Batteriespeicher und erneuerbare Energiequellen. Das beschreibt den geplanten Funktionsumfang der Beschaffung. Ein Zuschlag oder bereits erzielte Einsparungen gehen daraus nicht hervor.

Vor dem Paketansturm muss alles zusammenpassen

Die neuen Transporter kommen vor Black Friday und Weihnachten. Bpost nennt für November und Dezember mögliche Tagesmengen von mehr als 800.000 Paketen. Der Flottenwechsel soll ältere Verbrenner am Ende ihrer Nutzungsdauer ablösen. Für den Betrieb entscheidet dabei das Zusammenspiel: Der Wagen muss verfügbar sein, die Tour muss passen und die Batterie rechtzeitig genug Energie enthalten. Die wachsende Zahl elektrischer Lieferwagen macht deshalb auch eine meist unsichtbare Infrastruktur hinter der Zustellung wichtiger.

Quellen

Für diesen Artikel wurden KI-gestützte Recherche- und Editierwerkzeuge verwendet. Der Inhalt wurde redaktionell geprüft.