Ägypten plant einen großen Solarpark mit Batteriespeicher für die Aluminiumproduktion. Für das Projekt Dandara wurden am 26. Oktober vorläufige Finanzierungsbedingungen vereinbart, berichtet Reuters unter Berufung auf das ägyptische Kabinett. Die Gesamtinvestition wird mit rund 650 Millionen US-Dollar beziffert.
Vorgesehen sind zwei Bauphasen mit zusammen 1.000 Megawatt Solarleistung und Batterien mit 200 Megawattstunden Energieinhalt. Der Strom soll einem Aluminiumwerk zugutekommen. Die Vereinbarung ist ein Schritt auf dem Weg zur Finanzierung; eine laufende Stromlieferung ist damit noch nicht angekündigt.
Warum Aluminium viel Strom braucht
Primäraluminium wird laut US-Energieministerium aus Aluminiumoxid in einem elektrochemischen Verfahren gewonnen. Dabei fließt Strom durch eine Schmelze; am Ende entsteht flüssiges Aluminium. Die Produktion benötigt deshalb große Mengen elektrischer Energie. Woher dieser Strom kommt, beeinflusst auch die Emissionen, die mit der Herstellung verbunden sind.
Ein Solarpark kann einen Teil des benötigten Stroms erneuerbar erzeugen. Seine Leistung schwankt allerdings mit der Sonneneinstrahlung. Eine Batterie kann Energie aufnehmen und zeitversetzt wieder abgeben. Sie erzeugt selbst keinen Strom und ersetzt auch nicht automatisch eine durchgehende Versorgung. Wie genau das geplante Projekt Erzeugung, Speicher und Netzbezug im Betrieb aufeinander abstimmen wird, geht aus der jüngsten Meldung nicht hervor.

Was in den beiden Phasen geplant ist
Nach den von Reuters wiedergegebenen Kabinettsangaben soll jede Phase 500 Megawatt Solarleistung und 100 Megawattstunden Batteriespeicher umfassen. Megawatt beschreiben die Leistung einer Anlage; Megawattstunden bezeichnen eine Energiemenge. Aus dem Speicherinhalt allein lässt sich nicht ablesen, welche Leistung die Batterie gleichzeitig abgeben kann oder wie viele Stunden sie ein Werk versorgt.
Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung beschreibt die erste Phase als Solaranlage mit 500 Megawatt und einem Speicher von 100 Megawattstunden bei Nagaa Hammadi. Als Abnehmer nennt sie Misr Aluminum, auch EgyptAlum genannt, und einen langfristigen Stromabnahmevertrag. Das Bankdokument führt das Vorhaben als genehmigt; daraus allein folgt noch kein abgeschlossener Bau oder kommerzieller Betrieb.
Vorläufige Bedingungen und eine separate Beteiligung
An den jetzt gemeldeten Finanzierungsvereinbarungen sind demnach der norwegische Entwickler Scatec sowie die Europäische Investitionsbank, die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung und die Afrikanische Entwicklungsbank beteiligt. Laut Reuters soll sich außerdem die National Bank of Egypt an der Projektgesellschaft beteiligen.
Davon zu unterscheiden ist eine weitere Finanzierungskonstruktion: Scatec und die EBRD hatten bereits am 22. Oktober eine gemeinsame Plattform für erneuerbare Projekte angekündigt. Diese soll nach Scatecs Planung unter anderem etwa 60 Prozent an der ersten Dandara-Phase halten. Die Plattform umfasst auch andere Projekte; ihre Mittel sind nicht gleichbedeutend mit der gesamten Investitionssumme von Dandara.
Ob und wann beide Dandara-Phasen gebaut werden und wie viel Solarstrom später tatsächlich beim Aluminiumwerk ankommt, hängt von den weiteren Finanzierungs- und Umsetzungsschritten ab. Der geplante Solarpark zeigt bereits den technischen Ansatz: Ein industrieller Großverbraucher soll Solarstrom über einen langfristigen Vertrag beziehen, während ein Speicher zeitliche Unterschiede zwischen Erzeugung und Nutzung überbrücken kann.
Quellen
- Reuters über Channel Africa: Egypt signs preliminary financing agreement on $650 million solar project, 26. Oktober 2026.
- EBRD: Dandara Solar Power SAE, Projektdokument, abgerufen am 27. Oktober 2026.
- Scatec: Scatec and EBRD establish renewable energy investment platform in Egypt, 22. Oktober 2026.
- US Department of Energy: Energy Requirements for the U.S. Aluminum Industry, technischer Hintergrund.
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