Weltraumfabrik: Warum ein 1.000 °C‑Ofen ins All fliegt

Zuletzt aktualisiert: 31. December 2025
Berlin, 31. December 2025

Auf einen Blick

Die Weltraumfabrik von Space Forge hat an Bord des Demonstrators ForgeStar‑1 einen Ofen betrieben, der laut Medienberichte rund 1.000 °C erreichte. Der Schritt testet, ob hohe Temperaturen im Orbit Prozesse wie Sinterung und Kristallwachstum ermöglichen und ob gefertigte Proben später sicher zur Erde zurückkehren.

Das Wichtigste

  • Space Forge betrieb im Orbit einen Ofen, der nach Medienberichten ~1.000 °C erreichte.
  • ForgeStar‑1 ist ein Demonstrator für In‑Space‑Manufacturing und trägt das Rückführungs‑Konzept „Pridwen“.
  • Unabhängige Materialanalysen nach Rückkehr fehlen bisher; wirtschaftliche Skalierung ist ungewiss.

Einleitung

Space Forge schaltete 2025 einen Hochtemperatur‑Ofen an Bord von ForgeStar‑1. Der Test prüft, ob Fertigungsprozesse mit rund 1.000 °C im Orbit funktionieren. Für die Weltraumfabrik ist das wichtig: Nur so lassen sich Materialien wie spezielle Halbleiter oder Keramiken erzeugen und möglicherweise zur Erde zurückbringen.

Was neu ist

Im Juni 2025 startete ForgeStar‑1 als Demonstrator für in‑orbit Fertigung. Medienberichte und Firmenangaben aus dem Jahr 2025 melden, dass der an Bord eingebaute Ofen aktiviert wurde und Temperaturen von etwa 1.000 °C erreichte. An Bord ist außerdem ein faltbarer Hitzeschild‑Konzept namens „Pridwen“, das Rückführungstests ermöglichen soll. Aktuell handelt es sich um einen Proof‑of‑Principle: Es ist nachgewiesen, dass Hitze im Kleinsatelliten erreichbar ist, doch Lagepläne zur Probenrückführung und detaillierte Prozessdaten wurden noch nicht vollständig veröffentlicht.

Was das bedeutet

Warum 1.000 °C wichtig sind: Viele Herstellprozesse wie Sinterung, Schmelzen oder bestimmte Kristallzüchtungen brauchen so hohe Temperaturen. Im Orbit kommen Mikrogravitation und Vakuum dazu. Mikrogravitation bedeutet, dass Auftrieb und starke Konvektion fehlen; das kann Kristallwachstum gleichmäßiger machen und Verunreinigungen reduzieren. Das ist ein zentraler Hebel für eine Weltraumfabrik: bessere Materialqualität bei kleinen Volumina. Gleichzeitig bleiben wirtschaftliche Hürden: Startkosten, Energieversorgung, Prozesskontrolle, Kontaminationsschutz und die Frage, ob gefertigte Proben tatsächlich mit hoher Reinheit zur Erde zurückkehren.

Wie es weitergeht

Als nächster Schritt sind unabhängige Laboranalysen der zurückgeführten Proben entscheidend. Die Branche und Forschungsinstitutionen werden genaue Messungen zur Kristallstruktur, Verunreinigung und elektrischen Eigenschaften benötigen. Außerdem sind weitere Missionszyklen geplant, um Rückführungstechniken wie Pridwen zu testen und Prozessparameter zu stabilisieren. Regulierung und Sicherheitsprüfungen für Re‑Entry‑Vorgänge spielen eine Rolle; wirtschaftliche Entscheidungen hängen von Vergleichsmessungen ab, die terrestrische und Orbit‑Runs direkt gegenüberstellen.

Update: 11:36 – Unabhängige Materialanalysen von zurückgeführten Proben sind zum Zeitpunkt dieses Berichts noch nicht veröffentlicht.

Fazit

Der Betrieb eines 1.000 °C‑Ofens im Orbit ist ein technischer Meilenstein für experimentelle Produktion im All, bleibt aber bislang ein Demonstrator. Entscheidend für die Bewertung der Weltraumfabrik sind unabhängige Analysen und wiederholbare Rückführungen.


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