Die mögliche Kürzung der Solarförderung 2026 verunsichert viele Hausbesitzer. Ein bekannt gewordener Gesetzentwurf sieht vor, feste Einspeisevergütungen für kleine Dachanlagen weitgehend zu beenden. Das verändert die Rechnung für neue Photovoltaik-Projekte spürbar. Dieser Artikel zeigt, wie sich eine Anlage ohne Förderung rechnet, welche Rolle Eigenverbrauch und Strompreis spielen und welche Risiken durch weitere regulatorische Änderungen entstehen. So kannst du nüchtern einschätzen, ob sich eine PV-Anlage auf deinem Eigenheim weiterhin lohnt.
Einleitung
Wer 2026 eine Photovoltaik-Anlage plant, steht vor einer neuen Unsicherheit. Ein bekannt gewordener Entwurf zur Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes sieht vor, feste Einspeisevergütungen für viele kleine Dachanlagen zu beenden. Für dich als Eigenheimbesitzer geht es damit nicht um Politik, sondern um eine ganz praktische Frage: Trägt sich die Investition noch?
Bisher war die Logik klar. Du investierst in Module auf dem Dach, verbrauchst einen Teil selbst und bekommst für den Rest eine garantierte Vergütung über 20 Jahre. Laut Fraunhofer ISE lagen diese Vergütungen für kleine Anlagen zuletzt bei bis zu 7,86 Cent pro Kilowattstunde. Gleichzeitig zahlten Haushalte im Schnitt rund 39,8 Cent pro Kilowattstunde für Strom aus dem Netz.
Wenn diese feste Vergütung wegfällt, verschiebt sich der Schwerpunkt. Eigenverbrauch wird noch wichtiger, während eingespeister Strom stärker vom Marktpreis abhängt. Das ist keine Kleinigkeit, denn viele Finanzierungsmodelle für 2026 basieren auf den bisherigen Regeln.
Was der Gesetzentwurf konkret vorsieht
Mehrere Medien berichten über einen Entwurf aus dem Bundeswirtschaftsministerium, der feste Einspeisevergütungen für kleine Dachanlagen weitgehend streichen will. Genannt wird häufig eine Schwelle von bis zu 25 Kilowatt installierter Leistung. Stattdessen soll der Fokus stärker auf Ausschreibungen und marktbasierten Instrumenten liegen.
Die Begründung folgt einer bekannten Linie. Die Kosten für Photovoltaik sind in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Gleichzeitig steigt der Anteil von Solarstrom im Netz. Damit sinkt zu bestimmten Tageszeiten der Börsenpreis für Strom, was die Differenz zwischen garantierter Vergütung und Marktwert vergrößert.
Kleine Dachanlagen profitieren bisher von festen Vergütungssätzen über 20 Jahre. Ohne diese Sicherheit hängt der Erlös stärker vom tatsächlichen Strommarkt ab.
Für dich bedeutet das: Die Planungssicherheit nimmt ab. Während große Solarparks schon heute über Ausschreibungen und Direktvermarktung laufen, waren private Dachanlagen bislang ein vergleichsweise stabiles Modell. Installationsbetriebe und Bürgerenergie-Genossenschaften warnen deshalb vor einem Dämpfer für den Ausbau auf Einfamilienhäusern.
| Merkmal | Beschreibung | Wert |
|---|---|---|
| Einspeisevergütung | Fester Satz für kleine Anlagen laut Fraunhofer-Übersicht | bis 7,86 ct/kWh |
| Haushaltsstrompreis | Beispielwert für 2025 laut Fraunhofer | 39,8 ct/kWh |
| Spezifischer Ertrag | Typischer Jahresertrag in Deutschland | ca. 1.000 kWh/kWp |
Wie sich eine PV-Anlage ohne Förderung rechnet
Entscheidend ist nicht allein die Förderung, sondern das Verhältnis von Investitionskosten, Eigenverbrauch und Strompreis. Fraunhofer ISE gibt für kleine Dachanlagen Stromgestehungskosten von etwa 6 bis 14 Cent pro Kilowattstunde an, abhängig von Standort, Finanzierung und Anlagengröße.
Ein einfaches Beispiel macht es greifbar. Eine Anlage mit 5 Kilowatt Leistung erzeugt bei rund 1.000 Kilowattstunden pro Kilowatt etwa 5.000 Kilowattstunden im Jahr. Wenn du 30 Prozent davon selbst nutzt, ersetzt du 1.500 Kilowattstunden Netzstrom. Bei 39,8 Cent pro Kilowattstunde entspricht das rund 600 Euro eingesparten Stromkosten pro Jahr.
Für den restlichen Strom bekam man bisher bis zu 7,86 Cent pro Kilowattstunde. Fällt diese feste Vergütung weg und orientiert sich der Erlös stärker am Marktpreis, sinkt dieser Teil der Einnahmen. Die Wirtschaftlichkeit verschiebt sich damit stärker in Richtung Eigenverbrauch.
Wichtig ist diese Information, weil viele Banken die Rückzahlung eines Kredits über die kalkulierten Einnahmen absichern. Ohne garantierte Vergütung müssen Annahmen zum künftigen Marktpreis konservativer ausfallen. Das kann die Finanzierung verteuern oder höhere Eigenmittel erfordern.
Ab welcher Größe und welchem Eigenverbrauch es sich lohnt
Ob sich eine Anlage weiterhin rechnet, hängt stark von deinem Verbrauchsprofil ab. Ohne Batteriespeicher liegt der Eigenverbrauch in vielen Haushalten zwischen 20 und 40 Prozent. Mit Speicher oder intelligentem Laden eines Elektroautos kann dieser Anteil deutlich steigen.
Je höher dein Eigenverbrauch, desto weniger bist du auf eine Einspeisevergütung angewiesen. Jede selbst genutzte Kilowattstunde spart dir den vollen Haushaltsstrompreis. Das ist ein Vielfaches dessen, was für eingespeisten Strom gezahlt wurde.
Für größere Anlagen mit geringem Eigenverbrauch kann das neue Umfeld schwieriger werden. Wer bisher vor allem auf Volleinspeisung gesetzt hat, verliert einen kalkulierbaren Erlösstrom. Kleinere Anlagen, die auf den eigenen Bedarf abgestimmt sind, bleiben oft robuster.
Treiber dieser Entwicklung sind nicht nur die Politik, sondern auch Technik und Markt. Module erreichen laut Fraunhofer inzwischen Wirkungsgrade von über 21 Prozent. Gleichzeitig wächst der Markt für Heimspeicher und flexible Tarife. Die Wirtschaftlichkeit verschiebt sich damit vom Fördermodell hin zum Energiemanagement im eigenen Haus.
Regulatorische Risiken und mögliche Szenarien
Der Gesetzentwurf ist ein politischer Vorstoß. Im parlamentarischen Verfahren sind Änderungen möglich. Denkbar sind Übergangsfristen für bereits geplante Projekte oder Sonderregeln für bestimmte Anlagengrößen.
Ein Risiko bleibt jedoch bestehen: Mit steigendem Solaranteil sinkt der Marktwert von eingespeistem Strom zu sonnigen Stunden. Ohne festen Vergütungssatz trägst du dieses Preisrisiko stärker selbst. Das macht Prognosen schwieriger.
Auf der anderen Seite könnte eine stärkere Marktintegration Innovation fördern. Digitale Stromtarife, steuerbare Verbraucher und virtuelle Kraftwerke gewinnen an Bedeutung. Wer flexibel reagiert und Eigenverbrauch optimiert, kann auch ohne klassische Förderung stabile Erträge erzielen.
Für dich heißt das: Die Entscheidung für eine PV-Anlage wird strategischer. Es geht weniger um eine staatlich garantierte Rendite und mehr um die Frage, wie gut dein Haushalt Strom selbst nutzen und steuern kann.
Fazit
Die geplante Kürzung der Solarförderung 2026 verändert die Spielregeln, aber sie beendet nicht automatisch die Wirtschaftlichkeit von Dachanlagen. Solange der Haushaltsstrompreis deutlich über den Stromgestehungskosten einer PV-Anlage liegt, bleibt Eigenverbrauch der zentrale Hebel. Kritischer wird es für Modelle, die stark auf feste Einspeisevergütungen angewiesen sind.
Wer 2026 investiert, sollte konservativ rechnen, den Eigenverbrauch realistisch einschätzen und regulatorische Änderungen einplanen. Dann wird aus der politischen Debatte eine nüchterne Investitionsentscheidung.
Wenn du selbst eine Anlage planst, teile deine Annahmen und Erfahrungen. Je transparenter die Rechnungen, desto besser lassen sich Chancen und Risiken einschätzen.