RAM‑Krise: Warum PCs und Smartphones 2026 teurer werden



Die RAM‑Krise trifft Konsumenten, OEMs und Rechenzentren zugleich: DDR5‑Preise stiegen 2025 deutlich, Lieferkapazitäten bleiben knapp und die Folge ist ein spürbarer Preisdruck auf PCs und Smartphones im Jahr 2026. Die Ursachen reichen von hoher Nachfrage für KI‑Server über Priorisierungen der Hersteller bis zu kurzfristigem Vorratsaufbau. Wer ein neues Notebook oder Smartphone plant, sollte dies bei Budget und Timing berücksichtigen — und verstehen, wie Speicherpreise Endgeräte‑Preise beeinflussen.

Einleitung

Wenn du ein neues Notebook, Smartphone oder Tablet kaufen willst, wirkt Speicher oft wie ein unsichtbarer Kostenfaktor: Er ist selten das erste, woran man denkt — und doch kann er den Gesamtpreis deutlich treiben. Die aktuelle RAM‑Krise zeigt genau diese Dynamik: Seit Herbst 2025 sind Indikatoren für DDR5‑Preise steil gestiegen, Hersteller priorisieren knappe Produktionskapazitäten für Server‑ und KI‑Anwendungen, und das drückt direkt auf die Komponentenpreise in der Lieferkette.

In dieser Übersicht erkläre ich, wie knapper Arbeitsspeicher (DRAM) entsteht, warum AI‑Rechenzentren eine Schlüsselrolle spielen, welche Folgen das für PC‑ und Smartphone‑Preise 2026 hat und welche praktischen Schritte Käuferinnen und Käufer sowie kleine Hersteller jetzt erwägen sollten. Für konkrete Gerätevergleiche verlinke ich zu einem Praxisbeispiel zu aufbereiteten Smartphones auf unserer Seite, das zeigt, wie Hersteller‑Programme Preise und Servicebedingungen koppeln: Refurbished Galaxy‑Guide.

Wie die RAM‑Krise entsteht

Drei Mechanismen erklären die Preiswelle bei DRAM, insbesondere bei DDR5: starke Nachfrage aus Data‑Centern, Kapazitätsverschiebungen in der Produktion und kurzfristiges Einkaufverhalten im Markt. Der stärkste Treiber ist die wachsende Nachfrage großer Cloud‑ und KI‑Anbieter nach serverseitigem Speicher, kombiniert mit Priorisierungen der Hersteller für höhermargige Produkte wie HBM (High‑Bandwidth Memory). Hersteller geben knappe Produktionslinien zunehmend für AI‑spezifische Produkte frei, was die verfügbare Kapazität für Consumer‑DDR5 verengt.

Analysten beobachteten Ende 2025 teils extreme Bewegungen: Spot‑Indikatoren zeigten sehr starke Sprünge, bei manchen DDR5‑Typen wurden zeitweise Preisverdreifachungen gegenüber September 2025 registriert. Vertragspreise (Kontrakt‑ASPs) folgen mit Verzögerung, wurden aber für 4Q25 nach oben revidiert. Parallel berichteten Handelsquellen von Herstellerpreismaßnahmen, die einige Vertragspreise schon deutlich anhoben.

Knappes Angebot + Priorisierung für AI: Eine Kombination, die kurzfristig zu starken Spot‑Preisausschlägen und mittelfristig zu höheren Kontraktpreisen führt.

Ein einfacher Vergleich: Spotmärkte reagieren sehr schnell auf Engpässe und Panikbestellungen; Kontrakte spiegeln längerfristige Verhandlungen. Wenn ein großer Hyperscaler kurzfristig Kapazität sichert, entfacht das eine Kettenreaktion, weil die verbleibende Produktion für andere Kunden knapper wird. Hersteller wiederum steuern Kapazitäten über CAPEX‑Pläne; neue Fabs lösen Engpässe meist erst mit mehrjähriger Verzögerung.

Zur Einordnung gibt die folgende Tabelle typische Marktdaten (vereinfachte Darstellung):

Merkmal Kurzbeschreibung Beispielwert
Spot‑Preise Sehr kurzfristig, stark volatil Steigerungen bis mehrere hundert Prozent in Einzelfällen (Ende 2025)
Kontraktpreise Verhandelte, mittelfristige Preise Revisionen auf +18–23 % für Q4‑2025 in Analystenprognosen
Herstellermaßnahmen Preisfestsetzungen, Priorisierung Einzelmeldungen von erhöhten Listenpreisen (z. B. Berichte über bis zu +60 %)

Quellen für diese Befunde sind Marktanalysten‑Updates und Berichte großer Agenturen; sie zeigen übereinstimmend: Die Angebotsseite ist kurzfristig angespannt, mittelfristige Entspannung hängt von Produktionsaufstockungen ab.

Was das im Alltag für Gerätekäufer bedeutet

Wenn Speicher knapp und teurer wird, steigen die Herstellkosten für viele Elektronikprodukte: In Smartphones und Notebooks macht der Arbeitsspeicher je nach Modell einen spürbaren Anteil der Materialkosten aus. Anbieter können diesen Kostenanstieg an die Kundschaft weitergeben oder Margen verringern. Für Käufer heißt das: Geräte, die stärker auf großen RAM‑Beständen angewiesen sind (High‑End‑Notebooks, Gaming‑PCs, manche leistungsfähige Smartphones), werden 2026 eher höhere Preise erreichen als Basis‑modelle ohne große Speicherkonfigurationen.

Praktische Folgen im Kaufverhalten:

  • Hersteller können teurere Konfigurationen seltener anbieten oder längere Lieferzeiten angeben.
  • OEMs verschieben Produktstarts, um bessere Einkaufskonditionen zu bekommen oder Lager auszugleichen.
  • Verbraucher, die aktuell kaufen müssen, zahlen möglicherweise einen Aufschlag; Geduld zahlt sich gelegentlich aus, falls Preise nach Entspannung fallen.

Für preisbewusste Käufer zwei konkrete Strategien:

  1. Wenn du ein Gerät mit großem RAM‑Bedarf brauchst (z. B. 32 GB+), vergleiche Preise über Händler und offizielle Herstellerangebote — oft ist der Unterschied zwischen Hersteller‑Refurbished‑Programmen mit Garantie und anonymen Marktplatzangeboten relevant.
  2. Für moderate Anforderungen (8–16 GB) lohnt sich ein Fokus auf effiziente Software‑Einstellungen und Storage‑Optimierung statt sofortiger Aufrüstung; das reduziert den Druck, sofort die teuerste Konfiguration zu wählen.

Außerdem empfiehlt es sich, Garantiebestimmungen zu vergleichen und bei größeren Investitionen den Kaufzeitpunkt an Quartalsaktionen oder Clearing‑Events der Hersteller zu koppeln. Wer stets informiert bleiben will, kann sich auch auf unserer Seite für regelmäßige Updates anmelden: TechZeitgeist‑Newsletter.

Chancen, Risiken und Markt‑Spannungen

Die RAM‑Krise bringt nicht nur Probleme, sondern auch klare Signale für verschiedene Marktakteure. Für Hersteller und Händler sind kurzfristig Margenverbesserungen möglich, weil Komponenten teurer werden; langfristig können hohe Preise aber Nachfrage und Wachstumsraten dämpfen. Für Endkunden entstehen Risiken wie längere Lieferzeiten oder weniger flexible Konfigurationsoptionen.

Auf der Chancen‑Seite stehen:

  • Refurbished‑ und Gebrauchtmarkt gewinnt an Attraktivität: Wer auf Herstellerservice Wert legt, prüft zertifizierte Aufbereiter; wer sparen will, vergleicht geprüfte Drittanbieter.
  • Anbieter von Speicher‑Effizienz‑Software und System‑Optimierungen können Nachfrage gewinnen, weil Kunden versuchen, mit weniger RAM auszukommen.

Die zentralen Risiken:

  • Abhängigkeit von wenigen Herstellern: Wenn große Halbleiterproduzenten Kapazität bündeln, entstehen Engpässe für andere Kunden.
  • Unsicherheit im Timing: Neue Fabs reduzieren den Druck, kommen aber meist erst einige Jahre später in Massenproduktion.

Unternehmen und Beschaffer reagieren deshalb mit mehreren Maßnahmen: Vorratsplanung, langfristige Lieferverträge mit Prioritätsklauseln, Diversifikation der Lieferanten und technische Anpassungen in Produkt‑BOMs (Stücklisten) zur Reduktion des RAM‑Footprints. Für Privathaushalte bleibt die sinnvollste Reaktion meist Preis‑ und Timing‑Bewusstsein plus Prüfung von Alternativen wie zertifizierten Refurbs und Software‑Optimierung.

Wie sich die Lage 2026 entwickeln könnte

Drei Szenarien sind plausibel für 2026:

1) Anhaltender Druck: Nachfrage von Hyperscalern bleibt hoch, Hersteller priorisieren AI‑Produkte, neue Kapazitäten kommen erst 2027/2028 — Folge: höhere Endgeräte‑Preise über das Jahr.

2) Teilweise Entspannung: Hersteller geben zusätzliche Kapazität frei, Spotmärkte beruhigen sich, Kontraktpreise stabilisieren sich auf höherem Niveau, Endgerätepreise normalisieren sich langsam.

3) Schnelle Marktreaktion: Intensiver Preiskampf zwischen Herstellern und Händlerlagerabbau führt zu temporären Rabatten bei Endkunden, obwohl Komponentenbasis weiterhin knapp bleibt.

Welche Entwicklung eintritt, hängt vor allem von Investitionsentscheidungen der großen Halbleiterhersteller und dem Ausmaß der AI‑Aufträge ab. Für die meisten Verbraucher ist die relevante Empfehlung: keine Panikkäufe, aber Budget‑Puffer einkalkulieren und bei geplantem Upgrade Preisentwicklung und Lieferzeiten beobachten. Für Unternehmen lohnt sich ein Szenario‑geführtes Beschaffungsmodell: Absicherungen für kritische Mengen, kombinierte Spot‑/Kontraktstrategie und Überwachung von Spot‑Indikatoren.

Fazit

Die RAM‑Krise ist weniger ein einzelnes Ereignis als eine Folge aus nachfragegetriebener Priorisierung, begrenzter Fertigungskapazität und kurzfristigem Einkaufsverhalten. Das Ergebnis ist für 2026 ein spürbarer Preisdruck auf bestimmte PC‑ und Smartphone‑Konfigurationen, vor allem bei höheren RAM‑Ausbaustufen. Für Käuferinnen und Käufer heißt das: Informieren, vergleichen, Garantie‑ und Rückgabebedingungen prüfen und gegebenenfalls auf zertifizierte Refurbs oder geänderte Konfigurationen ausweichen. Für Unternehmen ist die Lage ein Anstoß, Beschaffungs‑ und Produktpläne szenariobasiert zu überarbeiten.


Diskutiere gern deine Erfahrungen mit Gerätepreisen und teile den Artikel, wenn er geholfen hat.

Eine Antwort zu „RAM‑Krise: Warum PCs und Smartphones 2026 teurer werden“

  1. Avatar von Andreas Müller
    Andreas Müller

    Naja wenn niemand mehr Ihren Dreck kauft gehen Sie entweder Pleite oder der Preis geht ratzi fatzi wieder in den Keller:-) Wir als Kunden haben das in der Hand in dem wir einfach ein halbes Jahr kein Handy, Pc oder sonstigen Technikschnickschnack, was man eh nicht wirklich braucht kauft:-). Ich hoffe Sie gehen alle Pleite!!!

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